Max Verstappen - Red Bull - GP Spanien 2022 Red Bull
Max Verstappen - Red Bull - GP Spanien 2022
Max Verstappen - Red Bull - GP Spanien 2022
Charles Leclerc - Ferrari - GP Spanien 2022
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GP Spanien 2022 - Analyse Rennen: Ärger bei Red Bull

Rennanalyse GP Spanien 2022 Ärger nach Red-Bull-Sieg

GP Spanien 2022

Nach dem Doppelsieg in Barcelona musste Red Bull einige unangenehme Fragen beantworten. Wurde Perez unfair benachteiligt? Warum funktionierte das DRS bei Verstappen nicht? Warum war das Benzin vor dem Start zu kalt? Und wieso konnte man Leclerc bis zum Ausfall nicht gefährden?

Hätte Leclerc locker gewonnen?

26 Runden lang sah alles danach aus, als würde Charles Leclerc den GP Spanien im Schongang gewinnen. Dann streikte plötzlich das Triebwerk im Heck des Ferrari. "Wir hatten gar keine Vorwarnung. Der erste Hinweis kam von Charles über Funk", erinnerte sich Teamchef Mattia Binotto an die dramatischen Sekunden. Wo der Defekt genau lag, soll nun eine Untersuchung in Maranello klären. Offenbar ist das Triebwerk aber nicht mehr zu retten. Binotto kündigte bereits an, das Aggregat komplett zu zerlegen.

Am Ende stellte sich nur noch die Frage, ob Leclerc das Rennen auch in der zweiten Hälfte so souverän angeführt hätte. Bei Red Bull äußerte man sich zuversichtlich, dass Verstappen seinem WM-Rivalen das Leben noch schwer gemacht hätte. "Ich denke, das wäre sehr eng geworden. Vielleicht hätte unser Dreistopper besser funktioniert als ihr Zweistopper", grübelte Teamboss Christian Horner.

Bei Red Bull verwies man auch auf die schwache Pace von Carlos Sainz im zweiten Ferrari. Doch der Spanier hatte sich bei seinem Dreher ins Kiesbett von Kurve vier den Unterboden beschädigt. "Ich kann nicht sagen, wie viel es gekostet hat. Aber die Ingenieure haben es in den Daten gesehen. Und ich habe es im Cockpit auch gespürt, dass etwas nicht stimmt."

Charles Leclerc - Ferrari - GP Spanien 2022
xpb
Leclerc musste seinen Ferrari nach 26 in der Box abstellen.

Bei Mercedes glaubt man nicht, dass Leclerc an diesem Tag in Gefahr geraten wäre. Der geringe Reifenverschleiß im ersten Stint deutet darauf hin, dass der Pechvogel seine Zweistopp-Strategie ohne größere Probleme ins Ziel gebracht hätte. Und vor dem Ausfall betrug der Vorsprung bereits komfortable 12,6 Sekunden.

Leclerc selbst hat zu dem Thema auch eine klare Meinung: "Ich hatte alles unter Kontrolle. Wir hatten auf dem Soft-Reifen weniger Verschleiß, obwohl wir mehr Runden draußen waren. Für Max wäre es sehr schwer geworden, mich noch einzuholen." Die Ferrari-Speerspitze versuchte dem Spanien-Wochenende am Ende noch etwas Positives abzugewinnen. "Das Upgrade-Paket hat wie erwartet funktioniert. Unsere Qualifying-Pace war sehr gut. Und auf die Distanz waren wir auch sehr konkurrenzfähig."

Gab es unfaire Stallregie gegen Perez?

Die Freude von Sergio Perez über Platz zwei hielt sich auf seiner Auslaufrunde in Grenzen: "Wir müssen noch was besprechen", funkte der Pilot mürrisch an den Red-Bull-Kommandostand. Gegenüber der Presse erklärte der Mexikaner später, was ihm auf dem Herzen lag: "Als ich Max im ersten Stint vorbeigelassen habe, wurde mir gesagt, dass ich die Position später zurückbekomme. Als ich dann auf ihn auflief, hätte es mir geholfen, wenn ich durchgelassen worden wäre. Aber das war nicht der Fall."

In Runde 49 kam dann noch einmal die Ansage vom Kommandostand, dass er den Teamkollegen durchlassen solle, was der Pilot zähneknirschend befolgte. "Ein Fahrer gibt natürlich nicht freiwillig die Führung ab", zeigte Horner Verständnis. "Zu diesem Zeitpunkt betrug das Delta mehr als zwei Sekunden pro Runde. Alle Temperaturen lagen am oberen Limit. Es hätte keinen Sinn gemacht, wenn wir die beiden hätten kämpfen lassen."

Der Blick auf die Zeiten zeigt tatsächlich, dass Verstappen deutlich schneller war, wenn auch nicht ganz so sehr wie es Horner andeutete. Von einer unfairen Stallregie wollte der Teamboss nichts wissen: "Am Ende stellte sich heraus, dass Checo sowieso noch einmal einen Boxenstopp einlegen musste. Er wäre mit den Reifen nie über die Distanz gekommen."

Verstappen & Perez - GP Spanien 2022
Red Bull
Verstappen bedankte sich nach dem Rennen bei Perez für die geringe Gegenwehr.

Der Platzwechsel machte also tatsächlich Sinn. Dennoch durften beide Piloten nicht mit gleichen Waffen kämpfen. Verstappen war mit einem neuen DRS-Mechanismus unterwegs. Das Upgrade spart im Vergleich zum Vorgängermodell ein paar Gramm Gewicht. "Bei diesem Entwicklungstempo kann man nie alles gleich für zwei Autos bauen", verteidigte Sportchef Helmut Marko.

