Mit der Einführung des Longline erweitert Scania sein Angebot im Segment der Fernverkehrsfahrerhäuser um eine Variante mit deutlich vergrößertem Raumangebot. Die neue Kabine wird nicht als Einzelanfertigung, sondern als werkszertifizierte Lösung in Produktion gehen, allerdings in begrenztem Umfang. Damit reagiert der Hersteller auf eine Nachfrage, die sich über Jahre hinweg vor allem in Form individueller Umbauten und Sonderlösungen gezeigt hat.
Technisch basiert das Konzept auf dem modularen Baukasten von Scania. Der Longline kombiniert Elemente der CrewCab mit der Hochdachkabine der S-Serie zu einer eigenständigen Konfiguration. Produziert wird das Fahrerhaus im Werk Laxå, während das Fahrgestell weiterhin aus Södertälje kommt.
Innen mit XL-Stehhöhe
Charakteristisch ist die verlängerte Kabinenstruktur. Scania bietet den Longline in zwei Varianten mit 2,8 und 3,1 Metern Länge an, jeweils mit Hochdach. Die Innenhöhe liegt bei über zwei Metern und ermöglicht damit durchgehende Stehhöhe. Grundlage für diese Dimensionen ist die europäische IVD-Regelung zu vergrößerten Fahrzeugabmessungen, die längere Fahrzeugkonfigurationen unter bestimmten Bedingungen zulässt. Der Longline ist entsprechend auf diese Vorgaben ausgelegt.
Im Innenraum verfolgt Scania einen bewusst reduzierten Ansatz. Hinter den Sitzen wird ab Werk nur eine begrenzte Ausstattung angeboten. Dazu gehören Varianten mit Standardbett und integriertem Stauraum oder Regalsystemen ebenso wie offenere Layouts. Zentrales Element sind vordefinierte Montagepunkte, die als Ansatzpunkte für den weiteren Ausbau dienen. Der Hersteller versteht den Longline damit nicht als fertig ausgestattetes Premiumfahrerhaus, sondern als Plattform für individuelle Konzepte.
Vorbereitet für Individualisten
Damit eröffnet die Scania viel Spielraum für spezialisierte Ausbauer oder für unternehmenseigene Lösungen. In der Praxis dürfte ein Großteil der Fahrzeuge nach der Auslieferung weiter individualisiert werden, sowohl im Innenraum als auch bei der äußeren Gestaltung. Um diesen Prozess zu unterstützen, bietet Scania in Zusammenarbeit mit einem schwedischen Spezialbetrieb erweiterte Lackieroptionen an. Kunden können auf ein breites Spektrum an Lackierungen zugreifen, wobei die Integration in die Serienproduktion die Lieferzeit verkürzen soll.
Verkaufsstart noch im April
Der Verkaufsstart erfolgt im April 2026, erste Auslieferungen sind für den Herbst vorgesehen. Als Kleinserienangebot richtet sich der Longline an Kunden, die gezielt nach erweiterten Platzverhältnissen suchen und bereit sind, den Innenausbau individuell zu gestalten.





