USA beenden Klima-Regeln für Autos: Trump schafft das Start-Stopp-System ab

USA beenden Klima-Regeln für Autos
Trump schafft das Start-Stopp-System ab

ArtikeldatumVeröffentlicht am 13.02.2026
Als Favorit speichern

Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump schafft die Vorschriften ab, mit denen das Start-Stopp-System in Neuwagen als Standard eingeführt wurde. Grund dafür ist die Aufhebung der sogenannten "Endangerment Finding" von 2009. Auf der Grundlage dieser Feststellung stufte die damalige Obama-Regierung Treibhausgase als gesundheitsgefährdend ein und schaffte damit die Basis für CO₂-Vorgaben im Autoverkehr.

Mit der jetzt veröffentlichten Regelung streicht die US-Umweltbehörde EPA nicht nur die Treibhausgasstandards für Fahrzeuge, sondern auch sämtliche sogenannte "Off-Cycle-Credits". Über diese Anrechnungs-Kredite konnten Hersteller technische Maßnahmen wie das automatische Abschalten des Motors an Ampeln mit einem Start-Stopp-System auf ihre CO₂-Bilanz anrechnen lassen.

"Verhasstes Start-Stopp-System"

Trump erklärte bei der Vorstellung der Maßnahme, die frühere Regelung hätte den Amerikanern das Start-Stopp-System aufgenötigt. Wörtlich sagte er: "Zum Beispiel haben sie auf Grundlage dieser Feststellung den amerikanischen Verbrauchern das verhasste Start-Stopp-System aufgezwungen, das völlig unnötig den Motor abstellt, wenn man an einer roten Ampel hält."

EPA-Behördenchef Lee Zeldin argumentiert in dieselbe Richtung. Er hatte bereits im Juli 2025 angekündigt, die Start-Stopp-Technik in Neufahrzeugen zu beerdigen. Die US-Regierung, so Zeldin, werde Hersteller nicht länger dazu drängen oder dafür belohnen, ein System einzubauen, das seiner Darstellung nach von den meisten Fahrern abgelehnt werde. Die Off-Cycle-Credits hätten es ermöglicht, auf dem Papier Emissionsvorgaben zu erfüllen, in der Praxis aber keinen Nutzen gezeigt.

Technisch ist das Start-Stopp-System darauf ausgelegt, im Leerlauf Kraftstoff zu sparen, indem der Motor bei Stillstand abgeschaltet und beim Lösen der Bremse oder Betätigen der Kupplung wieder gestartet wird. In modernen Fahrzeugen geschieht das meist über verstärkte Anlasser oder Startergeneratoren, deutlich unauffälliger als bei frühen Systemen. In den USA war die Funktion bei Neufahrzeugen standardmäßig aktiviert, ließ sich aber manuell deaktivieren. Das entspricht der Funktion des Systems in europäischen Neufahrzeugen.

Die aktuelle Stituation

Aktuelle Start-Stopp-Systeme agieren wesentlich geschmeidiger als frühere Ausführungen. In 48-Volt-Mildhybridkonzepten übernimmt ein Riemenstartergenerator das Wiederanlassen des Verbrennungsmotors; in Vollhybriden erledigt das eine Elektromaschine. Fahrzeuge ohne Hybridtechnik setzen weiterhin auf einen konventionellen, jedoch meist verstärkten Anlasser. In Europa besteht keine Pflicht für ein Start-Stopp-System in Fahrzeugen, die Technik verbessert aber in den Prüfstandsläufen die Verbrauchswerte. Mit der Einführung der Euro-5-Norm im Jahr 2009 wurde die Technik flächendeckend in Neufahrzeugen verbaut, weil sie nach dem damaligen NEFZ-Zyklus erheblichen Einfluss auf die Prüfstandswerte hatte.

Die jetzige Entscheidung der USA bedeutet nicht automatisch das Ende der Technik in Neuwagen. Sie schafft jedoch den Anreiz ab, diese Funktion zur Erfüllung von CO₂-Vorgaben einzusetzen. Die Autohersteller sind deshalb künftig nicht mehr darauf angewiesen, Start-Stopp-Systeme zur Anrechnung auf Flottenziele zu verbauen.

Fazit