Am Ende wurde der Einbau des Upgrades aber kein Vorteil für Verstappen – im Gegenteil. Den neuen DRS-Mechanismus legten die Ingenieure wohl etwas zu filigran aus. Schon im Qualifying machte das Bauteil Probleme. "Wir dachten, dass wir es zum Rennen gelöst haben. Aber da hatten wir uns wohl geirrt", schimpfte Marko.

Warum gab es vor dem Start Stress bei Red Bull?

Nicht nur das DRS sorgte für Ärger im Red-Bull-Camp. Während sich alle anderen Autos auf den Weg in die Startaufstellung begaben, standen Verstappen und Perez noch mit laufenden Motoren in der Garage. Erst acht Sekunden vor Schließen der Boxengasse verließen die Autos endlich ihren überdachten Stellplatz. Auf Nachfrage von auto motor und sport behauptete Horner, dass man noch das DRS checken wollte.

Doch von der FIA kam eine ganz andere Erklärung. Demnach kämpfte Red Bull mit einer zu niedrigen Sprit-Temperatur. Das Limit liegt 10 Grad unter der Außentemperatur, in diesem Fall also bei 25 Grad. Den geforderten Wert erreichte Red Bull erst kurz vor Verlassen der Box. In Miami gab es noch eine fixe Grenze von 18 Grad. Doch dagegen legte offenbar Ferrari ein Veto ein. Angeblich sollen die Motoren von Mercedes und Honda den warmen Sprit nicht so gut vertragen wie die Triebwerke aus Maranello.

Lewis Hamilton - Mercedes - GP Spanien 2022
Motorsport Images
Lewis Hamilton wollte zu Beginn schon aufgeben. Dann kämpfte er sich aber doch noch auf Platz fünf nach vorne.

Ist Mercedes schon siegfähig?

Mercedes-Teamchef Toto Wolff rechnete nach der Zieldurchfahrt vor, dass Lewis Hamilton die beste Rennpace im Feld hatte. Nach seiner Kollision mit Kevin Magnussen in der Startrunde und dem unplanmäßigen Boxenstopp raste der Vizeweltmeister noch auf Rang fünf nach vorne. Es hätte sogar ein vierter Platz werden können, wenn ein Wasserleck ihn nicht in den letzten zehn Runden noch zum Schongang zwang. So zog der bereits überholte Ferrari von Sainz wieder vorbei.

"Wäre Lewis nach dem Start dort geblieben, wo er losgefahren ist, hätte er mit seiner alternativen Strategie vielleicht um den Sieg mitfahren können", glauben die Ingenieure. Der Pilot selbst war am Ende froh, dass er nach dem Plattfuß doch nicht direkt aufgegeben hatte. Mit dem Barcelona-Upgrade konnte er endlich wieder attackieren: "Das Auto fühlte sich großartig an. Das Bouncing auf den Geraden ist weg. In den Kurven ist es teilweise noch da, aber lange nicht mehr so schlimm wie früher. Wir sind viel näher dran an den Jungs an der Spitze."

Auch Teamkollege George Russell hatte kein sorgenfreies Rennen. Der Motor lief schon in einem frühen Stadium zu heiß. Der Brite konnte nicht das Tempo fahren, das er wollte. Trotzdem durfte er vier Runden lang Führungsluft schnuppern. Der 24-Jährige bot Verstappen einen großen Kampf und zwang Red Bull zu einer Dreistopp-Strategie. Am Ende wurde er mit dem Podium belohnt.

Fernando Alonso - GP Spanien 2022
xpb
Für Mick Schumacher ging es im Rennen rückwärts, für Sebastian Vettel vorwärts.

Warum punkteten die Deutschen nicht?

Für Mick Schumacher sah es nach der Startrunde aus, als würde es endlich mit den ersten Punkten klappen. Nur fünf Konkurrenten hatte der Haas-Youngster noch vor der Nase. Doch dann ging es stetig rückwärts. Bis zu seinem ersten Stopp in Runde zwölf hatte er schon zwei Positionen verloren. Vor dem zweiten Stopp in Runde 30 lag er nicht mehr in den Punkten. Am Ende rollte er auf Position 14 über den Zielstrich und ging damit zum 27. Mal in Folge leer aus.

Nach dem Rennen übte der Pilot leichte Kritik an der Zweistopp-Strategie. Auf dem langen letzten Stint gingen die Reifen komplett ein: "Wir müssen mal schauen, wie wir zu dieser Strategie gekommen sind und warum wir sie nicht verändert haben. Aber nachher ist man immer schlauer", klagte Schumi.

Bei Sebastian Vettel sah die Ausgangslage ungleich schlechter aus. Von Startplatz 16 gewann er in der ersten Runde immerhin drei Positionen. Im Ziel war er dann Elfter, was aber auch keine Punkte brachte. "Ich bin generell zufrieden. Am Ende ist es aber ein elfter Platz. Natürlich hätte ich gerne etwas mitgenommen."

Der Heppenheimer wurde von seinen Strategen ebenfalls auf eine Zweistopp-Taktik gesetzt, allerdings mit einem langen ersten Stint. "Wir mussten ja etwas anderes machen als die anderen, um ihn aus dem Verkehr zu bekommen", erklärte Teamchef Mike Krack die Wahl der Taktik. "Ich glaube, dass Platz elf das Maximum war. Für mehr hat uns leider noch der Speed gefehlt."

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