Porsche stößt Bugatti und Rimac ab - an einen überraschenden Käufer

Autohersteller verkauft Anteile an Investoren
Porsche stößt Bugatti und Rimac ab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 24.04.2026
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Rimac Bugatti Fusion Porsche Konzern Übernahme Anteile
Foto: Hersteller / Patrick Lang

Es hatte sich schon eine ganze Weile angedeutet, nun ist es offiziell: Porsche trennt sich von seinen Beteiligungen an Bugatti Rimac und der Rimac Group. Wie der schwäbische Sportwagenhersteller am Freitag (24. April 2026) mitteilte, verkauft Porsche seine Anteile an ein internationales Konsortium unter Führung der New Yorker Investmentfirma HOF Capital. Die Transaktionsvereinbarungen sind unterzeichnet, der Abschluss steht allerdings noch unter dem Vorbehalt üblicher Bedingungen – darunter regulatorische Freigaben.

Verkauf an Konsortium mit mehreren Investoren

Porsche hatte das Joint Venture Bugatti Rimac 2021 gemeinsam mit der Rimac Group als neue Heimat für die Marke Bugatti gegründet. Die bisherigen Beteiligungsverhältnisse: Porsche hielt 45 Prozent an Bugatti Rimac, die Rimac Group 55 Prozent. Zusätzlich war Porsche mit 20,6 Prozent an der Rimac Group beteiligt. Im Rahmen der nun angekündigten Vereinbarung verkauft Porsche beide Beteiligungen vollständig an das von HOF Capital geführte Konsortium. Größter Investor darin ist ein Unternehmen namens BlueFive Capital. Außerdem sind institutionelle Investoren aus den USA und der EU beteiligt.

Nach Vollzug der Transaktion will die Rimac Group die Kontrolle über Bugatti Rimac übernehmen und zugleich eine strategische Partnerschaft mit HOF Capital und BlueFive Capital eingehen, um weiteres Wachstum zu finanzieren. HOF Capital soll neben Firmengründer Mate Rimac künftig zum größten Gesellschafter der Rimac Group aufsteigen. Damit wird nun das Realität, was der Kroate verschiedenen Medienberichten zufolge bereits seit etwa einem Jahr plant: Eine stärkere Kontrolle über Bugatti, mit einem möglichst geringen – oder ganz ohne – Einfluss von Porsche. Der Abschluss wird – abhängig von den Genehmigungen – im Laufe des Jahres 2026 erwartet.

Porsche-Krise beschleunigt Verkauf

Die Gerüchte über einen möglichen Verkauf seiner Bugatti- und Rimac-Anteile nahmen schließlich im Herbst 2025 Fahrt auf, als die Krise beim schwäbischen Edelhersteller immer stärker zutage trat. Nun also der Vollzug, wobei die Parteien bislang keine finanziellen Details nennen, abgesehen von verpflichtenden Angaben in der Finanzberichterstattung.

Porsche-Vorstandschef Michael Leiters begründet den Schritt mit einer stärkeren Fokussierung auf das Kerngeschäft: Mit dem Joint Venture habe man Bugattis Zukunft mit aufgebaut, zugleich Rimac Technology als Tier-1-Automobilzulieferer mitentwickelt. Mate Rimac dankte Porsche für die Rolle als "entscheidender Partner" und kündigte an, die langfristige Vision nun mit den neuen Investoren schneller vorantreiben zu wollen.

Fazit