Leiterrahmen-Patent von BMW: Alles deutet auf neuen G-Klasse-Rivalen hin

Leiterrahmen-Patent von BMW
BMW-Patent deutet auf neuen G-Klasse-Rivalen hin

ArtikeldatumVeröffentlicht am 04.05.2026
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Eine beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) veröffentlichte Patentschrift (DE 10 2024 130 768.4) zeigt: BMW beschäftigt sich offenbar intensiv mit einem modernen Leiterrahmen-Konzept. Also genau jenem stabilen Unterbau, der bislang vor allem rustikalen Pick-ups und sehr klassischen Geländewagen wie der Mercedes-Benz G-Klasse, dem Jeep Wrangler oder dem Land Rover Defender vorbehalten war. Doch wer jetzt an eine rustikale G-Klasse-Kopie aus München denkt, könnte sich irren.

Skalierbar, leicht, überraschend modern

Der Ansatz von BMW zielt nämlich nicht auf Nostalgie oder Heavy Duty, sondern auf industrielle Effizienz. Der patentierte Leiterrahmen ist so konstruiert, dass zentrale Bauteile identisch ausgeführt werden können – etwa Querträger oder diagonal angeordnete Verbindungselemente. Das reduziert Komplexität und Kosten. Noch spannender: Die Struktur lässt sich in Länge und Breite vergleichsweise einfach variieren. Unterschiedliche Fahrzeuggrößen könnten also auf einer einheitlichen Basis entstehen – ein Prinzip, das man bislang eher von selbsttragenden Plattformen wie BMWs CLAR-Architektur kennt.

Mercedes hätte an dieser Stelle das Nachsehen, denn für G-Klasse-Ableger gibt es bisher kein vergleichbar flexibles Rahmen-Konzept. Auch materialseitig denkt BMW flexibel. Neben Stahl und Aluminium nennt die Patentschrift explizit auch faserverstärkte Kunststoffe wie Carbon. Der Leiterrahmen könnte damit zur Hightech-Struktur werden – weit entfernt von einfacher und günstiger Nutzfahrzeugtechnik. Doch damit nicht genug.

Überraschung: Fokus auf Elektroantrieb

Besonders auffällig ist nämlich, was im Patent explizit nicht im Mittelpunkt steht: klassische Verbrennungsmotoren. Stattdessen beschreibt BMW detailliert die Integration von Batterie und Elektromotoren. Der Leiterrahmen könnte also gezielt für Elektrofahrzeuge optimiert sein – ein ungewöhnlicher Ansatz, da E-Autos bislang fast ausschließlich auf selbsttragenden, sogenannten Skateboard-Plattformen basieren.

Dabei sind die Parallelen zum intern diskutierten Offroad-Projekt G74 kaum zu übersehen. Schon einige Medien und auch auto motor und sport berichteten bereits, dass BMW ab Ende des Jahrzehnts einen echten Geländewagen auf den Markt bringen möchte – als Herausforderer für die beiden erfolgsverwöhnten Offroader Mercedes G-Klasse und Land Rover Defender. Produziert werden könnte das Modell im US-Werk Spartanburg, dem Zentrum der BMW-X-Produktion. Anders als bisherige SUV der Marke wäre der G74 konsequent auf Geländetauglichkeit ausgelegt: mehr Bodenfreiheit, Sperrdifferenziale, robuste Technik. Denkbar wären sogar vier Elektromotoren direkt an den Rädern, was die Kraxelfähigkeiten auf ein ganzen neues Niveau heben könnte. So oder so braucht das Konzept einen modernen Leiterrahmen als stabiles Rückgrat.

M-Performance im Gelände?

Zusätzliche Würze bekommt das Thema durch Aussagen von BMW-M-Chef Franciscus van Meel. Er schließt ein M-Modell auf Basis eines Offroaders nicht aus – und verweist dabei sogar auf Motorsport-Formate wie die Dakar-Rallye. Ein möglicher M-Geländewagen könnte damit eine völlig neue Interpretation von BMW-Performance darstellen.

Doch bevor Fans jetzt gleich feuchte Hände bekommen: Das Patent muss nicht zwangsläufig ein Serienmodell ankündigen. Es könnte auch eine strategische Absicherung sein – eine Art technisches Baukastensystem für andere zukünftige Projekte. So einiges spricht aber tatsächlich für ein solches Projekt.

  • der Boom hochpreisiger Offroader wächst weiter
  • auch Wettbewerber experimentieren mit neuen Konzepten
  • und BMW plant konkret einen Einstieg in dieses Segment

Fazit