Nach Angaben des japanischen Fernsehsenders "Fuji TV" sollen bei der Aktion deutlich sichtbare Reifenspuren auf dem Asphalt entstanden sein. Grundlage der Ermittlungen sind auch Aufnahmen von Überwachungskameras. Der Vorfall soll sich bereits am Montagnachmittag (15.6.2026) ereignet haben. Nach Angaben der Polizei hat der Bauunternehmer das Auto in Tokio gemietet. Den Bildern nach zu urteilen handelt es sich vermutlich um einen Nissan Skyline 25GT Turbo der R34-Baureihe, ein bei Vermietern in Japan durchaus beliebter Sportwagen.
Was kann der Nissan Skyline?
Der Nissan Skyline 25GT Turbo wurde von 1998 bis 2002 gebaut. Angetrieben wird das Modell von einem 2,5 Liter großen Reihensechszylinder-Turbomotor. Die Leistung liegt offiziell bei 280 PS, das maximale Drehmoment bei 343 Newtonmetern. Die Kraft wird ausschließlich an die Hinterräder übertragen. Gerade diese Kombination aus Reihensechszylinder, Turbolader und Hinterradantrieb machte den Skyline zu einem beliebten Fahrzeug in der japanischen Tuning- und Drift-Szene. Viele Fahrzeuge wurden mit einem Fünfgang-Schaltgetriebe ausgeliefert, alternativ gab es eine Automatikversion.
Bekannt wurde die R34-Baureihe vor allem durch den deutlich stärkeren GT-R. Der 25GT Turbo teilt sich jedoch viele optische Merkmale mit seinem berühmten Bruder und wird deshalb häufig mit dem GT-R verwechselt. In Japan zählt er bis heute zu den beliebtesten Mietfahrzeugen für Touristen, die klassische japanische Sportwagen erleben möchten.
Festgenommen wurde der Niederländer wenige Tage nach dem Vorfall, nachdem das Ōya History Museum, zu dem der Parkplatz gehört, Strafanzeige gestellt. Der Verdächtige verweigerte nach Angaben der Polizei eine Aussage. Er habe laut Tochigi Television lediglich gesagt: "Ich antworte nicht".
Der Leiter des Museums rechnet mit hohen Kosten, falls der Asphalt instandgesetzt werden muss. Gegenüber Fuji TV sagte er: "Die Reifenspuren sind deutlich stärker als üblich. Wenn wir das reparieren müssen, könnte das ziemlich teuer werden."
Was ist das Ōya History Museum?Das Ōya History Museum zählt zu den bekannten Sehenswürdigkeiten in der Präfektur Tochigi. Es befindet sich in einem ehemaligen unterirdischen Steinbruch, aus dem über Jahrzehnte Ōya-Stein gewonnen wurde, der in Japan für Bauprojekte verwendet wurde. Das Gebiet nördlich von Tokio zieht jedes Jahr zahlreiche Besucher an.
Das kommt auf den Fahrer zu
Für "Driften" gibt es in Japan in der Regel keinen einheitlichen, festen Bußgeldsatz, sondern es wird je nach Verhalten als Verkehrsverstoß oder als Straftat eingeordnet; konkret bezifferbar ist vor allem der Fall, in dem durch die Driftmanöver ein Schaden entsteht: Dann kann Sachbeschädigung vorliegen, mit einem Strafrahmen von bis zu 300.000 Yen Geldstrafe (umgerechnet rund 1.800 Euro) oder bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe.
Kommt Driften auf öffentlichen Straßen als besonders gefährliche Fahrweise oder im Kontext eines (illegalen) Rennens in Betracht, sind ebenfalls Geldstrafen möglich. Die Höhe ist dann aber nicht als fixer Betrag festgeschrieben, sondern hängt vom konkreten Tatvorwurf und der Bewertung durch Behörden und Gerichte ab; zusätzlich können Führerscheinmaßnahmen (z. B. Entzug/Sperre) hinzukommen. Unabhängig davon können Eigentümer zivilrechtlich Schadensersatz verlangen, etwa für Reinigung, neue Versiegelung oder Teilerneuerung der Asphaltfläche.





