Esteban Ocon & Fernando Alonso - GP Brasilien 2022 Motorsport Images
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Stallkrieg und Teamwork: Alpine fährt Achterbahn

Erst Stallkrieg dann Teamwork Alpine fährt Achterbahn

GP Brasilien 2022

Alpine packte alle Emotionen in ein Wochenende. Nach dem Sao-Paulo-Sprint gab es zunächst Stunk, weil sich die Fahrer durch Kollisionen um sichere Punkte brachten. Am Sonntag herrschte wieder eitel Sonnenschein. Die 14 Punkte zählen doppelt, weil McLaren leer ausging.

Der Grand Prix von Brasilien war für Alpine eine Achterbahnfahrt. Die Equipe startete gut in ein Wochenende, an dem man im Duell mit McLaren um Platz vier eine Vorentscheidung herbeiführen wollte, um das Finale in Abu Dhabi nicht zur Zitterpartie werden zu lassen. Sieben Punkte Vorsprung waren kein Ruhekissen.

Doch am Samstagabend waren es plötzlich nur noch fünf Zähler. Was im Sprint nach einer einfachen Aufgabe von den Startplätzen sechs und sieben aussah, machten sich Fernando Alonso und Esteban Ocon schon in der Startrunde zum Mini-Rennen kaputt.

Zuerst gab es eine Berührung in Kurve 4, dann eine zweite auf der Zielgerade. Alonso verlor den Frontflügel, und Ocons Unterboden sowie der Seitenkasten wurde bei dem Zusammenstoß derart stark beschädigt, dass der A522 mit der Startnummer 31 rund 50 Punkte Abtrieb verlor. Ocon wurde auf den 18. Platz durchgereicht. Alonso schaffte es nach seinem Boxenstopp nur noch auf Platz 15. Es kam noch schlimmer. Eine Fünfsekunden-Strafe relegierte ihn auf den vorletzten Rang.

Esteban Ocon - Formel 1 - GP Brasilien 2022
Wilhelm
Die Kampfspuren am Auto von Ocon waren nach dem Sprint-Crash deutlich zu sehen.

Standpauke an die Fahrer

Bei Alpine hing danach der Haussegen schief. Es gab danach eine Standpauke für beide Fahrer. Während man den ersten Zwischenfall noch als normalen Rennunfall einstufen konnte, ging der zweite klar auf Alonsos Kappe. Da waren dem Spanier die Nerven durchgegangen, weil er sich von Ocon vorher unfair abgedrängt fühlte. Dass Alonso nach seinem Boxenstopp in 22 Runden 13 Sekunden auf Lando Norris gutmachte, war mehr Schmerz als Trost. So einfach darf man sichere WM-Punkte nicht wegwerfen.

Teamchef Otmar Szafnauer fand klare Worte: "Über 1.000 Leute arbeiten an dem Ziel, die Weltmeisterschaft als Vierter abzuschließen. Fernando und Esteban müssen einen besseren Job abliefern als den, den sie uns heute gezeigt haben. Das sind sie dem Team schuldig. Heute haben sie alle in Viry und Enstone im Stich gelassen." Szafnauers klare Ansage: "Das wird nicht mehr passieren. Ab sofort bestimmen wir, wer wen angreifen darf."

Das reinigende Gewitter wirkte. Und der Kommandostand machte die Ansagen. Zunächst einmal hielt man seine heißblütigen Piloten durch unterschiedliche Strategien voneinander fern. Ocon wurde konservativ auf zwei Stopps mit der Reifenfolge soft-medium-soft gesetzt. Alonso spielte mit drei Stopps und der Reifenfolge medium-medium-medium-soft den aggressiven Part. Da er die meiste Zeit auf freier Rennstrecke fuhr, machte er die Zeit für den zusätzlichen Boxenstopp schnell wieder wett.

Das Safety-Car am Ende schenkte Alonso den letzten Reifenwechsel auch noch halb. Und es brachte den Ex-Weltmeister in die bestmögliche Position. Keiner aus den Top Ten hatte frischere Reifen als er, als es zehn Runden vor Schluss wieder losging. Die Garnitur Soft war brandneu und hatte beim Re-Start erst drei Runden hinter dem Safety-Car auf der Lauffläche. Ocon rollte auf gebrauchten C4-Reifen einen Platz vor seinem Stallrivalen im Pulk. Das war der Zeitpunkt, an dem die Strategen eingreifen mussten.

Alonso - Ocon - GP Brasilien 2022 - Sao Paulo
Motorsport Images
Nach der Safety-Car-Phase ließ Ocon das Schwesterauto kampflos vorbei.

Kein Kampf der Alpine-Autos

Ocon wurde eingeschärft nicht gegen Alonso zu kämpfen. Er hätte auf seinen alten Sohlen keine Chance gehabt und bei Widerstand nur dem Teamkollegen Zeit gekostet. Als Ocon fragte, ob er beim Re-Start zuerst Sebastian Vettel angreifen und danach den Platztausch vornehmen dürfe, bekam er grünes Licht.

In der anderen Reihenfolge hätte das Vettel genug Luft gegeben, sich gegen den Angriff der Alpine zu wehren. Mit seinen Medium-Reifen stand der Heppenheimer auf verlorenem Posten. Die beiden Alpine flogen in schneller Folge an ihm vorbei. Und in Kurve 9 machte Ocon dem Schwesterauto dann wie vereinbart brav Platz.

Alonso war so schnell, dass er noch Charles Leclerc einholte und Max Verstappen in Schach halten konnte. Das war Platz fünf. Ocon zwang Valtteri Bottas in die Knie und wurde noch Achter. Nur einen Tag nach Alpines Waterloo war die Stimmung wieder im grünen Bereich. Mit 14 Punkten gegen null von McLaren gelang ein großer Schritt zum erklärten Saisonziel. 19 Punkte Vorsprung sind im Mittelfeld nur schwer aufholbar.

Der Alpine A522 zeigte erneut, dass er praktisch auf jeder Strecke, jedem Wetter und auf jedem Reifentyp schnell ist. Das Auto kam sogar mit den ungeliebten Medium-Reifen klar. Alonso entschuldigte sich mit einem Tag Verspätung: "Ich habe am Samstag einen Fehler gemacht und versucht den mit dem bestmöglichen Resultat wiedergutzumachen."

Ocon pflichtete bei: "Nach der Enttäuschung vom Samstag war es uns eine Verpflichtung unser Bestes für das Team zu geben." Teamchef Szafnauer hatte das Schlusswort: "Der Sprint war unser Tiefpunkt in dieser Saison. Das Rennen zählt definitiv zu den Höhepunkten."

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