Vier dänische Fahrer haben sich bereits in den Geschichtsbüchern der Formel 1 verewigt. Tom Belsø dürfte dabei nur den älteren Fans ein Begriff sein. Der Mann aus Kopenhagen versuchte sich Mitte der 70er Jahre sieben Mal für einen Grand Prix zu qualifizieren und schaffte es immerhin zwei Mal an den Start. Nicolas Kiesa war 2003 fünf Mal für Minardi mit dabei, riss aber auch keine Bäume aus.
Zu etwas größerer Popularität schaffte es Jan Magnussen. Weniger durch seine 25 Renneinsätze in der Formel 1 Ende der 90er Jahre, sondern eher durch seine Erfolge im Langstreckensport. Vier Klassensiege in Le Mans konnte der Corvette-Pilot zu Beginn des Jahrtausends feiern, womit er aber auch nicht ganz an die Bilanz von Landsmann Tom Kristensen herankommt, der mit neun Gesamtsiegen den Le-Mans-Rekord hält.
Den größten Eindruck in der Königsklasse hinterließ Jan Magnussens Sohn Kevin, der es in 185 GP-Rennen immerhin ein Mal aufs Podium schaffte und eine Pole-Position einfuhr. Der ehemalige Haas-Teamkollege von Mick Schumacher und Nico Hülkenberg ist aktuell erfolgreich für BMW im Langstreckensport unterwegs.

Noch ist es nur ein Traum. Wird die Formel-1-Strecke in Dänemark Wirklichkeit?
Pläne für Formel-1-Kurs in Dänemark
Immer wieder schaffen es junge Talente aus Dänemark auf internationaler Bühne aufzufallen. In der IndyCar sorgen momentan Christian Lundgaard und Christian Rasmussen für Furore. Frederic Vesti wechselte als Formel-2-Vizemeister von 2023 in den Werkskader von Mercedes, wo er aktuell Kimi Antonelli und George Russell mit wertvoller Simulator-Arbeit unterstützt.
Es gibt noch zahlreiche weitere dänische Rennfahrer, die eine Erwähnung verdient hätten. Dass ein Land mit nur sechs Millionen Einwohnern so viele Piloten mit internationalem Format hervorbringt, ist etwas überraschend. Dabei hat Dänemark noch nicht einmal eine Formel-1-Strecke – geschweige denn einen Grand Prix.
Doch das könnte sich bald ändern. Anfang Mai enthüllten die Erben des Novo-Nordisk-Vermögens, Henrik Lyngbye Pedersen und sein Sohn Mathias Lyngbye Villadsen, äußerst ambitionierten Pläne für einen großen Motorsport-Komplex.
Noch kein Zeitplan für Fertigstellung
Die Anlage soll Platz für 100.000 Zuschauer bieten und auf dem Gelände des heutigen "Padborg Park" entstehen, einer 2,1 Kilometer langen Rennpiste kurz hinter der deutsch-dänischen Grenze, ganz in der Nähe von Flensburg. Insgesamt sollen mehr als 500 Millionen Euro investiert werden. Das Projekt trägt den Namen "Circuit of Denmark".
Gespräche mit den Grundstückseigentümern in der Umgebung über den Erwerb von Flächen laufen bereits. Genehmigungen stehen aber noch aus. Einen Zeitplan können die Verantwortlichen noch nicht präsentieren. Klar ist nur, dass die Umsetzung mehrere Jahre in Anspruch nehmen dürfte.
Die fertige Anlage soll weit mehr sein als nur eine Erweiterung der bestehenden Rennstrecke sein. Nach Angaben der Projektleiter soll sie auch als Zentrum für "Sport, Verkehrssicherheit, Tourismus und regionale Entwicklung" dienen. Dazu gehören unter anderem Einrichtungen für Motocross und Kartsport sowie Hotels und Konferenzbereiche.
Die Rennstrecke soll die fünftlängste Europas werden. Geplant ist ein Kurs mit 6.006 Metern Länge mit insgesamt 18 Kurven. Bei der Gestaltung des Layouts ist das Planungsbüro des österreichischen Ex-Formel-1-Piloten Alex Wurz federführend involviert.





