Mobiles Bezahlen an Tankstellen Hans-Dieter Seufert
Mobiles Bezahlen an Tankstellen, Shell
Mobiles Bezahlen an Tankstellen, Logpay (VW)
Mobiles Bezahlen an Tankstellen, Bertha
Mobiles Bezahlen an Tankstellen, Payback (Aral) 7 Bilder

Mobiles Bezahlen an Tankstellen

Mobiles Bezahlen an Tankstellen Wie funktioniert der Tankwart in der Tasche?

Tanken und dann einfach weiterfahren, das funktioniert? Ja, das mobile Bezahlen per Smartphone-App macht es möglich. Wir haben es für Sie ausprobiert.

Wer kennt das nicht: Feierabend, Heimweg. Ein kurzer Blick auf die Anzeige bestätigt, dass es an der Zeit wäre, zu tanken. Kein Grund zur Hektik. Schließlich ist die Angelegenheit im Normalfall schnell erledigt. Und auch der Sprit ist dankenswerterweise mal wieder nicht ganz so teuer.

Doch im Shop der Tankstelle trübt sich oft die Stimmung, wenn man sich in eine lange Schlange einreihen muss, um zu bezahlen. Gerade während der Pandemie, in der das Abstandhalten absolute Priorität hat, würde man als Autofahrer doch gerne auf das Anstehen verzichten.

Zum Glück gibt es mittlerweile von unterschiedlichsten Anbietern eine Lösung für dieses Problem: mobiles und damit kontaktfreies Bezahlen. Wer jetzt das Handy im Kopf hat, liegt richtig. Allerdings nicht insofern, als dass man es an der Kasse ans Lesegerät halten müsste.

App übernimmt Zahlung

Mobiles Bezahlen funktioniert nämlich ganz ohne den Gang in die Tankstelle. In dem Fall übernimmt eine App auf dem Smartphone den Bezahlvorgang; man wickelt das Tanken selbst mit ein paar Klicks direkt an der Zapfsäule ab und hat den Tankwart somit quasi in der Tasche.

Dass diese Idee bereits auf viel Zuspruch trifft, haben sich nicht nur Mineralölkonzerne wie Aral und Shell zunutze gemacht. Auch Autohersteller wie Mercedes und VW bieten seit einer Weile Bezahlmethoden per App oder gar vom Bordcomputer aus an. Außerdem finden sich viele weitere Anwendungen für das Smartphone, die dem Auto- oder auch Motorradfahrer den Gang in die Tankstelle ersparen. Eine kleine Auswahl der gängigsten Anwendungen stellen wir Ihnen in der Bildergalerie oben vor.

Mobiles Bezahlen an Tankstellen
Hans-Dieter Seufert
Das Smartphone übernimmt den Zahlvorgang. Der User muss nur den Tankrüssel wie gehabt bedienen.

Wie genau bezahlt wird, unterscheidet sich von App zu App. So benötigt der User bei Charge & Fuel von VW-Tochter Logpay zwingend die dazugehörige Tankkarte. Bei Shell müssen Nutzer sich zuvor kostenlos bei Shell ClubSmart registrieren. Dagegen wird bei Apps wie Bertha und Ryd zwar ein Kundenkonto benötigt, aber unter anderem PayPal und Kreditkarte als Bezahlmittel akzeptiert.

Wer zusätzlich noch Geld sparen möchte, schaut sich nach einer Tank-App um, die ein Bonus-Programm anbietet. So sammelt man bei Ryd mit jedem Tanken Punkte, die sich später in einen Tankgutschein umtauschen lassen.

Auch wichtig: Nicht jede Tank-App wird überall akzeptiert, und nicht jede Tankstelle bietet diesen Service an. Hier heißt es wie immer im App-Dschungel: Erst mal einen Überblick verschaffen, dann die passende App auswählen. Bei den meisten lassen sich die wichtigsten Informationen in der Beschreibung im App Store oder dem Google Play Store schnell herausfinden.

Während die Mineralölkonzerne das mobile Bezahlen lediglich an den eigenen Stationen anbieten, sieht es bei freien App-Betreibern anders aus: Die meisten gehen mit verschiedenen Marken Kooperationen ein, um mehr Fläche abzudecken.

Pace stellt Plattform bereit

Noch ein bisschen anders macht es Pace Telematics. Das Software-Unternehmen bietet mit Pace Drive nicht nur eine eigene Tank-App zum mobilen Bezahlen, sondern stellt seine Plattform Connected Fueling auch anderen Firmen zur Verfügung. Damit können Tankstellenbetreiber, App-Anbieter, Autohersteller oder andere Endkunden die Plattform in ihren Anwendungen verbauen.

Über Connected Fueling ist es dann möglich, Tank- und Flottenkarten zu digitalisieren. So ist die Tankkarte immer auf dem Smartphone dabei. Andererseits lässt sich die Plattform genauso in den Bordcomputer des Autos integrieren oder in einer schon bestehenden App verbauen. Über den Service können User bereits an mehr als 3.000 Tankstellen in ganz Europa mobil bezahlen – Tendenz steigend. Zählt man Partner-Apps, Telematiklösungen und die Fahrzeugintegration zusammen, kommt Pace inzwischen auf mehrere Millionen User.

Mobiles Bezahlen an Tankstellen
Hans-Dieter Seufert
Das mobile Bezahlen per App läuft über die mobilen Daten und die Standort-Info im Smartphone.

