Klein schlägt groß bei Tempo 130: Was E-Kleinwagen hier so effizient macht

E-Auto-Effizienz bei Tempo 130
Deshalb haben kompakte Modelle hier Vorteile

ArtikeldatumVeröffentlicht am 19.08.2026
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Cupra Raval VZ Fahrveranstaltung Barcelona
Foto: Volkswagen AG

Bei konstant 130 km/h zählt vor allem Dauerleistung. Der Leistungsbedarf bei 130 km/h beschreibt, wie viel Leistung ein Fahrzeug dauerhaft liefern muss, um das Tempo zu halten. Je niedriger dieser Wert, desto weniger Energie entnimmt das Auto der Batterie.

Fahrwiderstand setzt sich aus Luft-, Roll-, Steigungs- und Beschleunigungswiderstand zusammen. Bei Autobahntempo dominieren Luft- und Rollwiderstand. Beim Luftwiderstand wirken cW-Wert und Stirnfläche zusammen. Der Rollwiderstand hängt vor allem von Reifen und Gewicht ab.

Kleinere Autos punkten hier oft: Sie haben meist weniger Stirnfläche und schmalere Reifen. Beides senkt die Widerstände und damit die benötigte Dauerleistung bei 130 km/h.

So wird die Fahrwiderstandsleistung ermittelt

Bei auto motor und sport gehört die Ermittlung der Fahrwiderstandsleistung fest zum Testprogramm. Die Fahrwiderstandsleistung ist eine eigenständige Kenngröße. Sie bewertet nicht Beschleunigung oder Höchstgeschwindigkeit, sondern isoliert den Aufwand, Tempo 130 zu halten.

Für die Vergleichbarkeit dient ein Ausrollversuch. Das Fahrzeug beschleunigt auf etwa 145 km/h, geht in den Leerlauf und rollt aus. Gemessen wird die Zeit zwischen 140 und 80 km/h; aus der mittleren Verzögerung werden cW und cR berechnet. Rahmenbedingungen wie Lufttemperatur und -druck sowie die Stirnfläche fließen in die Berechnung ein. Daraus ergibt sich die Fahrwiderstandsleistung, zentral ausgewiesen als Leistungsbedarf in kW bei 130 km/h. Bei Elektroautos ist dieser Wert besonders entscheidend für die Effizienz, vor allem bei Langstreckenfahrten. 

Kleinwagen und Kompakte im Vorteil

Ein Effizienzranking basierend auf den auto motor und sport-Testfahrten listen auf den vorderen Plätzen Fahrzeuge mit einem verbrauch zwischen 26 und 28 kW bei Tempo. Mit Mini Cooper SE und Cupra Raval sind hier auch sehr kompakte Modelle zu finden. Die Summe aus kleinerer Stirnfläche, moderater Bereifung und geringerer Masse erklärt den Vorteil.

Einordnung über Verbrauch und Reichweite

Neben der Fahrwiderstandsleistung liefert der Eco‑Verbrauch eine zweite Perspektive. In den Tests liegt das Tesla Model Y mit 14,1 kWh je 100 km am niedrigsten, der Cupra Raval VZ folgt mit 14,7 kWh. Renault 4 E‑Tech 150 und Suzuki e Vitara eAxle kommen auf 15,8 bzw. 15,9 kWh, der Mini Cooper S E auf 16,8 kWh und der Mercedes‑Benz CLA 350 4MATIC EQ auf 16,7 kWh.

Die Reichweiten zeigen, dass Effizienz nicht automatisch die längste Strecke bedeutet. Das Tesla Model Y erreicht 463 Kilometer, der Cupra Raval 370 Kilometer. Der Renault 4 E‑Tech 150 kommt auf 354 Kilometer, der Mini auf 325 Kilometer. Der Mercedes‑Benz CLA 350 4MATIC EQ steht mit 569 Kilometern vorn. Batteriekapazität und Verbrauch bestimmen gemeinsam die Reichweite; die Fahrwiderstandsleistung isoliert den Anteil "Fahrzeug gegen Wind und Reifen".

Fazit