Nach Jahren hat es also der Taxi-Teller geschafft, was den meisten regionalen Spezialitäten verborgen bleibt: Er ist viral gegangen – und zwar nicht im medizinischen Sinn, sondern im Imbiss-Feed.
Was im Ruhrgebiet lange als ein spätes Abendessen für Schichtarbeiter, Taxifahrer und Feierabendhungrige war, landet plötzlich massenhaft in Social-Media-Feeds. TikTok-Clips zeigen überladene Teller, Instagram-Reels feiern die "XXL-Dröhnung", und selbst Imbissbetreiber berichten von spürbar mehr Nachfrage. Einzelne sprechen von 30 bis 35 Tellern pro Tag.z
Zu wenig Fleisch für Taxi-Fahrer
Und wieso Taxi-Teller? Der Name geht einer häufig erzählten, aber nicht belegten Anekdote zurück. Demnach soll ein Taxifahrer kurz vor Ladenschluss einen Gyros-Teller bestellt haben, da aber nur noch wenig Fleisch übrig war, füllte der Wirt den Teller kurzerhand mit Currywurst inklusive Sauce auf. Fertig der Taxi-Teller. Dabei gibt es eigentlich auch gar kein "Rezept". Der Taxi-Teller ist im Grunde ein einziges großes "Mach doch alles drauf." Typisch sind, Pommes frites, Currywurst mit Currysauce, Gyrosfleisch, Zwiebeln, Tzatziki. Dazu kommen je nach Imbiss weitere Varianten – von doppelten Portionen über zusätzliche Würste oder Schnitzel bis zu kompletten "Premium"-Tellern mit Käse und Jalapeños.
Der Trend erklärt sich aus einer Kombination, die Social Media zuverlässig zum Glühen bringt: große Portionen, viel Sauce und die Frage "Schaffst du das wirklich allein?". Unter #taxiteller und #ruhrpott posten Nutzer gerade Tellerberge mit Kommentaren wie "Challenge accepted" oder "Das ist Kunst".
Taxi-Teller wird international
Sogar Treffen gab es bereits: Zu einem gemeinsamen Taxi-Teller-Test in Porta Westfalica kamen laut regionalen Berichten mehrere hundert Fans – so viele, dass Ordner den Verkehr regeln mussten.
Auffällig ist, dass das Thema inzwischen über Nordrhein-Westfalen hinaus diskutiert wird. Medienberichte aus Baden-Württemberg, Niedersachsen und Hamburg greifen den Trend auf. Selbst in der Schweiz wird das Gericht vereinzelt neu angeboten und über soziale Netzwerke beworben.
Was drinsteckt – und warum das wichtig ist
Die Kalorienzahl bewegt sich zwischen 1.000 und 1.600 pro Teller. Fachleute weisen darauf hin, dass eine Portion bereits die Empfehlung der Deutschen Gesellschaft für Ernährung für eine Fleischwoche abdecken kann. Die Zielgruppe auf Social Media scheint das nicht zu stören. Dort gilt der Taxi-Teller eher als "solide Grundlage" vor einer langen Nacht – oder als "Kater-Killer" danach.





