Urlaub mit dem E-Auto: Hier sind Unterkünfte mit Ladepunkt richtig teuer

Urlaub mit dem E-Auto
Hier sind Unterkünfte mit Ladepunkt richtig teuer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.03.2026
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Urlaub Elektroauto
Foto: Scharfsinn86 via Getty Images

Gleichzeitig bestehen erhebliche Unterschiede bei Verfügbarkeit und Preisaufschlägen zwischen einzelnen Regionen. Die Daten des E-Auto-Abo-Anbieters FINN zeigen zudem, dass Ladeinfrastruktur an Unterkünften weiterhin ungleich verteilt ist. Während einige Regionen bereits einen zweistelligen Anteil erreichen, bleibt das Angebot in vielen klassischen Urlaubszielen gering. Für Reisende wird damit nicht nur die Wahl der Unterkunft, sondern bereits die Wahl der Region relevant.

Deutschland mit deutlichen regionalen Unterschieden

Innerhalb Deutschlands zeigt sich ein klares Gefälle zwischen einzelnen Urlaubsregionen. Besonders Natur- und Aktivregionen weisen höhere Ausstattungsquoten mit Lademöglichkeiten auf. Im Spreewald verfügen 13 Prozent der Unterkünfte über eine Lademöglichkeit, im Allgäu 11,8 Prozent und im Berchtesgadener Land elf Prozent.

Deutlich geringer ist das Angebot in klassischen Küstenregionen. Auf Usedom liegt der Anteil bei zwei Prozent, in der Ostseeregion bei 5,1 Prozent und an der Mecklenburgischen Seenplatte bei 5,5 Prozent. Die Unterschiede verlaufen damit weniger zwischen Bundesländern als zwischen unterschiedlichen Tourismusformen.

Auch preislich wirkt sich die Ausstattung spürbar aus. Im Allgäu steigen die Übernachtungskosten bei Unterkünften mit Ladepunkt im Schnitt um 50,6 Prozent. Auf Usedom beträgt der Aufschlag 49,0 Prozent und in der Ostseeregion 46,0 Prozent. Geringere Unterschiede zeigen sich etwa im Spreewald mit 6,8 Prozent oder am Bodensee mit 21,8 Prozent.

Alpenregionen vorn, Mittelmeerregionen mit geringer Abdeckung

Im europäischen Vergleich verstärkt sich dieses Bild. Regionen im Alpenraum weisen eine deutlich höhere Verfügbarkeit auf. In Südtirol bietet 24,1 Prozent der Unterkünfte eine Lademöglichkeit, in Nordholland 20 Prozent und im Salzburger Land 18,4 Prozent.

Dagegen bleibt das Angebot in vielen klassischen Mittelmeerregionen gering. An der Costa del Sol liegt der Anteil bei 1,8 Prozent, in Dalmatien bei 2,1 Prozent und in Andalusien ebenfalls auf niedrigem Niveau. Die Infrastruktur ist dort häufig auf öffentliche Ladepunkte angewiesen und weniger direkt an Unterkünfte gebunden.

Parallel dazu zeigen sich große Preisunterschiede. In Regionen mit geringer Verfügbarkeit steigen die Preise besonders stark. An der Costa del Sol erhöhen sich die Kosten im Schnitt um 113,4 Prozent, an der Côte d’Azur um 112,8 Prozent und in Dalmatien um 109,0 Prozent.

Preisaufschläge hängen stark von der Verfügbarkeit ab

Die Auswertung zeigt einen klaren Zusammenhang zwischen Angebot und Preis. Je häufiger Ladepunkte vorhanden sind, desto geringer fällt der Preisaufschlag aus. In Regionen mit wenigen Ladeoptionen entsteht dagegen ein knappes Zusatzangebot, das sich direkt in höheren Preisen niederschlägt.

In einzelnen Regionen zeigt sich ein gegenteiliger Effekt. Entlang der rumänischen Transfăgărășan-Straße sinken die Preise für Unterkünfte mit Ladepunkt im Schnitt um 6,6 Prozent, im Berner Oberland um 5,2 Prozent und rund um das Ijsselmeer um 2,7 Prozent. Hier ist die Infrastruktur bereits stärker verbreitet oder weniger stark nachgefragt.

Neben der Ladeinfrastruktur wurde auch die Parkplatzsituation untersucht. Im Durchschnitt verfügen 86,3 Prozent der Unterkünfte über einen Parkplatz, in Deutschland sind es 90,4 Prozent. Besonders hohe Werte erreichen Regionen wie die Transfăgărășan-Route mit 99,3 Prozent oder die Lofoten mit 97,9 Prozent. Deutlich niedriger ist die Verfügbarkeit in spanischen Regionen, etwa im Baskenland mit 56,1 Prozent.

Reiseplanung wird stärker von Infrastruktur bestimmt

Für Reisende mit Elektroauto verändert sich damit die Urlaubsplanung. In Regionen mit hoher Ladeabdeckung spielt die Infrastruktur kaum noch eine Rolle für die Organisation. Die Auswahl erfolgt dort ähnlich wie bei Fahrten mit Verbrennerfahrzeugen.

In Regionen mit geringer Verfügbarkeit wird die Ladeoption dagegen zum entscheidenden Faktor. Die Wahl der Unterkunft beeinflusst dann nicht nur Komfort, sondern auch die Routenplanung und die Gesamtkosten der Reise. Besonders in stark nachgefragten Ferienregionen kann dies zu spürbaren Mehrkosten führen.

• Regionen mit hoher Ladeabdeckung bieten stabilere Preise und einfachere Planung
• Regionen mit geringer Infrastruktur führen zu höheren Kosten und eingeschränkter Auswahl
• Unterschiede bestehen vor allem zwischen Naturregionen und klassischen Badezielen
• Parkplätze sind weit verbreitet, Ladepunkte dagegen weiterhin ungleich verteilt

Fazit