parkendes Auto Fahrradfahrer Fahrradunfall ADAC

Die sicherste Art eine Autotür zu öffnen

So geht der holländische Griff

Der holländische Griff kostet weder Kraft noch Zeit und verhindert doch mit größter Sicherheit, dass ein Fahrradfahrer übersehen wird und unsanft von der Autotür gebremst wird.

Selbstverständlich gucken wir, bevor wir die Tür unseres parkenden Autos öffnen. Aber manchmal eben nur in den Seitenspiegel. Und der reicht im Ernstfall nicht aus. Nämlich genau dann nicht, wenn sich ein Fahrrad- oder neuerdings auch E-Scooter-Fahrer im toten Winkel befindet, übersehen wird und gefährlich von der aufschwingenden Autotür gebremst wird. Die schweren Stürze sind häufig mit Kopf- oder Beinverletzungen der Fahrradfahrenden verbunden, weshalb der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) nun die Kampagne „Kopf drehen, Rad Fahrende sehen!“ startete.

Kampagne Kopf drehen Rad Fahrende sehen
Deutscher Verkehrssicherheitsrat (DVR)
"Kopf drehen, Rad Fahrende sehen" - so lautet das Motto der Kampagne vom Deutschen Verkehrssicherheitsrat (DVR), die Autofahrer hinsichtlich des Schulterblicks sensibilieren soll.

Oberkörper dreht sich bei Holländer-Griff automatisch

Diese sogenannten Dooring-Unfälle können wir Autofahrer vermeiden, indem wir die Tür mit der rechten statt mit der linken Hand öffnen – das ist der Holländer-Griff. Durch diese Bewegung dreht sich unser Oberkörper mitsamt dem Kopf automatisch in die Richtung des rechten Winkels, der weder durch den Rück- noch den Seitenspiegel sichtbar ist. Der holländische Griff ist also ganz einfach und durch einige Wiederholungen schnell im Bewegungsapparat gespeichert. Dass auch Beifahrer und Gäste im Fond auf diese Art zur Tür greifen ist natürlich ratsam – der Beifahrer öffnet die Tür dann mit der linken Hand und die Mitfahrenden auf der Rückbank eben jeweils mit der Hand, die weiter weg ist von der Tür.

Umfrage

1872 Mal abgestimmt
Verwenden Sie den Holländer-Griff schon?
Noch nicht, aber ich fange jetzt damit an.
Klar, den mache ich längst automatisch.

Nicht mal jeder 10. Autofahrer denkt an Fahrradfahrer

Dooring-Unfälle sind eine Kampagne wert, denn sie sind weitaus gefährlicher als oft angenommen. Und sie passieren häufig, weil Autofahrer gar nicht mit Fahrrad- und E-Scooter-Fahrern rechnen, wie der Deutsche Verkehrssicherheitsrat beschreibt: „Eine aktuelle Forsa-Umfrage im Rahmen der Kampagne zeigt: Mehr als jeder zehnte Auto Fahrende (13 Prozent) denkt beim Aussteigen aus dem Fahrzeug selten oder nie daran, dass sich Rad Fahrende von hinten nähern könnten.“ Befragt wurden laut DVR im Zeitraum Mai und Juni 2019 über als 1.000 regelmäßig (mehrmals im Monat) Autofahrer, die regelmäßig, also mehrmals im Monat Auto fahren, und um die 1.000 Fahrradfahrer über 18 Jahre, die ebenfalls mehrmals im Monat Rad fahren.

Dutch Reach, niederländischer Griff, Holländer-Griff oder holländischer Griff heißt diese Art Autotüren zu öffnen, weil sie bei unseren Nachbarn längst Tradition ist. Die Niederländer lernen das spätestens in der Fahrschule, meist aber schon im Kindesalter von den Eltern. Eine Fondtür ist für einen Fahrradfahrer nämlich nicht weniger gefährlich als eine Fahrer- oder Beifahrertür.

Fazit

Das Gefahrenpotential ist riesig, denn die Fahrradfahrer und auch die E-Scooter-Fahrer haben wir Autofahrer beim Aussteigen oft nicht auf dem Schirm. Umso wichtiger, dass wir uns Kniffe wie den holländischen Griff zum Autotürenöffnen antrainieren, damit sie innerhalb kürzester Zeit ganz automatisch ablaufen und wir so den Verkehr sehr viel sicherer für alle Beteiligten machen.

Verkehr Sicherheit VW E-Golf Polizei Raser-Unfall in Stuttgart Mord-Anklage erhoben

Die Staatsanwaltschaft in Stuttgart erhebt Mord-Anklage gegen einen Raser.