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Winterdienst in Bayern: Mit Gurkenwasser gegen Glatteis

Winterdienst in Bayern Mit Gurkenwasser gegen Glatteis

Die Bayerische Staatsbauverwaltung will den Winterdienst auf den Straßen des Freistaats ökologischer gestalten und setzt dabei auch auf Salzwasser aus der Gurkenproduktion.

Wie das Bayerische Staatsministerium mitteilt, soll die Bayerische Staatsbauverwaltung mit dem Salz beim Winterdienst auch heuer wieder ökonomisch und ökologisch umgehen. Neben innovativen Streumethoden mit sparsam aufgetragener Salzsole geht deshalb ein neues Pilotprojekt an den Start, bei dem Salzwasser aus der niederbayerischen Gurkenproduktion zum Einsatz kommt. „Wir recyceln das übrig gebliebene Salzwasser der Firma Develey und verringern so die Menge an Salz, das in die Umwelt gelangt – eine Win-Win-Situation!“, erklärt der Bayerische Verkehrsminister Hans Reichhart.

700 Tonnen Salz werden gespart

Die Autobahn- und Straßenmeistereien in Bayern stellen die Sole, die sie in flüssiger Form auf die Straßen aufbringen, im Regelfall selbst her, indem sie Tausalz in Soleanlagen mit Wasser mischen. Das Pilotprojekt ermöglicht es nun, den Salzverbrauch um rund 700 Tonnen und den Wasserverbrauch um rund fünf Millionen Liter zu reduzieren. Die Straßenmeistereien rund um das Develey-Werk in Dingolfing werden in diesem Winter erstmals mit Salzwasser der Firma beliefert, das bei der Produktion von Salzgurken entsteht und normalerweise über eine Kläranlage entsorgt wird. Zahlreiche Tests und Analysen hatten ergeben, dass die Sole ohne Bedenken auf die Straßen aufgebracht werden kann.

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In 29 Autobahn- und 64 Straßenmeistereien in Bayern kümmern sich fast 3.000 Frauen und Männer um den Winterdienst. Sie betreuen ein Netz von 23.000 Kilometern an Autobahnen, Bundes- und Staatsstraßen. Hierfür stehen gut 600 staatseigene Winterdienstfahrzeuge und 700 Lkws, die von privaten Unternehmern gefahren werden, zur Verfügung – insgesamt also rund 1.300 Fahrzeuge. Im vergangenen Winter hat der Freistaat fast 90 Millionen Euro in die Sicherheit im winterlichen Straßenverkehr investiert – 27 Millionen Euro allein für das Streusalz.