Was die Bezahlmittel angeht, ist die Bandbreite bei Connected Fueling im Vergleich zu anderen Anbietern groß. Neben PayPal und Debit- oder Kreditkartenzahlung sind auch Apple Pay und Giropay/Paydirekt wählbar. Außerdem lassen sich dort Tankkarten wie die von Hoyer oder Zieglmaier hinterlegen, um den Tankvorgang zu bezahlen.

Dieser Service von Pace ist seit Ende 2021 auch in der Spritpreisvergleich-App Mehr-tanken nutzbar. "Wir sind begeistert davon, dass Connected Fueling jetzt in der Mehr-tanken-App verfügbar ist", meint Philip Blatter, einer der Gründer und Geschäftsführer von Pace Telematics. "Dank kontinuierlich neuer Kooperationen mit Mineralölgesellschaften können wir Mehr-tanken-Nutzern ein ständig wachsendes Tankstellennetz zur Verfügung stellen."

Mehr-tanken zeigt dem User in der Spritvergleichsliste nun nicht nur die günstigste Tankstelle in der Nähe, sondern auch, wo man an der Zapfsäule mobil bezahlen kann. Als Hinweis dafür erscheint das Icon von Connected Fueling in der Liste.

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Tanken und weg

Das hört sich gut an, und so haben wir uns die Spritpreis-App mit der neuen Funktion mal genauer angeschaut. Dafür sind wir an mehrere Tankstellen im Umkreis gefahren, um zu sehen, wie zuverlässig sich das mobile Bezahlen nutzen lässt.

Im Vorfeld führten wir bereits Schritt eins und auch gleich den zweiten der unten aufgeführten Schritte durch und richteten in der App im Reiter "Zahle per App" ein kostenloses Konto ein. Man kann sich aber auch per Facebook, Google- oder Apple-Konto anmelden.

Alle weiteren Schritte führten wir erst an der Tankstelle durch. Der Grund: Das Smartphone, das man für das mobile Bezahlen nutzt, muss sich vor Ort befinden, damit es sich mit der Tankstelle verbinden kann. Das funktioniert über die mobilen Daten und das GPS im Handy.

Wir sind insgesamt an drei verschiedenen Tankstellen gewesen und haben dort jeweils mehrmals getankt. Bei sämtlichen Versuchen hat sich die App zuverlässig mit dem System verbunden und den Tankvorgang wie beschrieben abgewickelt.

Wer sich sorgt, dass etwa wegen einer schlechten Internetverbindung irgendetwas schiefgehen könnte, den können wir beruhigen: Der Vorgang lässt sich einerseits vom User abbrechen. Und wenn sonst etwas schiefgeht, ist der Vorgang im Shop hinterlegt und man bezahlt einfach dort.

So funktioniert es

Schritt 1: Anmelden

Mobiles Bezahlen an Tankstellen
Hans-Dieter Seufert
Bei der Anmeldung können die Zahlungsmittel hinterlegt werden.

Wenn die Mehr-tanken-App auf dem Smartphone installiert ist, findet man im Menü unter dem Punkt "Zahlen per App" die Anmeldemaske (siehe Bild). Hier kann man sich entweder mit einer Mailadresse und einem Passwort registrieren oder sich per Facebook, Apple- oder Google-Konto anmelden. Diese Anmeldung ist zwingend nötig, da man nur so auch ein oder mehrere Bezahlmittel hinterlegen kann. Außerdem ist nur so gewährleistet, dass man im Anschluss eine Übersicht über vergangene Tankvorgänge und die Quittungen erhält.

Schritt 2: Bezahlmittel hinterlegen

In der Anwendung lassen sich mehrere Bezahlmittel hinterlegen: Neben Paypal und Kredit- oder Debitkarte akzeptiert das System auch Apple Pay sowie Giropay, Paydirekt und verschiedene Tankkarten. Wer mehrere Bezahlmittel abspeichert, kann bei jedem Tankvorgang das gewünschte Zahlungsmittel auswählen. Es gibt aber auch die Option, eines davon als bevorzugt zu markieren.

Schritt 3: Vorgang Starten

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Die App muss sich mit der Tankstelle verbinden können.

An der Tankstelle angekommen öffnet man die App, damit sich das Smartphone mit dem System verbinden kann. Nachdem die Tankstelle ausgesucht ist, wählt man die Zapfsäule und tankt anschließend wie immer. Wenn der Tank voll ist, steckt man den Tankrüssel wieder zurück in die Säule.

Schritt 4: Zahlung freigeben

Nachdem der Tankrüssel steckt, landet man in der App direkt bei der Bezahlung. Hier können – wenn gewünscht – nochmal das Bezahlmittel geändert und die Daten zur Tankfüllung (also Literzahl und Endbetrag) überprüft werden. Passt alles, klickt man auf "Jetzt sicher bezahlen" und kann im Anschluss auch noch den Vorgang bewerten.

Schritt 5: Quittung per Mail

Mobiles Bezahlen an Tankstellen
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Die Quittung erhält der User nach der Bezahlbestätigung per Mail.

Kurz nachdem die Zahlung vom User bestätigt wurde, erhält man eine Quittung im PDF-Format an die in der Anwendung hinterlegte Mailadresse, die man bei Bedarf auch ausdrucken kann.

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Fazit

Dank der mobilen Bezahlmethode können sich Autofahrer nicht nur das Schlangestehen im Tankstellen-Shop ersparen, sondern auch in Pandemiezeiten unnötige Kontakte vermeiden. Allerdings gilt wie immer: Nicht jede App ist für jeden User geeignet. Wer eine möglichst große Auswahl an Tankstellen haben möchte, greift am besten zu Anbietern wie Pace und mehr-tanken.

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