B4‑Angebote deutlich unter Listenpreis: Was Käufer in Deutschland wissen müssen

Beschlagnahmte Bollinger B4 Elektro-Lkw im Fokus
Schnäppchen oder Risiko?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 16.01.2026
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Bollinger B4 Elektro-Lkw
Foto: Bollinger

Bollinger Motors, einst ein Hoffnungsträger im Bereich der Elektro-Nutzfahrzeuge, musste im Dezember 2025 erneut Insolvenz anmelden. Trotz finanzieller Unterstützung durch Mullen Automotive und staatlicher Fördergelder konnte das Unternehmen seine Verbindlichkeiten nicht begleichen. Zulieferer wie Dana Inc. fordern Millionenbeträge, und ehemalige Mitarbeiter warten auf ausstehende Löhne. Die Insolvenzverwaltung hat mittlerweile die Kontrolle über die Vermögenswerte übernommen und Fahrzeuge beschlagnahmt.

Die Bollinger B4 Elektro-Lkw wurden ursprünglich für den gewerblichen Einsatz entwickelt und boten innovative technische Lösungen. Mit einer Reichweite von bis zu 320 Kilometern und einer Ladezeit von etwa 90 Minuten waren sie für den urbanen Lieferverkehr konzipiert. Die Fahrzeuge verfügen über eine robuste Bauweise und eine hohe Nutzlastkapazität. Allerdings gibt es keine Garantie oder Werkstattunterstützung mehr, was den Betrieb erschweren könnte.

Beschlagnahmte Fahrzeuge: Preise und Verfügbarkeit

Im Zuge der Insolvenz wurden 20 Bollinger B4 beschlagnahmt. Diese Fahrzeuge, die ursprünglich zu Preisen von über 150.000 US-Dollar angeboten wurden, sind nun für etwa 89.000 US-Dollar erhältlich. Der Preisnachlass mag verlockend erscheinen, doch potenzielle Käufer sollten die fehlende Garantie und den Wegfall des Werkskundendienstes berücksichtigen.

Der Kauf eines beschlagnahmten Fahrzeugs birgt erhebliche Risiken. Ohne Garantie und Werkstattunterstützung könnten Reparaturen und Wartungen teuer werden oder gar unmöglich sein. Schließlich ist unklar, ob Ersatzteile langfristig verfügbar sein werden. Experten raten daher, vor dem Kauf eine gründliche Prüfung des Fahrzeugs durchzuführen und die Kosten für mögliche Reparaturen einzukalkulieren. Für den europäischen Markt würden zusätzlich Kosten für eine Zulassung und eine technische Anpassung anfallen.

Die Insolvenz von Bollinger Motors ist ein Symptom für die Herausforderungen, denen viele Elektroauto-Startups gegenüberstehen. Sinkende Nachfrage, hohe Produktionskosten und ein schwieriges Finanzierungsumfeld haben den Markt für Elektro-Nutzfahrzeuge unter Druck gesetzt. Für Käufer bedeutet dies, dass sie zwar von niedrigeren Preisen profitieren können, aber auch mit erhöhten Risiken rechnen müssen.

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