Abt Audi RSQ8 Signature Edition Patric Otto
Abt Audi RSQ8 Signature Edition
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Abt Audi RSQ8 Signature Edition 38 Bilder
SUV

Abt RSQ8 Signature Edition (2022): 800 PS stark, auf 96 limitiert

Abt Audi RSQ8 Signature Edition (2022) 96 mal 800 PS

Audis Q8 ist in der RS-Version mit 600 PS nah am Lamborghini Urus. Mit dem RSQ8 in der limitierten Signature Edition übertrifft Abt den extrovertierten Italiener dank 800 PS an Leistung um 30 Prozent, unterbietet ihn aber bei der Stückzahl deutlich: nur 96 Exemplare soll’s geben. Eines konnten wir fahren.

Die Obergrenze der Mini-Serie ist Anspielung auf das Abt-Gründungsjahr 1896. Zehn Jahre nach Carl Benz‘ Patentmotorwagen hatte das Unternehmen im Allgäu noch nicht wirklich was mit Autos zu tun, aber mit Fortbewegung: Johann Abt gründete damals seine Pferdeschmiede. Und ordentlich Pferdestärken packten seine Nachfahren jetzt in Audis SUV-Coupé: 800 PS und bis zu 1.000 Nm bringt der V8-Biturbo jetzt an alle vier Räder. Die Maschine ist aus der RS6 Signature Edition von 2021 bekannt, die Abt zum 125-jährigen Firmenjubiläum auflegte. Wie beim Erstling mit dem Zusatz "Signature Edition" trägt auch jedes Exemplar der zweiten limitierten Sonderserie eine Zeitkapsel: Auf der Mittelkonsole prangt unter Glas ein Fragment des ersten Sieger-Pokals von Johann Abt. Der Enkel des Firmengründers hat ihn vor gut 60 Jahren auf der Grasrennbahn in Kempten errungen. Danach haben Familie und Unternehmen die Trophäe aufbewahrt. Jetzt spendieren sie jedem der 96 RSQ8 ein kleines Stück der mehr als 300 Motorsport-Siege, die Abt Sportsline auf den Rennstrecken der Welt errungen hat.

Schmiede von Johann Abt
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Schmiede von Johann Abt Johann Abt im Rennen Johann Abt mit Abarth Abt Golf I GTI 19 Bilder

200 PS mehr und jede Menge Carbon

Ein rund 2,4 Tonnen schwerer SUV mag nicht für die Rennstrecke taugen, aber an sportlichen Fahrleistungen herrscht dank der umfangreichen Motorüberarbeitung kein Mangel: Speziell entwickelte Ladeluftkühler und Turbolader sowie ein eigenes Steuergerät (AEC – Abt Engine Control) sorgen für 200 PS mehr als beim nicht gerade schwächlichen Ausgangsprodukt aus Ingolstadt. Die elektronische Tieferlegung (Abt Level Control) soll helfen, den Fahrbahnkontakt zu intensivieren und macht den SUV bei Bedarf optisch zum Tieflieger, akustisch machen die 800 PS durch eine Auspuffanlage mit Schalldämpfern aus Edelstahl und vier Endrohrblenden mit 10,5 Zentimeter Durchmesser auf sich aufmerksam.

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Die großen Endrohre entlassen einen schönen V8-Klangteppich.

Wie bereits bei der Johann Abt Signature Edition des RS6 trägt auch der RSQ8 ein umfangreiches Aerodynamik-Kit. Die neue Oberflächenstruktur nennt Abt "Signature Carbon Bold". Sie schmückt beispielsweise die Frontlippe, die Frontblades, die Frontschürzeneinsätze inklusive Lufteinlassgitter, den Frontgrillaufsatz, die Kotflügelverbreiterungen, die Spiegelkappenaufsätze, die Türaufsatzleisten, das Heckblendenset, die Heckschürzenaufsätze und den Heckspoiler. Die vordere Radhausentlüftungen und die Heckspoilerlippe halten die Allgäuer hingegen in "Carbon schwarz glanz". Die Schmiedefelgen aller Signature Editions finden sich nicht in der regulären Kollektion von Abt. Die Felgen "Signature Edition 23 glossy black" sind – nomen es omen – satte 23 Zoll groß und tragen Gummis der Dimension 295/35.

Carbon auch im Interieur

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Beherrschende Farbe im Interieur: Schwarz.

