Neue Alpine-Lackierung für 2026: Alpine verwirrt mit Fake-Modell

Alpine präsentiert A526-Lackierung
Alpine verwirrt mit Fake-Modell

ArtikeldatumVeröffentlicht am 23.01.2026
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Es war eine Saison zum Vergessen. Alpine wurde 2025 sang- und klanglos Letzter in der Konstrukteurs-Wertung. Das einstige Top-Team hechelt nun schon seit Jahren den eigenen Ansprüchen hinterher. Die personelle und technische Neuausrichtung hat noch nicht die erhofften Früchte getragen.

Zum einen kehrte Meistermacher Flavio Briatore als mächtiger Berater zum Team zurück, zum anderen mottete die Renault-Tochterfirma den selbst entwickelten Motor ein. Der alte Renault-CEO Luca de Meo hatte sich trotz Widerständen der französischen Belegschaft im Sommer 2024 durchgesetzt. Briatore versprach, dass es mit einem Mercedes-Antrieb im Heck besser laufen würde.

Dieses Versprechen gilt es für Alpine ab 2026 einzulösen. Ausreden zählen nun nicht mehr. In Barcelona feierte das Team am Freitag (23.1.) eine große Launch-Party. Auf einem Kreuzfahrtschiff von MSC Cruises zogen Pierre Gasly und Franco Colapinto das Tuch vom Auto. Doch das, was da zum Vorschein kam, war nur ein Show-Modell in den 2026er-Farben.

Alpine A526 - Launch-Modell - Lackierung - Formel 1 - 2026
Sam Bagnall via Getty Images

Erster Rollout schon in Silverstone

Dass es sich nicht um den echten A526 handelte, war auf den ersten Blick klar. Im nass-kalten Silverstone hatte Pierre Gasly schon zwei Tage (21.1.) vor der Präsentation den Shakedown mit dem neuen Wagen absolviert. Danach waren bereits erste Bilder des richtigen Autos in den sozialen Medien aufgetaucht.

Schnappschüsse verrieten da schon die ersten paar Details. So fährt Alpine entgegen dem Großteil der Konkurrenz eine Pullrod-Aufhängung an der Vorderachse. Das selbst gebaute Show-Modell zeigt dagegen Pushrod-Dämpfer vorne. Auch die Seitenkästen passen nicht. Beim Original fallen sie mit einer Rampe stark zum Heck nach unten ab. Beim Modell zeigen sich eher rundliche Linien auf einer Ebene.

Auffällig am echten A526 ist auch die Wulst auf der Motorabdeckung, die Richtung Heck verläuft. Die Airbox ist oval und breit geformt. Sie ähnelt der vom Motorenlieferanten Mercedes. Das Top-Team hatte einen Tag vor Alpine den neuen W17 veröffentlicht. Die Form der Flügel zwischen dem Fake-Modell und dem echten Auto passt auch nicht zusammen.

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Colapinto unter Zugzwang

Vollständige Detail-Analysen der Technik sind vor den offiziellen Testfahrten in Bahrain vom 11. bis 13. Februar sowie vom 18. bis 20. Februar allerdings noch nicht möglich. Einzig der Look steht schon final fest. Wie in den vergangenen Jahren bleibt es bei der hellblauen Grundfarbe. Hauptsponsor BWT sorgt mit dem knalligen Pink wieder für auffällige Akzente.

Akzente setzen wollen auch die Fahrer. Während Pierre Gasly seit 2023 für die in Enstone beheimatete Truppe fährt und seine Qualitäten in der Formel 1 bereits bewiesen hat, fährt Teamkollege Franco Colapinto auf Bewährung. Der Argentinier erlöste letzte Saison nach sechs Rennen den glücklosen Jack Doohan. Allerdings erging es Colapinto nicht viel besser. Er holte keinen einzigen Punkt. Dennoch gab ihm die Teamführung eine zweite Chance für 2026. Die muss Colapinto, der in seinem Heimatland einen F1-Boom ausgelöst hat, aber nun nutzen. Eine weitere punktlose Saison kann er sich nicht erlauben.

Pierre Gasly & Franco Colapinto - Alpine - Formel 1 - 2026
Alpine

Alpine profitiert vom Mercedes-Trick

Gasly hingegen will in seinem vierten Jahr bei Alpine endlich wieder zeigen, dass er das Zeug hat, mit den besten Piloten im Feld mitzuhalten. Im F1-Fahrerlager wurden seine Leistungen im letzten Jahr mit dem unterlegenen A525 zwar hoch eingeschätzt, doch das reicht dem Franzosen nicht. Dass er Rennen gewinnen kann, hat er bereits bewiesen. Die Frage wird nun sein, ob er das mit Alpine schaffen kann.

Mit der Mercedes-Power im Heck dürften dem Rennstall die Argumente ausgehen, wenn es nicht klappt. Schließlich profitierten auch die Kundenteams von dem Motoren-Trick beim Verdichtungsverhältnis von Mercedes. Hier soll der Verbrenner im Betrieb ein Verdichtungsverhältnis von 18:1 erreichen, statt der statisch gemessenen und erlaubten 16:1. Dieser Kniff soll 10 bis 15 PS bringen.

In der Vergangenheit beschwerte man sich bei Alpine häufiger über den schwachen Renault-Motor. Dieser Joker zieht jetzt nicht mehr. Die Ingenieure hatten die Vorsaison zudem früh abgeschrieben und die Weiterentwicklung eingestellt. Nun muss sich zeigen, ob die lange Vorbereitung auf 2026 auch zum Erfolg führt. Wie man hört, sollen die Ingenieure dem Auto eine drastische Diätkur verpasst haben, so dass Alpine zum Saisonstart schon am Mindestgewicht operieren kann.

Fazit