Ford bereitet in Europa eine umfangreiche Modell- und Technologieoffensive vor, die unter dem Motto "Ready-Set-Ford" steht und innerhalb der nächsten drei Jahre realisiert werden soll. Nach heutigem Stand umfasst die Initiative insgesamt sieben Baureihen: ein neues Crossover-Modell aus Valencia, zwei kleine Elektrofahrzeuge auf Renault-Technik sowie die bereits gestarteten Elektro-SUV aus Köln.
1. Crossover mit Hybridantrieb
Für das Jahr 2028 ist in Valencia der Produktionsstart eines neuen Crossovers vorgesehen, der das entstehende Angebot im C-Segment schließen soll. Technische Basis ist die C2-Plattform; vorgesehen sind Hybrid- und Plug-in-Hybrid-Antriebe. Ford ordnet das Modell damit als funktionalen Nachfolger der bisherigen Focus-Familie ein. Beim Design soll sich das Fahrzeug an der Bronco-Linie anlehnen, ohne deren Offroad-Hardware zu übernehmen. Damit bleibt Valencia ein wichtiger Pfeiler der europäischen Pkw-Produktion.
2. Elektro-Kleinwagen als Fiesta-Nachfolger
Ebenfalls für 2028 plant Ford einen rein elektrischen Fiesta-Nachfolger. Dafür greift der Hersteller erstmals auf die Technologie des neuen Partners Renault zurück. Vorgesehen sind zwei Fahrzeuge auf Basis der Ampere-Architektur (AmpR-Small), die im Renault-Werk Douai in Nordfrankreich montiert werden. Das erste Modell wird als kompaktes Elektroauto im B-Segment positioniert und dürfte die klassische Fiesta-Rolle im Programm übernehmen. Ford steuert hierfür eine eigenständige Außenform sowie ein eigenes Interieur-Konzept bei, während Renault Plattform, Akku und Antriebseinheiten zuliefert.
3. E-Crossover könnte Puma Gen-E beerben
Neben dem Fiesta-EV ist ein zweites kompaktes Elektrofahrzeug geplant. Es nutzt ebenfalls die Ampere-Plattform, soll jedoch als elektrischer Crossover ausgelegt sein. Als Ausgangspunkt dient die Architektur des Renault 4. Damit richtet Ford den Blick auf das stark wachsende Klein-SUV-Segment, das derzeit durch den Puma Gen-E abgedeckt wird. Ob das neue Crossover-Modell den Puma Gen-E ergänzen oder langfristig ersetzen soll, lässt Ford bislang unkommentiert. Fest steht: Mit den beiden Renault-Derivaten wird der untere Bereich des europäischen Elektroangebots künftig abgedeckt.
In den höheren Klassen der Elektrostrategie bleiben Explorer und Capri die zentralen Modelle. Beide verwenden den MEB-Baukasten von Volkswagen und laufen in Köln vom Band. Ford etabliert den Standort als Hauptfertigung für die beiden Elektro-SUV, die seit 2024 schrittweise auf den Markt gebracht wurden. Hinzu kommt der Puma Gen-E, der als kompaktes Elektro-SUV im Programm bleibt und technisch weiterentwickelt werden soll. Für die Baureihe nennt Ford perspektivisch eine Reichweite von bis zu 400 Kilometern und ergänzt das Angebot um die Fahrerassistenzfunktion BlueCruise.
4. und 5. Zwei Multi-Energy-Crossover
Gegen Ende des Jahrzehnts, voraussichtlich Ende 2029, plant Ford die Markteinführung von zwei zusätzlichen Crossover-Modellen "mit Rally-Genen". Diese Modelle verfolgen bei den Antrieben einen "Multi-Energy"-Ansatz, kommen also nicht (nur) rein elektrisch, sondern auch in Verbrenner- und Hybrid-Konfigurationen auf den Markt. Näheres verrät Ford zum jetzigen Zeitpunkt allerdings noch nicht.
6. Ford Ranger Super Duty
Ford bringt jedoch nicht nur neue Elektroautos. Das erste Modell der neuen Modelloffensive kommt von der Nutzfahrzeugsparte Ford Pro. Es handelt sich um den Ranger in der Super-Duty-Ausführung, also mit verstärktem Fahrwerk, zusätzlichem Unterbodenschutz und hoher Bodenfreiheit direkt ab Werk. Mit fast zwei Tonnen Nutzlast und bis zu 4,5 Tonnen Anhängelast scheut er sich nicht vor anspruchsvollen Arbeitseinsätzen in allen erdenklichen Sparten. Zudem soll der ab sofort in Europa verfügbare Ranger Super Duty Interesse bei der Rüstungsindustrie wecken.
7. E-Transporter Ford Transit City
Obendrein bringt Ford Pro eine völlig neue Baureihe nach Europa: Den Transit City (siehe Fotoshow über dem Artikel), der ursprünglich von einem chinesischen Partner stammt und über einen reinen Elektroantrieb verfügt. Um die Komplexität gering und die Kosten niedrig zu halten, wird er in nur einer Standardkonfiguration angeboten. Er ist allerdings in drei Varianten erhältlich, einschließlich einer Fahrgestell-Version für individuelle Aufbauten. Der neue Transit City rollt noch in diesem Jahr zu den Ford-Pro-Händlern.
Mit der strategischen Neuausrichtung ordnet Ford Technik und Produktion konsequent nach Plattformen und Werken. Die Renault-basierten Elektroautos setzen auf AmpR-Small und AmpR-Medium, nutzen Akkus zwischen 40 und 52 kWh und sollen ab 2028 auf LFP-Zellchemie umgestellt werden. Die C2-Basis für das neue Valencia-Crossover stammt aus Fords eigener Entwicklung und bildet das Fundament für Hybrid- sowie Plug-in-Hybrid-Ausführungen. Explorer und Capri verbleiben beim MEB-Ansatz – damit stützt sich Ford in Europa auf drei technologische Standbeine mit separater Fertigung in Douai, Valencia und Köln.












