Peugeot 308 SW Markus Heimbach
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Peugeot 308 SW Prototyp: Kompakter für die ganze Familie

Peugeot 308 SW Prototyp Kompakter für die ganze Familie

Peugeot präsentiert die Kombiversion des neuen 308, die erst Anfang 2022 zu den Händlern kommt. Fahren dürfen wir die in Deutschland gegenüber der Limousine gefragtere Variante des Golf-Konkurrenten jetzt schon – aber nur als verhüllten Prototyp.

Das Auto hier könnte ein Opel, Hyundai, Renault oder sonst was sein – vollständig beklebt, wie der Prototyp hier vor uns parkt, gibt er sich lediglich als ein Kombi der Kompaktklasse zu erkennen. Alles andere verfremdet die Tarnfolie bis zur Unkenntlichkeit. Sobald wir aber hinter dem Lenkrad Platz nehmen, ist trotz abgeklebtem Markenlogo klar, dass es sich nur um den neuen Peugeot 308 SW handeln kann. Kleines Lenkrad und darüber statt konventionell dahinter angeordnete Instrumente – das gibt es nur bei Autos mit dem Löwen im Logo.

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Auf den AGR-Sitzen lässt es sich komfortabel sitzen.

So, nun die Position der bequemen AGR-Sitze anpassen und das nun übersichtlicher als bisher mit Tasten belegte und beheizbare Lenkrad einstellen. Nicht zu tief, sonst streifen die Knie an der Lenksäule, nicht zu hoch, damit der Kranz nicht den Blick auf das neue, auf Wunsch dreidimensional erscheinende Digitaldisplay beeinträchtigt. In der Mittelkonsole, klar abgegrenzt, ein weiterer Monitor im Zehn-Zoll-Format fürs Infotainment, darunter ein zweiter in Form einer flachen Leiste, auf der die dazugehörigen Menütasten – Peugeot nennt sie I-Toggles – digital erscheinen. Sie lassen sich nach persönlichem Geschmack sortieren und sind groß im Format, somit auch während der Fahrt leicht zu treffen sind. Direkt darunter eine weitere Leiste mit Kippschaltern für Funktionen wie Warnblinker, Scheibenheizung, Gebläsestufe oder Umluft, flankiert von einem Drehregler für die Radio-Lautstärke.

Elf Ablagefächer mit insgesamt 29,2 Litern Stauvolumen

Ebenfalls groß fallen die Ablagen im Innenraum aus. Insgesamt sind es inklusive Handschuhfach elf an der Zahl, mit in Summe 29,2 Litern Inhalt. Speziell in der Mittelkonsole gibt es nun wesentlich mehr und praktischere Staufächer als im Vorgänger. Dort steckt hinter dem Startknopf auch der kleine Wählhebel für das Automatikgetriebe. Den schieben wir jetzt auf D und starten zur ersten Runde. Unter der Haube steckt der bewährte Turbobenziner mit 130 PS, den es auch wieder in einer 110-PS-Ausführung gibt. Alternativ steht ein der 130 PS starke 1.5 BlueHDI-Diesel zur Wahl, ebenfalls aus dem Vorgänger bekannt.

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auto motor und sport-Redakteur Peter Wolkenstein fuhr den Peugeot 308 SW.

Nun aber Benziner fahren, der aufgeladene 1,2-Liter bringt den 4,64 Meter langen 308 SW zumindest ohne volle Beladung zügig in Schwung, trommelt unter Last typisch für die ungerade Zylinderzahl. Die Achtstufen-Automatik schaltet auf der kurzen Testroute über Land und durch kleine Dörfer meist treffend, verhaspelt sich nur hin und wieder, wenn der SW nach dem Abbremsen rasch wieder beschleunigen soll – die Abstimmung ist im Prototyp noch nicht endgültig.

