Tesla Model S Nürburgring Stefan Baldauf
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Tesla Model S P100D+ (2020)

Was es mit dem Plaid-Antrieb auf sich hat

Heiße Runden in Laguna Seca und auf dem Nürburgring, dazu einige mysteriöse Tweets von Elon Musk: Tesla bastelt am bislang stärksten Model S. Die Hintergründe.

Bisher wurden leistungsstarke Elektroautos der Premiumklasse oft als „Tesla-Fighter“ betitelt. Doch bei allem, was gerade in Kalifornien und rund um den Nürburgring passiert, muss es wohl fortan heißen: Tesla arbeitet am „Taycan-Fighter“. Seit Porsche seinen E-Sportwagen offiziell vorgestellt hat, arbeitet sich Tesla-Chef Elon Musk am Schwaben-Stromer ab. Und Tesla nutzt die Mechanismen moderner Medien dazu, um genau diese Hardcore-Version des Model S bekannt zu machen.

Musk twittert – und die Welt steht still

Zentrales Element dieser Strategie: Die Tweets des Firmenchefs. Am 11. September verlautbarte Elon Musk, dass ein Model S einen Rundenrekord gebrochen habe. Und zwar den für Viertürer auf der legendären US-Rennstrecke Laguna Seca. Als Beweis veröffentlicht Tesla bei Youtube ein Video der heißen Runde, und tatsächlich: Mit 1:36.55 Minuten war das Model S eine Sekunde schneller als der bisherige Rekordhalter, der übrigens aus eigenem Hause stammt: ein Model 3 Performance.

Einen Tag später twitterte Musk: „Das einzige, was über Ludicrous hinausgeht, ist Plaid.“ Filmfans wissen: Beide Bezeichnungen sind Referenzen zur Science-Fiction-Komödie „Spaceballs“ von Mel Brooks. Und Tesla-Kennern ist klar: Ludicrous ist bisher der schärfste aller Beschleunigungsmodi. Und wenn Plaid (was übersetzt „kariert“ heißt) „darüber hinaus“ geht, muss ein Tesla in dieser Abstimmung noch heftiger beschleunigen. Das Auto, das den Laguna-Seca-Rekord geschafft hat, war mit diesem Modus ausgerüstet. Auch das Model S, das den Taycan auf dem Nürburgring herausfordert, verfügt darüber. Eindeutiges Zeichen: Die Modellbezeichnung „P100D+“, die am Heck zu erkennen ist. Diese gab es bislang nicht; bei „P100D“ war Schluss.

Drei Motoren in einem angepassten Chassis

Und Musk ließ sich weitere Informationen entlocken. Der Plaid-Antrieb sei etwa ein Jahr entfernt von der Serienproduktion. Er soll nicht nur im Model S, sondern auch im Model X und im neuen Roadster erhältlich sein; nicht jedoch in Teslas „Budget-Modellen“ im Model 3 und Model Y. Er besteht aus drei Motoren, die sich in einem angepassten Chassis breitmachen. Und ein Tesla mit Plaid-Antrieb soll zwar mehr kosten als die bisherigen Topmodelle, „aber weniger als die Wettbewerber“. Wieder so ein Verweis auf den Taycan, der in Deutschland bei 152.136 Euro startet.

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Breitere Radläufe, Sportreifen, geänderte Aerodynamik: Tesla Model S P100D+.

Am Auto, das derzeit in der Eifel sein Unwesen treibt, sind zudem noch andere Änderungen zu sehen. Eine geänderte Aerodynamik mit präsenter Hecklippe sowie breite Radläufe, in denen klar breitere Felgen mit passenden Sportreifen (Michelin Pilot Sport Cup 2 R) erkennbar sind. Hinzu kommt die neue Modellbezeichnung.

Wohl mehr als 613 PS und 931 Nm

Technische Daten oder Fahrleistungen bleibt Tesla bisher schuldig. Doch wenn Plaid tatsächlich über Ludicrous hinausgeht, dann müsste das neue Modell deutlich stärker und schneller sein als der aktuelle P100D mit seinen 451 kW / 613 PS, 931 Newtonmetern, 2,7 Sekunden von Null auf Hundert und höchstens 250 km/h. Einen Hinweis, in welche Richtung es geht, liefern die bisher bekannten Eckdaten des neuen Roadsters. Der soll über drei Motoren verfügen, einen vorne und zwei an der Hinterachse. Vorausgesetzt, das Trio stammt aus dem Model 3, ergäbe sich eine Gesamtleistung von fast 800 PS. Ein Leistungssprung zum aktuellen P100D, der eine weitere Performance-Stufe sicherlich rechtfertigen würde.

Auch über die maximale Reichweite ist noch nichts bekannt. Hier dürften aber die Modelle mit den kürzlich eingeführten und in puncto Effizienz optimierten „Raven“-Antrieben weiterhin die Nase vorn haben. Aber bei einem „Taycan-Fighter“ geht es nicht um Stromverbrauch oder Batteriegröße, sondern vor allem um eins: Dynamik.

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Fazit

So läuft es manchmal: Ein paar Tweets, ein Youtube-Video, ein paar Fotos vom Nürburgring, und schon redet die Elektroauto-Community kaum noch vom Porsche Taycan, sondern fast nur noch von Tesla. Geschickt gemacht von Elon Musk und seiner Truppe, die nun freilich liefern muss. In Form einer Nordschleifen-Rundenzeit und Beschleunigungswerten. Wie sinnvoll oder -frei dieses Geplänkel ist, muss freilich jeder für sich entscheiden.

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