Um Brückenbauprojekte künftig schneller, wirtschaftlicher und auch mit weniger Umgebungseingriffen realisieren zu können, setzt die Autobahn GmbH auf den Einsatz von Kunststoff‑Bewehrter‑Erde (KBE).
Beim Autobahnbrückenbau kommt die KBE-Technologie für die Herstellung der Widerlager zum Einsatz. Bei der KBE-Bauweise wird der Boden durch zugfeste Kunststoffbewehrungen – sogenannten Geokunststoffen – so "armiert", dass daraus ein standsicherer, steiler Erd‑/Stützkörper entsteht. Die horizontal eingebrachten Geogitter aus Kunststoff verzahnen sich dabei mit dem Erdreich. Dieser Verbund, der lagenweise verbaut wird, nutzt den Boden für Druckbelastungen und die Bewehrung für Zugbelastungen. Durch diese schichtweise Konstruktion entsteht ein äußerst tragfähiger, standsicherer und zugleich flexibler Erdkörper, der die Lasten des Brücken-Überbaus zuverlässig aufnehmen kann.
Schneller, günstiger, nachhaltiger
Insgesamt bietet der Einsatz von Kunststoff‑Bewehrter‑Erde eine Reihe von Vorteilen. Durch den geringeren Einsatz von Beton und Stahl sowie die kompakte Bauweise wird der CO₂‑Fußabdruck deutlich reduziert. Dies unterstützt die Nachhaltigkeitsziele der Autobahn GmbH und trägt zu einer umweltfreundlicheren Infrastrukturentwicklung bei. Zudem können KBE‑Widerlager im Vergleich zu klassischen Massivbauwerken deutlich schneller hergestellt werden. Die Bauabläufe sind einfacher, benötigen weniger Aufwand bei Schalung und Beton und ermöglichen eine zügige Realisierung der Gesamtmaßnahme. Auch gilt diese Bauweise als materialeffizient, sie reduziert sowohl Herstellungs- als auch Transportaufwand. Zudem können die Bestandsfundamentplatten als Gründung integriert werden. Dadurch kann die Baugrube verkleinert werden, wodurch der Eingriff in den Boden und die umliegende Umgebung reduziert wird.
Die aktuellen Baumaßnahmen an den fünf Brücken an der Autobahn A3 nahe der niederländischen Grenze im Bereich Emmerich dienen derzeit als Pilotprojekte, bei denen die neuen technischen Ansätze getestet und weiterentwickelt werden sollen. Langfristig soll der Einsatz von Kunststoff‑Bewehrter‑Erde für die Herstellung von Brücken-Widerlagern deutschlandweiter Standard werden.
Neu ist die KBE-Technik nicht. Sie wird unter anderem bei Stützwänden, Dämmen mit steilen Flanken, Lärmschutzwällen oder auch Hang- und Böschungssicherungen verwendet.





