Formel 1: Ferrari verlangt FIA-Erklärung zum Frontflügel-Trick von Mercedes

Neuer Frontflügel-Trick von Mercedes
Ferrari fordert Aufklärung von der FIA

ArtikeldatumVeröffentlicht am 25.03.2026
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Mercedes-Frontflügel - GP China 2026
Foto: Wilhelm

In der aktuellen Frühphase der Formel-1-Saison beäugen sich die Teams gegenseitig ganz genau. Den Ingenieuren geht es vor allem darum, sich von den anderen Autos neue Tricks abzuschauen, um die eigene Weiterentwicklung zu beschleunigen. Und natürlich geht es auch darum herauszufinden, wo die Konkurrenz in den Grauzonen des Reglements fischt.

Ferrari ist am Shanghai-Wochenende aufgefallen, dass der Frontflügel von Mercedes beim Umstellen vom Geraden- in den Kurven-Modus deutlich langsamer umklappt als die Flügel der anderen Autos. Zu erkennen ist die kurze Verzögerung praktisch nur in der Zeitlupe. Analysiert man den Mechanismus ganz genau, sieht man sogar, dass sich der Flap in zwei Schritten nacheinander verstellt.

Ohne aerodynamische Simulationen lässt sich nur spekulieren, welchen positiven Effekt die verzögerte Flügelverstellung hat. Möglicherweise hilft sie dabei, die Strömung und damit den maximalen Abtrieb in der Bremsphase besser anliegen zu lassen. Vielleicht gibt der Trick den Fahrern auch mehr Stabilität und ein besseres Gefühl auf der Bremse, wenn sich die Aerodynamik nicht ganz so ruckartig verändert.

Mercedes-Frontflügel - GP Bahrain 2026
xpb

Ferrari bittet um Klarstellung

Bevor man über Vor- und Nachteile des Tricks spekuliert, stellt sich natürlich auch noch die Frage, ob das Vorgehen von Mercedes überhaupt legal ist. Da sind sich die Ferrari-Ingenieure offenbar selbst nicht sicher. Laut der italienischen Webseite "autoracer.it" haben die Scuderia-Verantwortlichen die FIA am Rande des China-Grand-Prix um eine Stellungnahme zu dem Thema gebeten. Die Schiedsrichter sollen erklären, ob das Bauteil regelkonform ist.

Die Frontflügel-Verstellung ist im Technik-Reglement unter Paragraf C3.10.10 geregelt. Der Wechsel zwischen den Positionen "Geraden-Modus" und "Kurven-Modus" ist hier genau definiert. Die Position der Flaps in beiden Zuständen wird mit einem Sensor überwacht. Festgelegt ist unter anderem, dass die Zeitspanne zwischen den beiden Zuständen nicht länger als 400 Millisekunden dauern darf.

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FIA hat Frontflügel schon gecheckt

Wie man hört, soll es bei Mercedes länger dauern, bis der Flügel von der flachen in die steile Position klappt – angeblich doppelt so lange. Bei autoracer.it wird spekuliert, dass vielleicht die Verstellung in zwei Phasen das Kontroll-System der FIA austrickst und der Sensor einen komplett verstellten Flügel meldet, obwohl sich der Flap noch gar nicht in der endgültigen Position befindet. Das ist erst der Fall nach der zweiten, langsameren Phase.

Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass die FIA schon nach dem Australien-Grand-Prix bei ihren Checks zufällig genau diesen Bereich am Auto von George Russell unter die Lupe genommen hat. Im offiziellen Technik-Report steht, dass beim Scrutineering das "Front Wing Adjuster System" untersucht wurde. Dabei gab es allerdings nichts zu beanstanden. Die Verstellung ist also legal.

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