Geplant ist die Fertigung von Fahrzeugen der Eagle-Familie sowie verschiedener Varianten des Radpanzers Piranha. Die Entscheidung hängt eng mit den zuletzt vergebenen Großaufträgen der Bundeswehr zusammen. Allein von den geschützten Eagle-Fahrzeugen wurden mehrere Tausend Exemplare bestellt oder über Rahmenverträge vorgesehen. Hinzu kommen neue Piranha-basierte Fahrzeuge für unterschiedliche Aufgaben innerhalb der Truppe.
Eagle V für die Bundeswehr
Der Eagle gehört zur Klasse der geschützten taktischen Fahrzeuge. Er ist deutlich leichter als ein Radpanzer und übernimmt Aufgaben als Führungs-, Verbindungs-, Aufklärungs-, Transport- oder Unterstützungsfahrzeug. Die Bundeswehr beschafft sowohl die kompaktere 4x4-Version als auch die größere 6x6-Ausführung. Technische Grundlage ist das DURO-Fahrgestell von GDELS. Charakteristisch sind die De-Dion-Achsen, die große Federwege und hohe Geländegängigkeit ermöglichen. Gleichzeitig verfügt der Eagle über eine geschützte Kabine mit integriertem Minenschutz sowie modularen Schutzpaketen gegen unterschiedliche Bedrohungen.
Die größere 6x6-Version schließt die Lücke zwischen leichten Patrouillenfahrzeugen und deutlich schwereren Radpanzern. Sie kann zusätzliche Soldaten, Sanitätsausstattung oder spezielle Missionsmodule aufnehmen.

Der Eagle hier in der Version als Ambulanz-Fahrzeug.
Piranha bildet die Basis für neue Radpanzer
Neben dem Eagle soll in Augsburg künftig auch die Piranha-Familie gefertigt werden. Dabei handelt es sich um deutlich größere und schwerere gepanzerte Radfahrzeuge. Die Piranha-Plattform gehört mit mehr als 12.000 ausgelieferten Fahrzeugen weltweit zu den erfolgreichsten Radpanzerfamilien. Sie wird in den Konfigurationen 6x6, 8x8 und 10x10 angeboten und kann für unterschiedlichste Aufgaben angepasst werden. Bei der Bundeswehr dient der Piranha inzwischen als Grundlage mehrerer neuer Projekte. Dazu zählen unter anderem die künftigen Richtfunkpanzer sowie neue Radspähfahrzeuge. Weitere Varianten für Führungs-, Unterstützungs- oder Spezialaufgaben sind möglich.
Das Fahrzeugkonzept setzt auf eine modulare Bauweise. Je nach Einsatzprofil können unterschiedliche Sensoren, Waffenstationen oder Missionsmodule integriert werden. Die Plattform ist außerdem für hohe Nutzlasten ausgelegt und kann optional schwimmfähig ausgeführt werden.

Ein Piranha 8x8 als gepanzertes Mannschaftstransportfahrzeug.
Aus Autozulieferer-Werk wird eine Militärfahrzeugfabrik
Die zusätzlichen Produktionskapazitäten werden benötigt, um die laufenden und geplanten Aufträge abarbeiten zu können. Deshalb hat GDELS mit der französischen Forvia-Gruppe die Übernahme des bisherigen Faurecia-Werks in Augsburg vereinbart. Dort drohte wegen anhaltender Auftragsflaute die Werksschließung. Bisher wurden dort Abgasanlagen für Pkw und Nutzfahrzeuge gefertigt. Nach Angaben des Unternehmens soll ein Großteil der Belegschaft übernommen werden.
GDELS verweist zudem auf die günstige Lage in Süddeutschland. Augsburg befindet sich in der Nähe weiterer Standorte des Unternehmens in Immenstaad und Oberpfaffenhofen sowie der bestehenden Werke in der Schweiz und Rheinland-Pfalz.





