Going Green
Neue Mobilität im Alltag
Erlkönig Mercedes EQS Stefan Baldauf
Erlkönig Mercedes EQS
Erlkönig Mercedes EQS
Erlkönig Mercedes EQS
Erlkönig Mercedes EQS 38 Bilder

Mercedes EQS (2021)

Erster Blick in die elektrische S-Klasse

Mercedes plant für 2021 auch ein Luxus-Elektroauto im Zuschnitt eines viertürigen Coupés. Auf der Daimler-Hauptversammlung im Juli 2020 versprach Ola Källenius eine WLTP-Reichweite von 700 Kilometern. Wir haben die neuesten Infos und erste Innenraum-Bilder vom EQS.

Das Kürzel EQS verrät die Positionierung als S-Klasse mit E-Antrieb. Michael Kelz, bei Mercedes unter anderem Chefentwickler der EQC-Baureihe, konkretisierte die Elektro-Pläne der Marke: "Wir werden ein Elektroauto haben, das ohne Zweifel auf dem Niveau einer S-Klasse ist, aber es wird keine S-Klasse sein". Das Auto werde luxuriös und das Top-Modell der EQ-Baureihe sein. Auf der IAA 2019 hat Mercedes den EQS als Concept Car vorgestellt, mit dem wir bereits fahren konnten.

Mercedes EQS
Mercedes
Der Mercedes EQS erhält das neue "Digital Light", das Daimler auf der IAA präsentierte.

Mercedes EQS auf MEA-Plattform

Der Mercedes EQS baut im Gegensatz zum EQC auf der neuen Modularen Elektro-Architektur (MEA) – intern EVA II – der Marke auf. Dank einer neuen Lithium-Ionen-Batterie und seiner windschlüpfigen Coupé-Karosse, deren Stirnfläch viel kleiner als die eines SUV ist, soll der EQS mit einer vollen Batterie sogar 700 Kilometer weit kommen. Die Leistung wird sicher dennoch über den 408 PS und 765 Nm des EQC liegen. Mit dem E-Antrieb dürfte der EQS, zumindest optional, einen intelligenten Allradantrieb bekommen.

Mercedes S-Klasse lang Plugin-Hybrid
Neuheiten

Auf unseren ersten Erlkönig-Bildern trägt der Mercedes EQS schon deutlich weniger Tarnung am Heck. Klar erkennbar ist jetzt: Der EQS bekommt ein große Heckklappe, die das Heckfenster einschließt und bis ins Dach reicht. Ansonsten läuft das Heck flach bis zum Heckbürzel aus. Sehr gut zu erkennen sind die coupéhafte Dachform und die flachstehende Windschutzscheibe. Der Viertürer verfügt über eine leicht gebogene untere Fensterlinie, die Außenspiegel stehen auf der Türbrüstung.

Augenfällig sind die sehr spitz nach vorne zulaufenden Fenster. Der EQS bekommt – wie die S-Klasse – ausfahrbare, aber auch die normalen Türgriffe. Die Scheiben in den Türen sind rahmenlos. Der kurze Überhang vorne gibt der Limousine noch mehr optische Länge. Die unter der Tarnung hervorlugenden schmalen Scheinwerfer reichen weit in den Kotflügel hinein. Insgesamt setzt die Nase des EQS sehr tief an, um dann über die Motorhaube beinahe nahtlos bis zum großen Glas-Panoramadach anzusteigen. Die Fronthaube an sich zeigt eine tiefe Einbuchtung, womöglich als Auslass für eine durchströmte Frontmaske.

Umfrage

10145 Mal abgestimmt
Ist der EQS die bessere S-Klasse?
Ja, weil moderner und emotionaler.
Nein, für eine S-Klasse viel zu polarisierend.

EQS-Innenraum mit Mega-Display

Die neuesten Erlkönig-Bilder zeigen auch erstmals den Innenraum. Der Fahrer greift in ein Dreispeichenlenkrad mit kleinem Pralltopf. Das Volant ist soweit aus anderen Baureihen bekannt – ebenso die Lenkradhebel. Ein volldigitales Cockpit steht nahezu senkrecht und ohne "Beschirmung" auf dem Armaturenträger. Dieser beherbergt in der Mitte einen dem Fahrer zugeneigten Touchscreen. Wie das Cockpit ist er chromumrandet und erscheint in etwa in der Größe des S-Klasse-Bildschirms. Dieser misst in der OLED-Topausführung 12,8 Zoll in der Diagonalen. Für die Bedienung ist nur noch die Annäherung der Hand erforderlich, die Bedien-Icons richten sich dann auf den Nutzer aus. Vier Kameras im Innenraum machen das möglich.

Ansonsten dürfte der EQS auch über die technischen Innovationen der S-Klasse verfügen – also über das modifizierte Pre-Safe-System, das E-Body-Control-System zur Fahrwerksanpassung sowie Fahrerassistenzsysteme, die das Fahren, Bremsen und Parken unterstützen – oder gleich teilweise selbst übernehmen.

Gebaut wird der Mercedes EQS in Sindelfingen, während der EQC in Bremen vom Band läuft. Den EQA produziert Mercedes in Rastatt. Auch einen großen Oberklasse-SUV will Mercedes zusätzlich zum EQS anbieten. Der Smart ED, der als Fortwo und Forfour ab 2020 ausschließlich mit E-Antrieb angeboten wird zählt ebenfalls zur EQ-Baureihe. Bis 2022 investiert Daimler mehr als zehn Milliarden Euro in die Elektromobilität. Bis zu diesem Zeitpunkt sollen alle Mercedes-Fahrzeuge elektrifiziert sein, davon zehn reine Elektro-Pkw.

Fazit

Konsequent legt Daimler – ähnlich wie Volkswagen – seine Bestseller und Prestige-Modelle als Elektroversionen auf. Dem elektrischen GLC (EQC) folgt nicht ein Stromer auf GLA- (EQA) und GLB-Basis (EQB), sondern auch ein BEV im Format der S-Klasse als EQS. Auch eine Limousine in E-Klasse-Format sowie ein großer SUV (G-Klasse) sind in der Mache. Auf einer speziellen Elektro-Architektur, die alle Packaging-Vorteile des neuen Antriebs ausnutzt, stehen aber erst die größeren Stromer, während EQA und EQB auf der Verbrenner-Architektur MFA II basieren.

Mercedes EQS
Artikel 0 Generationen 0 Videos 0
Alles über Mercedes EQS
Mehr zum Thema Going Green - Neue Mobilität im Alltag
Tesla Battery Day 2020
Technik erklärt
Mercedes EQA Teaser
Neuheiten
9/2020, TEE
Politik & Wirtschaft