Abt e-Transporter 6.1, Fahrbericht Stephan Lindloff
Abt e-Transporter 6.1, Fahrbericht
Abt e-Transporter 6.1, Fahrbericht
Abt e-Transporter 6.1, Fahrbericht
Abt e-Transporter 6.1, Fahrbericht 11 Bilder

Abt e-Transporter 6.1 im Fahrbericht

Abt e-Transporter 6.1 im Fahrbericht Auch elektrisch noch ganz Bulli

Seit diesem Sommer ist der VW T6.1 auch mit rein elektrischem Antrieb zu haben. Wie er fährt und warum er Abt e-Transporter heißt, klären wir hier.

Anders als beim großen e-Crafter holt sich VW bei der Elektrifizierung der T-Baureihe Unterstützung von der Abt-Gruppe aus Kempten. Das war bereits beim Ende 2018 vorgestellten e-Caddy so. Wie dieser wurde auch der e-Transporter bei der Abt e-Line, also der ebenfalls erst 2018 gegründeten Schwesterfirma der fürs Tuning von VW- und Audi-Modellen bekannten Abt Sportsline entwickelt.

Mit dem e-Caddy, der aufgrund des diesjährigen Generationswechsels beim Basisfahrzeug zum Jahresende ausläuft, teilt sich der Abt e-Transporter 6.1 Produktionsprozess und Technik-Paket: der Akku liefert 37,3 kWh an Energie, der Motor 83 kW an Leistung. Je nach Ausführung – den e-Transporter gibt es als Kastenwagen, Kombi oder Caravelle mit jeweils großem Radstand – stromert der Elektrobulli nach WLTP zwischen 105 und 138 km weit und bietet sich somit wie das Caddy-Modell vor allem fürs urbane Umfeld an.

Bevor der T6.1 zum e-Transporter wird, verlässt er das VW-Werk zunächst mit kompletter Verbrennertechnik. In insgesamt 29 Arbeitsstunden wird diese dann wieder entfernt und durch Elektrokomponenten ersetzt, die in weiten Teilen auch schon in anderen VW-Elektrofahrzeugen, wie dem e-Up oder dem e-Golf zum Einsatz kamen. Dazu zählen unter anderem die 16 Batteriemodule mit CATL-Zellen. Die eigentliche Ingenieursleistung von Abt steckt in der Entwicklung des notwendigen Steuergeräts und der Integration des Akkus in das Fahrzeug.

Lautlos unterwegs und noch mehr Ruhe im Fahrwerk

Mit einem von insgesamt 80 Schwerlastnieten gesicherten 42-kg-Stahlrahmen kommt der Akku crashgesichert am Fahrzeugboden unter. An dieser Stelle montiert, bleibt das Ladevolumen der Bullikabine unverändert. Und mit der Wahl der vergleichsweise geringen Akkugröße sind auch bei der Nutzlast kaum Kompromisse gefordert. Obwohl das Batteriepaket 330 kg auf die Waage bringt, soll der 3,2-Tonner noch eine knappe Tonne mitschleppen können. An den Haken dürfen sogar anderthalb Tonnen.

Abt e-Transporter 6.1, Fahrbericht
Stephan Lindloff

Natürlich macht sich das Zusatzgewicht des Akkus beim Fahren bemerkbar. Zum einen, weil die E-Maschine von Bosch mit ihrem moderaten Drehmoment von maximal 200 Nm den Bulli nicht gerade E-Auto-typisch voranprescht, zum anderen aber auch, weil das zwischen den beiden Achsen platzierte Gewichtsplus mehr Ruhe ins Fahrwerk bringt. Die Allgäuer Kurven im Kemptener Umland nimmt der e-Transporter bei unserer Testfahrt jedenfalls mit überzeugender Gelassenheit und lässt neben angenehmen Fahrkomfort dann doch noch ein wenig Agilität aufblitzen – der ausgewogenen Gewichtsverteilung, dem tiefen Schwerpunkt und der im T6.1 bekanntermaßen elektromechanisch arbeitenden, treffsicheren Lenkung sei Dank.

Sollte es doch mal auf die Autobahn gehen, beschleunigt der e-Transporter bis auf 120 km/h. Allerdings erst gegen Aufpreis, denn in der Serie greift der elektronische Begrenzer bereits ab 90 km/h. Während im Caddy die maximale Leistungsabgabe noch über den Getriebewählhebel gesteuert wird, bestimmt im e-Transporter der rechte Fuß, ob 80 Prozent oder mittels Kick-Down die volle Antriebsleistung abgerufen wird. Und der Verbrauch? Im Stadt-Land-Mix genehmigte sich der e-Transporter auf unserer Testfahrt laut Anzeige 24,5 kWh/100 km, womit der e-Transporter die angegebene Reichweite also locker schaffen dürfte. Gut zu wissen: Die Reichweitenangabe im Zentraldisplay des Kombiinstruments gibt die Reichweite in Echtzeit an und schafft somit Vertrauen.

Nachgeladen wird die Batterie an einem 7,2 kW-Lader in rund 5,5 Stunden, an einer Schnell-Ladestation (CCS) mit 50 kW schrumpft die Zeit für eine 80-Prozent-Ladung auf 45 Minuten.

Im Gegensatz zum e-Caddy, den es nur im Leasing gab, kann der e-Transporter auch gekauft werden. Der Netto-Basispreis von 44.990 Euro entspricht mit der aktuellen Mehrwertsteuer knapp 52.200 Euro, wovon noch einmal 7.500 Euro Umweltprämie abzuziehen wären.

Fazit

Bei den Elektroautos von VW gehört aktuell dem neuen ID.3 die ganz große Bühne. Dabei hat auch der Abt e-Transporter viel Aufmerksamkeit verdient. Denn auch mit Akku-Paket und E-Motor bleibt der T6.1 ganz Bulli – mit all seinen Vorzügen, wie dem hohen Nutzwert, der einfachen Bedienung und der sicheren Fahrbarkeit.

Mehr zum Thema Alternative Antriebe
Elektro Peugeot e-208, ams 2420
Tests
Zero Labs Elektro-Plattform
Alternative Antriebe
10/2020, Verbote Verbrennungsmotoren weltweit
Politik & Wirtschaft