Ferrari - V6-Turbo - Motor - 2014 ams
BMW F1 Motor Prüfstand
Brabham BMW 1986
BMW F1 Motor 1986
Honda F1 2005 18 Bilder

Bessere Vermarktung für F1-Motoren in Planung

F1 plant bessere Vermarktung „Show and tell“ auch für Motoren

Seit 2014 fährt die Formel 1 mit 1,6-Liter-V6-Turbomotoren und Hybridsystem. Die Hersteller zieren sich seither, Details über ihre PS-Monster preiszugeben. Damit soll bald Schluss sein. Mit dem Einfrieren der Motoren sollen die Hersteller sich auf Wunsch der Rechteinhaber öffnen.

2022 läutet die Formel 1 mit neuen Autos ein neues Zeitalter ein. Die Technik soll den Fans über die Medien besser zugänglich gemacht werden. Ab der kommenden Saison sollen die Teams dazu verpflichtet werden, jede Neuentwicklung der Öffentlichkeit zeigen. Das Projekt läuft unter dem Arbeitstitel "show and tell", also zeigen und erzählen.

Das Procedere soll so aussehen: Am Freitag werden alle zehn Autos in der Boxengasse präsentiert. Die Teams stellen eine Liste mit den neuen Aerodynamik-Teilen bereit. Darunter auch die Experimental-Teile, die von den einzelnen Teams nur am Freitag getestet werden. Nach der Qualifikation wählt die Formel 1 fünf Autos aus und zeigt sie in ihrer endgültigen Spezifikation.

Ola Källenius - Stefano Domenicali - GP Österreich 2021 - Spielberg - Qualifikation
Wilhelm
F1-Boss Stefano Domenicali (rechts) will die Motoren-Hersteller zu mehr Offenheit bewegen.

Domenicali will bessere Motoren-Werbung

Auch bei der Technik unter der Verkleidung soll es mehr Offenheit geben. Nur gibt es dazu noch keine detaillierten Pläne. Bislang versteckten die vier Hersteller – Mercedes, Ferrari, Renault und Honda – ihre V6-Turbomotoren so gut es ging. Ferrari beispielsweise stellte erst in dieser Saison erstmals seinen Motor aus. Es war ein Exemplar von 2014. Zuvor hatte es kein einziges Bild vom Sechszylinder aus Maranello gegeben. Die anderen Hersteller betrieben diesbezüglich bessere Öffentlichkeitsarbeit, wenn auch selbst auf kleiner Flamme. Leistungsdaten? Fehlanzeige.

Die Formel 1 will ihr Produkt zukünftig besser vermarkten. Da reicht der Slogan, den man seit November auf Plakaten an der Rennstrecke sieht, allein nicht. Dort steht geschrieben: "The world’s most efficient engine – powered by hybrid since 2014". Dass die Formel 1 mit den effizientesten Motoren dieser Welt fährt, hat sich inzwischen herumgesprochen. Doch so recht greifen und verstehen können Fans die Raketentechnik nicht, weil sie keiner richtig erklärt. Dafür fehlen die tiefgreifenden Informationen. F1-Boss Stefano Domenicali gibt zu: "Wir haben bisher keine vernünftige Werbung für unser Produkt gemacht. Wir haben nicht verdeutlicht, wer wir sind und für was wir stehen. Das muss aufhören."

Es muss mehr kommen – und es soll mehr kommen. Womöglich eine Art "show and tell" für die Motoren. "Wir sind Motorsport, und nicht nur ein Labor für Technik und Forschung. Wir müssen den Leuten etwas geben. Sonst wären wir nicht hier. Es ist Zeit, aus der Ecke zu kommen, und sicherzustellen, dass jeder versteht, wer wir sind."

Honda - F1-Motor - V6-Turbo - Hybrid
Honda

Einfrieren als Wendepunkt

Bei der bisherigen Verschlossenheit der Hersteller stellt sich unweigerlich die Frage, warum es auf einmal besser werden sollte. Zum Umdenken könnte sie das Einfrieren der Motoren bewegen. Ab 2022 werden die einzelnen Komponenten Schritt für Schritt homologiert. Für Motor, Turbolader und die Elektromaschine MGU-H ist die Deadline der 1. März. Mit einem Upgrade für MGU-K, Batterie und Leistungselektronik haben die Hersteller bis 1. September Zeit. Danach sind keine leistungsrelevanten Änderungen mehr erlaubt.

Das ist für Domenicali der springende Punkt. "Die Motoren werden für vier Jahre eingefroren. Deshalb sind die Hersteller so dahinter, sie bis dahin unter Verschluss zu halten. Sie müssen bei der Performance sicherstellen, dass sie den richtigen Schritt machen für die Zukunft. Danach steht das Produkt." Soll heißen: Dann gibt es eigentlich keinen Grund mehr, sich in Geheimhaltung zu üben. Dann könnte man sich offener präsentieren, was die Formel 1 erwirken möchte.

Die Frage ist, was passiert, wenn sich aufgrund der Umstellung auf E10-Benzin doch größere Leistungsunterschiede zwischen den einzelnen Motoren auftun. Ein Hersteller mit einem Nachteil auf der Motorenseite wird sicher nicht für vier Jahre die Füße stillhalten.

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