Im Innenraum erwarten die wenigen Käufer viel Alcantara, Rautensteppung auf den Sitzen, an der Türverkleidung sowie auf Fuß- und Kofferraummatten. An Lenkradspange und Dekorblenden setzt Abt das "Signature Carbon Bold" von außen. Ein Abt-Logo in den Kopfstützen und in die Sitze gestickte Schriftzüge "RSQ8 Signature Edition" zeigen den Passagieren, in was für ein Auto sie einsteigen.

Und wie fährt der RSQ8 mit 800 PS?

Laut Abt schnalzt der 5-Meter-Brocken in 3,2 Sekunden von 0 auf 100 km/h – 0,6 Sekunden schneller als der Serien-RSQ8. Wenn man die 1.000 Newtonmeter erstmals via Launchcontrol auf den Allradantrieb losgelassen und einen die schiere Gewalt des zwangsbeatmeten Vier-Liter-Aggregats in den Sitz gepresst hat, glaubt man das gern. Nach gut 250 km/h, die sich selbst auf kurzen, freien Autobahnstücken rasch erreichen lassen, nimmt man Abt auch ab, dass der Vortrieb erst bei 315 km/h endet. Die Beschleunigung wirkt dabei seltsam entkoppelt vom bereits erreichten Tempo.

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Abgefahren oder abgehoben? Der Abt RSQ8 beschleunigt in 3,2 sekunden auf 100 km/h.

Was, mehr auf der Landstraße, auffällt: Die mächtigen Turbolader brauchen ein paar Zehntelsekunden, bis sie die Brennräume ordentlich unter Druck setzen können. Schnelle und kräftige Gaspedalbewegungen beantwortet das Aggregat immer mit einem kurzen Luftholen. Der danach einsetzende brachiale Schub wirkt dann zwar um so beeindruckender, aber von der Spontanität elektrischer Antriebe, die in jüngster Zeit mit derart hohen Leistungs- und Drehmomentwerten aufgefallen sind, bleibt der kräftige Verbrenner ein Stück entfernt, obwohl die Automatik die Gänge äußerst zügig und geschmeidig nachlädt. Akustisch ist das ein großer Genuss, beim Geräusch hat Abt nicht übertrieben: Auch in der Sport-Stellung tönt der V8 so dezent, aber wohlkomponiert aus dem Bug, das sich auch Außenstehende nicht belästigt fühlen müssen.

Viel Gewicht nur auf dem Papier

Beim Gewicht kommt das SUV-Coupé E-Autos schon recht nahe: Schon ohne Fahrer wiegt es gut 2,3 Tonnen. Davon ist selbst auf der Landstraße erstaunlich wenig zu spüren: Allradlenkung und Wankstabilisierung helfen, den rund 2,2 Meter breiten Brocken fast spielerisch sogar um engere Radien zu dirigieren, ohne dass sich der hoch sitzende Fahrer allzu sehr zur Seite neigt, der Fahrbahnkontakt bleibt auch bei gröberen Unebenheiten innig, der Federungskomfort selbst in der Sportstellung des Audi Drive Select untadelig. Zusammen mit dem üppigen Platzangebot bietet sich der RSQ8 als bequemes Reiseauto an.

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Trotz der 11 Quadratmeter Verkehrsfläche fährt sich der RSQ8 vergleichsweise handlich und agil.

CO2-technisch ist das allerdings ein Desaster – schon die kurze Probefahrt lässt erahnen, dass der V8 bei entsprechender Abforderung der möglichen Fahrleistungen den Tank ähnlich schnell leer macht, wie ein starkes E-Auto seinen Akku. Natürlich geht Energie nachladen beim RSQ8 viel schneller. Mit den Kosten dürften Abt-Kunden nur bedingt Probleme haben: Sie mussten ihre Solvenz schon beim Kauf beweisen. Für die Umgestaltung eines RSQ8 zur Signature Edition berechnet Abt 129,900 Euro, fürs Gesamtfahrzeug fallen 316.480 Euro an.

Fazit

Am Abt RSQ8 Signature Edition gibt es wenig auszusetzen: Er ist sehr geräumig, komfortabel und dabei dennoch vergleichsweise agil, liegt gut und fährt sauschnell. Einzig das Ansprechverhalten des mächtigen V8 Biturbo erreicht nicht ganz das Niveau ultrastarker E-Autos. Die steckt der Verbrenner-SUV aber bei der Dauer der Tankstopps in die Tasche, wenn auch nicht unbedingt bei der Reichweite an sich. Auf der schnellen Reise dürfte er indes nicht zu schlagen sein. Und die CO2-Bilanz? Kontert Abt lässig mit der Limitierung auf 96 Stück: 2021 hat Porsche vom elektrischen Taycan beispielsweise 41.200 Autos mehr verkauft.

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