Mercedes-Bilanz 2025: Gewinn bricht um fast 50 % ein

Mercedes-Bilanz 2025
Gewinn bricht um fast 50 % ein

ArtikeldatumVeröffentlicht am 12.02.2026
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Foto: Jose A. Bernat Bacete via Getty Images / Mercedes

Belastet wurde das Geschäft nach Unternehmensangaben unter anderem durch Zölle, negative Wechselkurseffekte und einen verschärften Wettbewerb in China. Vorstandschef Ola Källenius erklärte, die Ergebnisse lägen "im Rahmen unserer Prognose, getragen von einem klaren Fokus auf Effizienz, Geschwindigkeit und Flexibilität". Für 2026 sehe man sich gut aufgestellt.

Deutlicher Ergebniseinbruch im Konzern

Besonders stark fiel der Rückgang beim operativen Ergebnis aus. Das EBIT sank um siebenundfünfzig Prozent (57 %) auf 5,82 Milliarden Euro, das bereinigte EBIT um 39,9 Prozent auf 8,2 Milliarden Euro. Auch der Umsatz verringerte sich um 9,2 Prozent auf 132,2 Milliarden Euro. Der Free Cash Flow des Industriegeschäfts lag mit 5,4 Milliarden Euro 40,8 Prozent unter dem Vorjahr.

Die Dividende soll von 4,30 Euro auf 3,50 Euro je Aktie sinken.

Pkw-Sparte unter Druck

In der wichtigsten Sparte Mercedes-Benz Cars fiel das bereinigte EBIT um 45 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Die Umsatzrendite sank von 8,1 Prozent auf 5,0 Prozent. Der Absatz ging um 9,2 Prozent auf 1.801.291 Fahrzeuge zurück.

Während der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge am Absatz stieg, gingen die reinen BEV-Stückzahlen zurück. Das bedeutet, dass der Anstieg vor allem aus Plug-in-Hybriden resultiert.

Top-End-Modelle und Kernsegmente

Nach Konzernangaben entfielen 2025 15 Prozent des Pkw-Absatzes auf sogenannte Top-End-Fahrzeuge. Bezogen auf 1.801.291 Einheiten entspricht das rund 270.000 Fahrzeugen. Dazu zählen insbesondere S-Klasse, GLS, G-Klasse sowie AMG-Modelle. Konkrete Einzelstückzahlen je Modell nennt das Unternehmen nicht.

Im Kernsegment setzt Mercedes auf die neue Generation von CLA, GLC und GLB. Der GLC gilt weiterhin als volumenstärkstes Modell im Portfolio. Der neue CLA ist das erste Fahrzeug mit dem konzernintern entwickelten Betriebssystem MB.OS. Laut Unternehmen reichen die Auftragsbücher "bis weit in die zweite Jahreshälfte 2026", produziert werde im Dreischichtbetrieb.

Die S-Klasse wurde technisch umfassend überarbeitet. Neben MB.OS kommt unter anderem eine neue V8-Generation zum Einsatz. Damit soll insbesondere das margenstarke Luxussegment stabilisiert werden.

China bleibt Schlüsselmarkt

Fast ein Drittel aller Pkw setzte Mercedes 2025 in China ab. Gleichzeitig war der Rückgang dort mit minus 19 Prozent besonders deutlich. Der intensive Wettbewerb im Premiumsegment und zunehmende lokale Konkurrenz belasten das Geschäft.

Das Unternehmen reagiert mit stärkerer Lokalisierung nach dem Prinzip "In China für China", engeren Partnerschaften mit Technologieunternehmen sowie einer Anpassung der Kostenstruktur. Bis 2027 sollen in China Materialkosten um zehn Prozent, variable Produktionskosten um 20 Prozent und Fixkosten ebenfalls um 20 Prozent gegenüber 2024 sinken.

Vans mit höherer Elektroquote

Auch die Transportersparte verzeichnete rückläufige Volumina, konnte jedoch den Anteil elektrischer Modelle steigern.

Trotz steigender Elektroquote sank die Profitabilität deutlich.

Finanzdienstleistungen stabilisieren Ergebnis

Die Sparte Mercedes-Benz Financial Services steigerte das bereinigte EBIT um 11,7 Prozent auf 1,27 Milliarden Euro. Gleichzeitig schrumpften Neugeschäft und Vertragsvolumen. Höhere Kreditrisikokosten belasteten das operative Geschäft.

Kapazitäten, Kosten und Modelloffensive

Mittelfristig peilt Mercedes-Benz Cars wieder rund zwei Millionen Fahrzeuge jährlich an. Gleichzeitig wird die weltweite Produktionskapazität bis 2028 auf rund 2.200.000 Einheiten angepasst.

Bis 2027 sollen mehr als 40 neue oder überarbeitete Modelle auf den Markt kommen, darunter elektrische Varianten der C-Klasse sowie weitere Modelle im Kern- und Top-End-Segment.

Ausblick 2026

Für 2026 erwartet der Konzern einen Umsatz auf Vorjahresniveau und ein deutlich höheres EBIT, unter anderem aufgrund wegfallender Restrukturierungsaufwendungen. Der Free Cash Flow dürfte leicht unter dem Niveau von 2025 liegen. In der Pkw-Sparte wird eine bereinigte Umsatzrendite zwischen drei und fünf Prozent erwartet.

Fazit