Fahrbericht neuer BMW X4 M40i (2016)

Was kann das M-Performance-SUV-Coupé mit 360 PS?

BMW X4 M40i, SUV, Fahrbericht, 02/2016 Foto: BMW 17 Bilder

Einen X4 35i gab es ja schon länger, nur irgendwas mit M fehlte noch. Ein richtiger X4 M wäre zu aufwendig und teuer, doch der X4 M40i als Teil der M Performance Familie macht seine Sache richtig gut, wie der Fahrbericht zeigt. Ring frei für 360 PS!

Welcher Junge hat früher nicht gern mit Baukästen gespielt? Und warum soll es den großen Jungs bei der M GmbH da anders gehen? Vor allem, wenn die Fächer so prall mit Teile-Feinkost gefüllt sind. Neuestes Projekt der kreativen Techno-Bastler: Der X4 M40i. Wobei Bastler eigentlich viel zu despektierlich klingt.

BMW nennt den X4 M40i ein Sports Activity Coupé

In Wirklichkeit arbeitet eine konzertierte Aktion aus Markentingmenschen, Ingenieuren und Finanz-Controllern zusammen, um etwas wie den X4 M40i zu kreieren. An sich ist ja ein SUV-Coupé schon eine automobile Chimäre. Im BMW-Sprech heißt das Sports Activity Coupé (SAC) – das passt.

Den X4 gab es bisher schon mit strammen Motorisierungen, etwa als 35i mit turbogeladenem Reihensechser: 306 PS für 59.700 Euro. Und genug Punch, die Konkurrenz in Schach zu halten. Na ja, außer den Porsche Macan vielleicht, denn da arbeiten stärkere Kaliber. Audi wiederum kombiniert seinen Top-Q5 mit einem starken Diesel. Den hat BMW zwar auch, dennoch tankt der stärkste X4 Super.

BMW X4 M40i, SUV, Fahrbericht, 02/2016 Foto: BMW
Fast wie im M2: Der N55-Motor im X4 leistet 360 PS, zehn weniger als im kleinen M.

BMW X4 M40i mit Kolben aus dem M4

Und was bedeutet das mit dem M? Nun, es gibt M-Kernmodelle und M-Performance-Modelle. X5 M und X6M sind echte M, der X4 M40i zählt zur M Performance, ist also ein Zwischenwesen. Kein Problem jedoch, wenn es so stimmig abgemischt ist, wie dieses. So nahm man den bekannten Dreiliter-Reihensechser mit einem Twinscroll-Turbolader, montierte Kolben von M3/M4 sowie weitere Kleinteile, änderte Ansaugtrakt und Einspritzung und montierte eine neue Auspuffanlage. Mit geringerem Abgasgegendruck und intelligenter Klappensteuerung, wie die Presseinformation lyrisch vermeldet.

Der Tritt aufs Gas klärt, was das bedeutet: Holla, der 1,8-Tonnen schwere Fünfsitzer geht deutlich sportiver voran. 465 Newtonmeter ab 1.350/min, im Overboost 500 plus ausgeprägte Drehfreude, da geht was. Immerhin ist dieser frischgemachte Turbowürfel auch gut genug, um im brandneuen M2 Coupé Sportfreunde selbst auf der Rennstrecke wuschig zu fahren. Vor allem wenn die schnell und zielführend schaltende Achtgang-Sportautomatik serienmäßig mit dranhängt.

Was es mit dem reduzierten Abgasgegendruck auf sich hat, wird ebenfalls schnell klar: Sound, Freunde, Sound. Je nach Stellung des Fahrerlebnisschalters zwischen dezent-bullig und sportiv-dynamisch. Nie prollig, immer kernig. Ja, das waren jetzt mehr Adjektive als gute Schreiber verwenden sollten, aber es ging einfach nicht anders.

BMW X4 M40i, SUV, Fahrbericht, 02/2016 Foto: BMW
Wie erwartet: Für ein 1,8 Tonnen schweres SUV samt hohem Schwerpunkt fährt der X4 M40i erstaunlich agil.

Agil, traktionsstark, rückmeldungsfreudig

Und das Fahrwerk? Ist sich ebenfalls seines Auftrages bewusst. Nicht komplett neu entwickelt, aber spürbar direkter abgestimmt verbindet es den Fahrer direkter mit der Straße ohne bockelhart rüberzukommen. Mehr Negativsturz an der Vorderachse bewirkt etwa ein direkteres Einlenken, bessere Bodenhaftung und nochmals verringerte Untersteuerneigung. Hinzu kommen härtere Federn, steifere Stabilisatoren sowie Querlenker, die die Präzision steigern, unerwünschte Karosseriebewegung verringern.

Unter Mithilfe des heckbetont ausgelegten Allradantriebs marschiert der auch dämpferseitig straffer ausgelegte X4 so agil um Kurven, wie man es von einem sportlichen SUV erwarten kann. 20 Zoll-Räder mit Mischbereifung (Option) sehen nicht dabei nicht nur gut aus, sondern tragen ihren Teil zur überzeugenden Bodenhaftung bei. Kurze Fahrbahnunebenheiten überflauscht der X4 natürlich nicht, sondern gibt sie direkt an die Insassen weiter, alles Gröbere nehmen die Adaptivdämpfer jedoch sauber auf.

Diese präzise Rückmeldung fühlt sich schon ganz ordentlich nach M an. Wanken? Da regt den X4 M40i schon die Frage auf. Keine Fragen bei der Lenkung, die arbeitet im Sportmodus mit reduzierter Servounterstützung, was den bei sportlichen Fahrern so beliebten Eindruck der Direktheit fördert. Das M2 Coupé etwa geht hier einen anderen Weg, hier arbeitet die Lenkung leichtgängiger, ohne Einbußen bei der Sensibilität.

BMW X4 M40i, SUV, Fahrbericht, 02/2016 Foto: BMW
Kein Platzmangel: Wer möchte, kann im Kofferraum auch zwei Mountainbikes transportieren.

Auch im BMW X4 M40i gibt es Add-ons

Keine Einbußen drohen bei der Innenraumgestaltung des X4 M40i. Hier klinken sich die Insassen in seitenhaltstarke Sportsitze, greift der Fahrer zum M-Sportlenkrad und erfreut sich an der üblichen M-Folklore. Die ja einen großen Teil der M Performance-Idee ausmacht: nicht alles umkrempeln, lieber Bewährtes gezielt technisch verfeinern und optisch attraktiv verpacken. Baukasten eben. Ab 65.400 Euro dürfen sie das Ergebnis genießen.

Technische Daten
BMW X4 M40i
Grundpreis 68.400 €
AußenmaßeLänge x Breite x Höhe 4671 x 1901 x 1624 mm
KofferraumvolumenVDA 500 bis 1400 l
Hubraum / Motor 2979 cm³ / 6-Zylinder
Leistung 265 kW / 360 PS bei 5800 U/min
Höchstgeschwindigkeit 250 km/h
Verbrauch 8,6 l/100 km
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