Service-Netz der China-Marken: Wo gibt es Werkstätten und Ersatzteile?

Service-Netz der China-Marken
Wo gibt es Werkstätten und Ersatzteile?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 29.07.2026
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Händlernetz und Ersatzteillage chinesischer Hersteller in Deutschland
Foto: KI-generiert/ams

Das Angebot von chinesischen Marken wie BYD, Xpeng oder MG Motor wächst in Deutschland stetig. Die Hersteller passen ihre Fahrzeuge für europäische Kunden an und bauen ihre Modellpaletten aus. Dabei gehört viel mehr dazu, als die Autos zu verkaufen. Um den nötigen Service nach dem Verkauf zu leisten, ist ein funktionierendes After-Sales-Netzwerk wichtig.

Europäische Hersteller konnten ihre Service- und Logistiknetze über Jahrzehnte aufbauen. Wie läuft das bei Marken, die sich in Europa erst neu orientieren und aufstellen müssen? Wir haben nachgefragt und verschiedene Wege gefunden.

Anbindung an etablierte Netzwerke

Einige Hersteller wählen den Weg der Kooperation, um schnell eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen. Den wohl direktesten Ansatz verfolgt Leapmotor, dessen Vertrieb seit Kurzem über Stellantis läuft. Die Marke ist nach eigenen Angaben "komplett in das Stellantis Distributionssystem eingebunden". Das bedeutet konkret: ein deutsches Zentrallager in Bochum sowie 19 regionale "Distrigo Partner".

Das Unternehmen gibt an, innerhalb von 48 Stunden eine Teileverfügbarkeit von 96 Prozent sicherstellen zu können. Bis Ende des Jahres soll die Lieferzeit auf 24 Stunden reduziert werden. Kunden können sich an über 130 Vertriebs- und Servicestandorte in Deutschland wenden.

Einen ähnlichen Weg geht Lynk & Co. Die Marke nutzt das Netzwerk von Volvo Cars, wobei die Zusammenarbeit die gesamten After-Sales-Prozesse, den Ersatzteilvertrieb und die Logistik umfasst. Kunden haben dadurch in Deutschland Zugang zu derzeit 84 autorisierten Service-Standorten. Dieses Netz soll bis Ende 2026 auf 92 Standorte ausgebaut werden.

Klassischer Aufbau mit eigenen Partnern

Außerdem besteht die Möglichkeit, ein eigenes, unabhängiges Service- und Logistiksystem in Deutschland aufzubauen. Dafür schließen die Händler Verträge mit erfahrenen, aber eigenständigen deutschen Autohandelsgruppen.

Das wohl ambitionierteste Beispiel hierfür ist BYD. Der Hersteller arbeitet mit hohem Tempo an einem eigenen Netz. War die Marke Anfang 2025 an 26 Standorten vertreten, waren es im Juni 2026 bereits 200 unterzeichnete Händlerverträge. Aktuell verfügt BYD über rund 220 Markenwerkstätten, bis Ende des Jahres sollen es mehr als 300 werden.

Um die Versorgung dieser Partner sicherzustellen, setzt BYD auf eine eigene, kontrollierte Logistik. Die Basis dafür ist ein eigenes Lager in Deutschland, das direkt aus China beliefert wird und zusätzlich über ein Hauptlager in den Niederlanden als Backup verfügt. Die Teileverfügbarkeit liegt nach Angaben von BYD stabil bei rund 95 Prozent, die durchschnittliche Lieferzeit bei circa einem Tag. Das deutsche Lager soll bis Ende 2026 von 3.000 auf 7.500 Quadratmeter erweitert werden. Zusätzlich plant BYD die Einführung von Remote Diagnostics, um die bestehenden Möglichkeiten von Over-the-Air-Updates (OTA) zu ergänzen.

Auch Xpeng setzt auf das Vertragshändler-System. "Wir sind überzeugt vom Vertragshändler-System – und der Erfolg gibt uns recht", sagt Markus Schrick, Geschäftsführer der XPENG Vertriebsregion Zentraleuropa. Das Netz wuchs von 20 Standorten im Jahr 2024 auf 50 Ende 2025. Für das laufende Jahr ist ein weiterer Ausbau auf 110 Standorte geplant. Eine "effektive europäische Ersatzteillogistik inklusive eines eigenen Lagers für Deutschland" soll den Service sicherstellen. Ergänzt wird dies durch ein "intelligentes Service-Management-System", das Ferndiagnosen und teilweise auch Remote-Lösungen ermöglicht.

Steuerung aus einem europäischen Zentrallager

Eine dritte Strategie verfolgt MG Motor. Die Marke bezieht ihre Ersatzteile über das Zentrallager des Mutterkonzerns SAIC Motor in den Niederlanden. Von dort aus wird die Logistik zentral für Europa gesteuert. Die Teile werden aus der Produktion in Asien nach Europa verschifft. Aktuell ist MG Motor in Deutschland mit rund 190 Service-Standorten vertreten, perspektivisch sollen es 250 bis 300 werden. Die durchschnittliche Wartezeit auf ein Ersatzteil – von der Bestellung bis zur Lieferung beim Händler – beträgt laut MG rund 4,3 Tage. Um dies zu optimieren, soll die Lager-Infrastruktur mit weiteren Regionallagern in Europa ausgebaut werden.

Fazit