Das britische Verteidigungsministerium bestätigte den Start des Programms. Mehrere tausend Fahrzeuge sollen schrittweise ersetzt werden. Noch 2025 waren mehr als 5.000 Exemplare im Bestand. Spätestens bis 2030 soll der Wechsel abgeschlossen sein.
Der Land Rover war über Jahrzehnte ein zentrales Arbeitsfahrzeug der Streitkräfte. Er wurde für Patrouillen, Verbindungsfahrten sowie den Transport von Personal und Material eingesetzt. Mit dem Beginn der Ausmusterung endet eine Nutzung, die bis in die 1950er-Jahre zurückreicht. Parallel dazu hat die Armee den Auswahlprozess für ein Nachfolgesystem gestartet. Erste neue Fahrzeuge sollen bis 2030 verfügbar sein.
Rheinmetall bringt "Shadow Wolf" ins Spiel
Zu den Bewerbern gehört der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall mit dem Modell "Shadow Wolf". Das Fahrzeug zählt zu den Kandidaten im Wettbewerb um die künftige Standardplattform für leichte Militärfahrzeuge.
Der "Shadow Wolf" ist als militärische Weiterentwicklung der G-Klasse-Plattform von Mercedes-Benz eingeordnet. Rheinmetall nutzt diese Basis bereits bei anderen Projekten. Dazu gehört der "Caracal", ein leichtes Militärfahrzeug für schnell verlegbare Einheiten, das so konstruiert ist, dass es per Flugzeug oder Hubschrauber transportiert werden kann. Deutschland und die Niederlande haben davon mehr als 3.000 Einheiten bestellt.
Der Caracal zeigt, wie sich die Plattform militärisch anpassen lässt. Beim "Shadow Wolf" geht es um ein breiteres Einsatzspektrum. Das Fahrzeug ist als modulares System konzipiert und soll unterschiedliche Aufgaben übernehmen können. Dazu zählen klassische Patrouillenfahrten ebenso wie Transportaufgaben oder spezialisierte Einsätze. Auch die Integration moderner Kommunikations- und Sensorsysteme ist vorgesehen. Darüber hinaus gilt es als wahrscheinlich, dass Varianten für elektronische Aufklärung und Störtechnik vorgesehen werden können.
Wettbewerb mit mehreren Anbietern
Rheinmetall tritt in einem internationalen Wettbewerb an. Mehrere große Hersteller haben eigene Konzepte eingereicht. Dazu gehören unter anderem GM Defense und BAE Systems mit einem gemeinsamen Angebot sowie General Dynamics und Babcock mit unterschiedlichen Fahrzeugplattformen.

Das britische Verteidigungsministerium mustert die Land-Rover-Modelle nach Jahrzehnten im Einsatz aus.
Auch Jaguar Land Rover beteiligt sich mit einer militärischen Version des Defender. Damit steht ein Fahrzeug im Wettbewerb, das zumindest konzeptionell an den bisherigen Land Rover anknüpft. Weitere Anbieter verfolgen alternative Ansätze, etwa mit hybriden Antrieben oder zusätzlicher Energieversorgung für moderne Ausrüstung.
Neben der Technik spielt auch die industrielle Umsetzung eine Rolle. Das britische Programm sieht ausdrücklich vor, die heimische Industrie bei Wartung, Integration und Support einzubeziehen.
Warum der Land Rover ersetzt wird
Der Land Rover galt lange als robust und vielseitig einsetzbar. Seine einfache Bauweise war ein Vorteil in vielen Einsatzsituationen. Mit den heutigen Anforderungen stößt das Konzept jedoch an Grenzen.
Moderne Streitkräfte benötigen Fahrzeuge, die digital vernetzt sind und größere Mengen elektrischer Energie bereitstellen können. Systeme zur Aufklärung, Kommunikation und Drohnenabwehr erfordern entsprechende Infrastruktur. Auch die Möglichkeit, Fahrzeuge flexibel umzurüsten, hat an Bedeutung gewonnen.
Der Land Rover erfüllt diese Anforderungen nur eingeschränkt. Die Ausmusterung ist daher Teil einer umfassenden Modernisierung der militärischen Mobilität.





