Der Pkw-Führerschein der Klasse B kostet in Deutschland derzeit im Durchschnitt rund 3.700 Euro. In vielen Städten liegt der Betrag noch höher. Hauptkostentreiber sind die praktische Ausbildung und die bisher zwölf verpflichtenden Sonderfahrten.
Die geplante Reform der Fahrausbildung soll hier ansetzen. Weniger Sonderfahrten, bei der Laienausbildung mindestens 14 verpflichtende Fahrschulstunden sowie eine verkürzte praktische Prüfung. Wir haben auf Basis realistischer Durchschnittspreise berechnet, was das finanziell bedeuten würde.
Rund zwei Drittel der Gesamtkosten entfallen damit auf die praktische Ausbildung.
Typische Preisannahmen
Regelfahrstunde: 75 Euro
Sonderfahrt: 90 Euro
Durchschnittliche Gesamtzahl Fahrstunden: 30
davon zwölf Sonderfahrten
Nebenkosten (Sehtest, Erste Hilfe, Fotos, Antrag): ca. 250 Euro
Grundgebühr Fahrschule: ca. 600 Euro
Theorie- und Praxisprüfung inkl. Vorstellungsgebühren: ca. 450 Euro
Kosten-Szenarien nach der Führerschein-Reform
Vorgesehen sind nur noch je eine Sonderfahrt Autobahn, Nacht und Überland – statt bisher insgesamt zwölf dieser Fahrten. Des Weiteren ist es möglich Fahrstunden in der Laienausbildung zu absolvieren, hier dürfen nach bestandener Theorieprüfung und mindestens sechs praktischen Fahrstunden Fahrschüler 1.000 Kilometer in Begleitung von maximal zwei nahestehenden Personen absolvieren können. Während der begleiteten Phase ist ein Fahrtenprotokoll zu führen. Nach Abschluss folgen mindestens sechs weitere Fahrstunden, eine Beobachtungsfahrt sowie eine Prüfungsvorbereitungsfahrt. Macht 14 praktische Pflichtstunden. Da noch nicht klar ist, ob die drei Sonderfahrten dazu zählen, haben wir zwei Szenarien errechnet.
In Reform-Variante A würden die Gesamtkosten rechnerisch um rund 1.335 Euro sinken – fast 36 Prozent weniger. In Variante B läge die Ersparnis noch bei rund 1.110 Euro oder fast 30 Prozent niedriger. Die Entlastung entsteht fast ausschließlich durch die Reduzierung der Fahrstunden und Sonderfahrten.
Was noch offen ist
Die praktische Prüfung soll von 55 auf 40 Minuten verkürzt werden. Dadurch könnten Prüforganisationen mehr Prüfungen pro Tag durchführen. Ob sich das in niedrigeren Prüfungsgebühren niederschlägt, ist noch nicht entschieden.
Auch bei den Fahrschulen sind gegenläufige Effekte möglich. Online-Theorie und flexiblere Raumvorgaben könnten Kosten senken. Gleichzeitig entstehen möglicherweise Investitionen in Simulatoren und digitale Infrastruktur. Ob Fahrschulen Einsparungen vollständig weitergeben, hängt von der Marktentwicklung und der finalen gesetzlichen Ausgestaltung ab.