Plug-in-Hybrid mit 225 PS

Der 308 baut übrigens wie sein Vorgänger auf der EMP2-Architektur auf und unterscheidet sich damit vom Citroën C4 (CMP). Unter der neuen Modellgeneration steckt jedoch eine optimierte Ausführung der Plattform, was sich laut Peugeot unter anderem darin zeigt, dass der SW trotz größerer Abmessungen nicht an Gewicht zugelegt haben soll. Allerdings bleibt der 308 im Konzern nicht der einzige klassische Kompakte auf der EMP2-Basis, der nächste Opel Astra und der komplett neue DS 4 bauen ebenfalls darauf auf.

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Das Cockpit des Peugeot 308 SW.

Während im bisherigen 308 SW bei 130 PS mittlerweile Schluss ist, entwickelt der Neue auf Wunsch noch mehr Temperament. Umsteigen in einen zweiten tarnfolierten SW-Prototyp. Zwei Tankklappen rechts und links am Heck und zusätzliche Fahrmodi – Hybrid und Electric – entlarven ihn als Plug-in-Hybrid. Vierzylinder-Turbobenziner und Elektromotor entwickeln in der Topversion 225 PS Systemleistung, Peugeot verspricht 60 km elektrische Reichweite sowie eine schwächere Variante mit 180 PS.

18- statt 17-Zoll-Räder

Doch dieser Prototyp verweigert heute den reinen Strommodus – also Hybridbetrieb. Dabei arbeiten beide Triebwerke unauffällig und kultiviert Hand in Hand, selbst auf dem kurvigen Abschnitt der Route. Trotz GT-Pack-Ausführung will der Dynamik-Funke dabei aber nicht so recht überspringen. Wie schon im Vorgänger, der zum Vergleich bereitsteht, beeinträchtigt die aus der Mittellage indirekt ansprechende Lenkung Handling und Fahrspaß –doch an der Abstimmung wird noch gearbeitet. Dafür rollt der neue Kombi trotz größerer 18- statt 17-Zoll-Räder nun leiser und geschmeidiger ab.

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Trotz größerer Räder ist der Peugeot komfortabler geworden.

Soliden Komfort bietet der 308 auch beim Umstieg in den Fond, wo selbst große Mitfahrer weder Kopf noch Beine einziehen müssen. Gegenüber der Limousine rücken die Achsen 5,5 Zentimeter weiter auseinander. Und was die Kombi-Qualitäten angeht, punktet der SW mit niedriger Ladekante, 40:20:40-Teilung der Rücksitzlehne und zusätzlicher Entriegelung vom Gepäckraum aus. Dann entsteht durchgehend eine nahezu ebene Ladefläche, sofern sich der Ladeboden in der oberen Position befindet. Das 60 Liter große Fach darunter entfällt beim Plug-in-Hybrid und das Stauvolumen reduziert sich von 608 auf 548 Liter (dachhoch bis hinter die Vordersitze: 1.638 auf 1.574 Liter).

Trotzdem muss sich der neue 308 SW damit nicht verstecken. Weder vor den Kombis von Opel, Hyundai und Renault noch vor allen anderen im Segment. Bis er sich allerdings auch in der Öffentlichkeit ohne Tarnfolie bei den Händlern präsentiert, dauert es noch bis zum Jahreswechsel. Peugeot führt Ende 2021 noch die 308-Limousine ein, der SW folgt im Januar 2022. Preise? Noch offen, aber wesentlich mehr als der aktuelle SW (startet als Puretech 110 bei 23.850 Euro) dürfte er nicht kosten.

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Fazit

Bis auf das markentypische und futuristisch-eigenwillige Cockpit präsentiert sich der neue SW als konservativer, aber in vielen Details gut gemachter Kombi. Bis zur Markteinführung ist noch Zeit, die Adaption der Automatik und der Lenkung zu optimieren. Damit dürfte er auch in Zukunft zwei Drittel des Absatzes der 308-Baureihe ausmachen.

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