0 Dollar Bonus für Stellantis-Mitarbeiter: Schade, dass Ihr nicht bei Ford oder GM arbeitet

0 Dollar Bonus für die Stellantis-Mitarbeiter
Schade, dass Ihr nicht bei Ford oder GM arbeitet

ArtikeldatumVeröffentlicht am 27.02.2026
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Stellantis Bandarbeiterin USA Produktion Werk
Foto: Rob Widdis Photography

Stellantis hat ein verheerendes Geschäftsjahr hinter sich. Der Autokonzern, zu dem auch der deutsche Hersteller Opel und einige europäische Marken wie Peugeot, Citroën, Fiat und Alfa Romeo gehören, machte 2025 insgesamt 26,3 Milliarden Dollar (aktuell umgerechnet etwa 22,3 Milliarden Euro) Verlust. Das liegt vor allem an horrenden Abschreibungen auf Investitionen, mit denen Stellantis die Transformation zur E-Mobilität bewältigen wollte.

Keine Gewinnbeteiligung für Gewerkschaftsmitglieder

Doch die Nachfrage nach Elektroautos schwächelt – speziell auf dem für den Konzern so wichtigen US-Markt, auf dem er vor allem mit Marken wie Chrysler, Dodge, Jeep und dem Pick-up-Spezialisten Ram vertreten ist. Allein in Nordamerika verbuchte Stellantis für 2025 einen Verlust von 2,2 Milliarden Dollar. Das liegt nicht zuletzt an der Umweltpolitik unter dem aktuellen US-Präsidenten Donald Trump, der zuletzt Abgasregelungen gelockert und staatliche Subventionen für Elektroautos gestrichen hatte.

Die Folgen dieser politischen Vorgehensweise und der Konzernstrategie von Stellantis bekommen nun die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter direkt im Geldbeutel zu spüren. Denn das erste Mal seit 2011 erhalten jene Beschäftigten, die in der US-Auto-Gewerkschaft UAW organisiert sind, keinerlei Bonus für das abgelaufene Geschäftsjahr. "Da die Ergebnisse in Nordamerika die in der kollektiven Tarifvereinbarung der UAW von 2023 definierten Mindestschwellen nicht erfüllt haben, wird es für 2025 keine Gewinnbeteiligung an UAW-vertretene Mitarbeiter geben", heißt es in einer offiziellen Stellungnahme des Konzerns.

Umso schwieriger dürfte diese Nachricht für die UAW-Autowerker von Stellantis zu verkraften sein, da ihre Kolleginnen und Kollegen von der einheimischen Konkurrenz durchaus mit Bonuszahlungen rechnen dürfen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Ford bekommen in den Vereinigten Staaten ungefähr 6.800 Dollar (knapp 5.800 Euro), die GM-Belegschaft darf sogar mit rund 10.000 Dollar (fast 8.500 Euro) pro Nase rechnen. Selbst Mercedes schüttet trotz seines jüngsten Bilanz-Desasters 3.139 Euro Erfolgsbonus für jeden Tarifbeschäftigten aus. Ganz zu schweigen von Ferrari: Hier fließen pro Kopf 14.900 Euro – ein neuer Rekordwert.

Viel Geld für Filosa, Unsummen für Tavares

Ob sich die Laune der Stellantis-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter erhellt, wenn sie auf den Verdienst ihres Konzernchefs schauen, darf ebenfalls bezweifelt werden. Antonio Filosa, der erst im Mai 2025 den nach dem Abgang von Carlos Tavares vakanten CEO-Posten übernommen hatte, verdiente offiziellen Stellantis-Angaben zufolge im vergangenen Jahr knapp 6,4 Millionen Dollar (ungefähr 5,4 Millionen Euro). Lediglich 1,4 Millionen Euro davon entfielen auf sein Grundgehalt. Hinzu kommen zahlreiche Zusatz- und Versorgungsleistungen sowie Zahlungen, die noch aus seiner Zeit als Chief Operating Officer (COO) bei Stellantis stammen – darunter auch einige Prämien. Für das Geschäftsjahr 2025 hat aber auch Filosa keine Gewinnbeteiligung erhalten.

Im Vergleich zu seinem Vorgänger begnügt sich Antonio Filosa übrigens mit einem bescheidenen Salär. Tavares hatte offiziellen Stellantis-Angaben zufolge 2024 noch 14 Millionen Dollar (knapp 11,9 Millionen Euro) verdient, obwohl er das Unternehmen noch vor Jahresende verlassen hatte. Im Jahr davor waren es sogar 36 Millionen Dollar (30,5 Millionen Euro), was zu dem Zeitpunkt dem 518-fachen des Durchschnittsgehalts eines Mitarbeiters oder einer Mitarbeiterin entsprach.

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