Die Formel-1-Fans müssen sich jedes Jahr an neue Gesichter gewöhnen. Nach der Rookie-Lawine im Vorjahr gibt es diese Saison mit Racing-Bulls-Talent Arvid Lindblad aber nur einen einzigen Neuling im Feld. Das Stühlerücken fiel generell überschaubar aus. Lindblad folgt Isack Hadjar, der den glücklosen Yuki Tsunoda bei Red Bull ersetzt. Neueinsteiger Cadillac ermöglichte zudem Valtteri Bottas und Sergio Perez das Comeback. Ansonsten bleibt alles beim Alten.
Die Stabilität im Feld kommt nicht überraschend. Mit dem großen Umbruch im Reglement setzen die meisten Teams personell auf Konstanz. Kaum einer möchte sich zusätzlich zur technischen Herausforderung auch noch die Aufgabe aufhalsen, einen neuen Fahrer zu integrieren. Erfahrene Kräfte sind gefragt, die ein gutes Feedback geben und bei der Entwicklung der Neuwagen helfen. Deshalb wurden viele Fahrer-Verträge so ausgelegt, dass sie die aktuelle Winterpause überdauern.
In zwölf Monaten könnte das aber schon wieder ganz anders aussehen. Bei der Hälfte des Feldes laufen die Verträge nach der Saison aus. Mit vielen Fahrern wurden zudem Deals abgeschlossen, die mehrere Optionen enthalten. So ist fest davon auszugehen, dass das Abkommen zwischen Mercedes und George Russell die Möglichkeit enthält, die Laufzeit über das offiziell verkündete Ende 2026 zu verlängern, ohne dass noch einmal neu verhandelt werden muss.

Die Ferrari-Fahrer sind angeblich langfristig gebunden. Doch was sagen die Klauseln und Optionen?
Wie geht es bei Ferrari weiter?
Bei vielen Fahrern wurde das Ende der aktuellen Verträge gar nicht erst kommuniziert. Ferrari sprach bei Lewis Hamilton Anfang 2024 nur von einem "Multi-Year-Deal", also einem Abkommen, das mehrere Saisons umfasst. Der Rekordsieger ließ zuletzt in Interviews durchblicken, dass er sich trotz durchwachsener Leistungen keine Sorgen um sein Cockpit macht: "Ich habe noch einen ziemlich langen Vertrag." Daraus könnte man lesen, dass Hamilton noch bis 2027 fix ist.
Teamkollege Charles Leclerc hat ebenfalls Anfang 2024 einen neuen Vertrag unterschrieben, bei dem die Laufzeit nicht ganz klar ist. Wie man hört, soll es hier wohl auf beiden Seiten Klauseln zum vorzeitigen Ausstieg oder zu einer möglichen Verlängerung geben. Nach Informationen der italienischen Webseite autoracer.it soll der Monegasse schon angekündigt haben, bei einem enttäuschenden Saisonstart über einen Teamwechsel nachdenken zu wollen.
Mit Max Verstappen gibt es noch einen weiteren prominenten Fahrer, der trotz laufendem Vertrag (bis 2028) zu den Wechselkandidaten zählt. Der Red-Bull-Pilot hatte schon in der vergangenen Saison mit einem vorzeitigen Abschied kokettiert. Erst als die Performance-Klauseln des Teams abgelaufen waren, bekannte er sich zum Verbleib. Sollte Red Bull erneut schwächeln, werden die Spekulationen über einen Abgang sicher schnell wieder aufflammen. Mercedes bleibt hier wohl die erste Anlaufadresse.

Max Verstappen ist die Königsfigur im Transferschach. Wenn das Auto schlecht ist, wird ein Wechsel wahrscheinlich.
Verhandlungspause bei McLaren
Während sich die Konkurrenz also mit Vertragsthemen selbst ablenkt, setzt McLaren langfristig auf sein bewährtes Duo. Weltmeister Lando Norris hatte Anfang 2024 vorzeitig verlängert, Oscar Piastri hatte sich vor der Saison 2025 für mehrere Jahre an das Papaya-Team gebunden. Beide Deals sollten also mindestens bis Ende 2027 laufen. Die Frage lautet, wer sich hier im teaminternen Duell sportlich durchsetzt. Sollte Piastri wieder den Kürzeren ziehen, wird er sich früher oder später nach Alternativen umsehen müssen.
Bei den vielen Optionen in den modernen Fahrerverträgen wird es für die Teams umso wichtiger, sich 2026 von ihrer besten Seite zu zeigen. Wer jetzt, zum Beginn des neuen Reglement-Zyklus, ein schnelles Auto gebaut hat, bekommt eine echte Chance, für die nächsten Jahre einen starken Fahrer festzunageln.
Hier die Übersicht, wie lange die Verträge der einzelnen Fahrer noch laufen:












