Mercedes-Fahrer als Verkehrsrambo in New York: Strafzettel im Wert von 95.000 Dollar

Mercedes-Fahrer mit absurd vielen Verkehrsverstößen
Strafzettel im Wert von 95.000 Dollar

ArtikeldatumVeröffentlicht am 18.02.2026
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New York City Mercedes GLS
Foto: Marco Bottigelli via Getty Images / Hans-Dieter Seufert / Collage: ams

Datenschutz ist in Deutschland ein hohes Gut, das von weiten Teilen der Bevölkerung als besonders schützenswert angesehen wird. In den USA geht man mit diesem Thema bekanntlich deutlich freizügiger um. Deshalb ist es in den Vereinigten Staaten möglich, dass die Verkehrsverstöße eines über sein Kennzeichen eindeutig zu identifizierenden Autos veröffentlicht werden – für jeden Menschen frei zugänglich im Internet.

511 Verkehrsverstöße in zwei Jahren

So kommt nun ein besonders heftiger Fall von Verkehrsrowdytum in New York City ans Tageslicht. Über die Website "How's My Driving NY" wird der Fahrer oder die Fahrerin des Autos mit einem Kennzeichen angeprangert, das einem Mercedes GLS zugeordnet werden kann. Und die dort genannten Zahlen lassen große Zweifel daran aufkommen, ob sich die Person(en) am Steuer des Mercedes der Verantwortung beim Führen eines Fahrzeugs im öffentlichen Straßenverkehr bewusst ist oder sind.

In nicht einmal zwei Jahren sammelte der Mercedes allein in New York City 511 Verkehrsverstöße ein – 510 davon im Stadtteil Manhattan. Demnach war das Auto 238 mal unberechtigt auf der Busspur unterwegs. In 198 Fällen ging es um Parkverstöße und 75-mal wurde der Mercedes mit überhöhtem Tempo erwischt, wobei 52 dieser Geschwindigkeitsübertretungen im Bereich von Schulen erfasst wurden.

Insgesamt sammelte das Auto Strafzettel im Wert von 96.028,62 Dollar ein. Da davon 275 Dollar erlassen und inzwischen immerhin 241,42 Dollar bezahlt wurden, beträgt die aktuelle Schuld des Halters noch 95.512,20 Dollar (derzeit umgerechnet gut 80.000 Euro). Um das einzuordnen: Das ist mehr, als ein Mercedes GLS in der Basisausstattung in den USA als Neuwagen kostet (90.250 Dollar). Und nicht unterschlagen wollen wir an dieser Stelle, dass laut "How's My Driving NY" gegen 88.767,20 Dollar dieser Schuld vor Gericht vorgegangen wird.

"Super Speeder" als New-York-Phänomen

Dieser extreme Fall wirft das Schlaglicht auf die insbesondere in New York stark verbreiteten "Super Speeder" (Super-Raser). Dabei handelt es sich um Autofahrer und Autofahrerinnen aus der Oberschicht der Bevölkerung, die im Laufe der Zeit Strafzettel im Wert von mehreren Tausend Dollar ansammeln, ihre Schuld gegenüber der Stadt jedoch nicht begleichen. Als "Super Speeder" gilt jemand, der pro Jahr wegen mindestens 16 Verkehrsverstößen überführt wird.

Den gemeinnützigen Initiativen "Transportation Alternatives" und "Families for Safe Streets" zufolge schulden sie der Stadt New York insgesamt mehr als zehn Millionen Dollar (knapp 8,5 Millionen Euro) – macht im Schnitt 1.266 Dollar pro definiertem "Super Speeder". Diese Klientel hat aber auch bereits viel Geld bezahlt; im Schnitt waren es im vergangenen Jahr 4.890 Dollar. Spitzenreiter war ein BMW-X5-Fahrer, der allein 70.536 Dollar an Bußgeldern beglichen hat.

Großflächige Kameraüberwachung in New York

Dass überhaupt so viele Verkehrssünder und -sünderinnen erwischt werden, hängt eng mit den immer stärker verbreiteten Kameras zusammen, die in New York Tempoverstöße erfassen. Mit ihnen wird insbesondere in Wohngebieten oder stark frequentierten Bereichen der Verkehr überwacht. Dem New Yorker Verkehrsministerium zufolge funktioniert das Vorgehen im Sinne der Sicherheit gut: In Gebieten mit vielen Kameras sank die Zahl der Tempoverstöße demnach um 75 Prozent. Zudem gab es 14 Prozent weniger im Verkehr verletzte und getötete Personen.

Fazit