Normalerweise sind es die Top-Teams, die in der Formel 1 die meiste Aufmerksamkeit bekommen. Außer es passiert etwas Besonderes. Etwas Neues. Von diesen Dingen gibt es 2026 genug in der Königsklasse. Neben den umfassenden Regeländerungen, die alle Beteiligten noch länger beschäftigen werden, feiern beim Saisonauftakt in Australien (8.3.) auch zwei Neulinge ihr Formel-1-Debüt.
Zum einen feiert das US-Team Cadillac in Melbourne Premiere, das mit Ferrari-Motoren in das Formel-1-Abenteuer startet. Der zweite Newcomer ist Audi. Die deutsche Premium-Marke nutzt einen in Eigenregie gebauten Antrieb, der in Neuburg entstanden ist. In Australien war es Nico Hülkenberg, der im Auftakttraining (6.3.) die ersten Formel-1-Meter für Audi an einem Rennwochenende zurücklegen durfte.
Ein nächster Meilenstein, den man bei der Marke mit den vier Ringen somit abgehakt hat. Im Anschluss an den besonderen Moment stand das Tagesprogramm im Vordergrund. Sowohl Hülkenberg als auch sein Teamkollege Gabriel Bortoleto drehten in FP1 fleißig ihre Runden. Am Ende der ersten Session waren es 44 Umläufe. Noch erfreulicher war der Blick auf den Zeitenmonitor. Bortoleto wurde Neunter, Hülkenberg schaffte es auf den 10. Platz.

Gabriel Bortoleto erreichte im ersten Training P9 und den 14. Platz in der zweiten Session des Australien-GP.
Audi schwimmt im Mittelfeld
Im zweiten Training umrundeten die beiden Piloten kombiniert 62 Mal den Albert Park Circuit. Hülkenberg war mit 34 Runden etwas fleißiger. Der Blick aufs Zeitentableau machte erneut Mut. Hülkenberg bewältigte die 5,278 Kilometer lange Rundfahrt durch den Albert Park in 1:21.351 Minuten. Der Deutsche verlor dabei 1,6 Sekunden auf die Bestzeit von Oscar Piastri (McLaren) und wurde Zwölfter. Bortoleto beendete den Tag auf dem 14. Platz.
Audi bestätigte damit den Eindruck der Testfahrten. Man schwimmt ordentlich im Mittelfeld mit. Lediglich Haas hinterließ am Freitag eine ähnlich gute Figur wie der Neuling. Zudem war Rookie Arvid Lindblad (Racing Bulls) flott unterwegs. Nimmt man den ersten Trainingstag als Maßstab, scheinen Punkte beim Audi-Debüt möglich zu sein.
Die Abstände fielen minimal aus. Wenn die Rennsimulationen ein Fingerzeig sind, dann hat Audi in dieser Gruppe die Nase vorn. Für die Qualifikation besteht aber noch Nachholbedarf. Noch hat Audi nicht die ideale Abstimmung für das Energiemanagement für eine Runde gefunden.
"Insgesamt war es ein ordentlicher erster Freitag der Saison. Wir konnten eine gute Anzahl von Runden absolvieren, was zu Beginn des Wochenendes immer wichtig ist", bilanzierte Hülkenberg. Vor technischem Schluckauf war aber auch Audi nicht gefeit: "Es gab hier und da noch ein paar kleine Probleme, die wir beheben müssen, aber das gehört dazu", meinte der Routinier nach dem Training.
Updates für den Audi R26
Wegen des neuen Reglements erwarten alle Teams eine steile Lernkurve im Hinblick auf Performance. Schon in Melbourne war die FIA-Liste an Updates für das Wochenende lang. Audi ist dabei keine Ausnahme gewesen. Die in Hinwil sitzende Chassis-Abteilung hatte mehrere neue Teile für den Saisonstart entwickelt.
So haben die Ingenieure den Einlass des Seitenkastens noch einmal verändert, um die Strömung zu optimieren. Das neue Konzept sorgte schon während der Tests in Bahrain für Aufsehen. Auch der Seitenkasten hinter den Kühleinlässen bekam noch einen Feinschliff verpasst. Man habe die Geometrie noch einmal verändert, um die Luft gezielter nach unten zum Diffusor zu dirigieren ("downwash").
Während die Konkurrenz die Strömung über sich nach hinten verengende Seitenkästen auch nach innen zwingt, fließt der Luftstrom bei Audi praktisch auf geradem Weg über eine Rinne im Seitenkasten nach unten. Zudem veränderten die Ingenieure die Aktuatoren für den Straight-Line-Modus am Frontflügel.
Ob die technischen Lösungen Audi Punkte bescheren werden, zeigt sich dann erst im Rennen am Sonntag (Start: 5 Uhr dt. Zeit). Zuvor müssen Hülkenberg und Bortoleto das dritte Training am Samstag (7.3.) und das Qualifying um 6 Uhr deutscher Zeit absolvieren. Ein guter Startplatz wäre der nächste Meilenstein im ehrgeizigen Projekt der Ingolstädter.












