Die Autobahn GmbH teilte mit, dass bei aktuellen Untersuchungen strukturelle Schäden an der Brücke festgestellt wurden. Die Sperrung trat um 15:00 Uhr in Kraft. Auch der Geh- und Radweg entlang der Brücke wurden vorsorglich gesperrt. Wann das Bauwerk wieder für den Verkehr freigegeben werden kann, ist derzeit nicht bekannt.
Betroffen sind nicht nur die Rheinbrücke selbst, sondern auch mehrere Verbindungen im Bereich der A565. Nach Angaben der Autobahn GmbH erfordern die festgestellten Schäden eine sofortige Sicherung des Bauwerks.
Bereits vor der Vollsperrung galten Einschränkungen auf der Brücke. Seit Monaten durften Lkw über 7,5 Tonnen die Rheinquerung nicht mehr nutzen. Zusätzlich überwachten technische Kontrollanlagen die Belastung des Bauwerks. Dennoch wurden bei den jüngsten Prüfungen weitere Schäden festgestellt.
Dirk Brandenburger, technischer Geschäftsführer der Autobahn GmbH, erklärte: "Die Sicherheit der Menschen, die täglich über diese Brücke fahren, ist nicht verhandelbar. Wir handeln auf der Basis unserer aktuellen gutachterlichen Prüfergebnisse."
Diese Bereiche der A565 sind gesperrt
In Fahrtrichtung Koblenz ist die A565 zwischen dem Dreieck Bonn-Nordost und dem Kreuz Bonn-Nord gesperrt. Dadurch sind Überfahrten von der A59 aus Richtung Köln und Königswinter auf die A565 nicht mehr möglich. Die Anschlussstellen Bonn-Beuel und Bonn-Auerberg wurden ebenfalls geschlossen.
In Fahrtrichtung Siegburg ist die A565 zwischen dem Kreuz Bonn-Nord und der Anschlussstelle Bonn-Beuel gesperrt. Im Kreuz Bonn-Nord sind sämtliche Verbindungen auf die A565 in Richtung Siegburg nicht mehr nutzbar. Die Auffahrten an der Anschlussstelle Bonn-Beuel bleiben dagegen geöffnet.
Verkehr muss auf andere Rheinquerungen ausweichen
Die Friedrich-Ebert-Brücke zählt zu den wichtigsten Rheinquerungen im Großraum Bonn. Nach Angaben des ADAC nutzen normalerweise rund 120.000 Fahrzeuge täglich die Verbindung.
Für Autofahrer bleiben nun vor allem die Konrad-Adenauer-Brücke auf der A562 im Süden von Bonn sowie die Rodenkirchener Brücke auf der A4 bei Köln als Ausweichrouten. Bereits am Tag der Sperrung kam es auf mehreren Strecken im Bonner Stadtgebiet zu Staus.
Wie weitreichend die Folgen sein können, hatte der ADAC Nordrhein bereits 2025 in einer Modellrechnung untersucht. Demnach müssten Autofahrer bei einem dauerhaften Ausfall der Nordbrücke jährlich rund 50 Millionen zusätzliche Kilometer zurücklegen. Für den Güterverkehr errechnete der Automobilclub weitere 5,5 Millionen Kilometer Umwegverkehr.
Nach den Berechnungen könnten die volkswirtschaftlichen Kosten einer längerfristigen Sperrung mehr als 170 Millionen Euro pro Jahr betragen.
Wie es nun weitergeht
Die Autobahn GmbH will in den kommenden Tagen weitere Untersuchungen durchführen. Dabei soll geklärt werden, wie schwer die Schäden sind und welche Möglichkeiten für eine spätere Wiederfreigabe bestehen.
Brandenburger erklärte dazu: "Wir werden nun weitere Detailuntersuchungen vornehmen, um technische Möglichkeiten zu untersuchen, mit denen die Brücke wieder für den Verkehr freigegeben werden kann. Eine abschließende Bewertung kann erst nach Abschluss der Untersuchungen erfolgen."





