Formel 1: Dank diesen Motor-Upgrades wird die WM wieder spannend

Ferrari darf nachrüsten
Mehr Spannung dank Motor-Upgrades?

GP Miami 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.04.2026
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Charles Leclerc - Ferrari - GP Japan 2026
Foto: Wilhelm

Die Formel-1-Saison 2026 ist bisher eine klare Angelegenheit. Mercedes hat alle drei Rennen plus den Sprint in Shanghai gewonnen. In der Gesamtwertung führt das Silberpfeil-Team mit satten 45 Punkten. Damit könnte sich der deutsch-britische Werksrennstall beim nächsten Rennen in Miami sogar einen Doppelausfall leisten, ohne die Spitze zu verlieren.

Für die Regelhüter kommt diese Situation nicht unerwartet. Bei größeren Technik-Reformen kommt es regelmäßig vor, dass ein Team plötzlich deutlich überlegen ist. Aus der Vergangenheit weiß man, dass die Gefahr einer Dominanz besonders hoch ist, wenn ein neues Motoren-Reglement eingeführt wird. Deshalb hat die FIA zusammen mit den Teams das sogenannte "ADUO"-Verfahren im Gesetzestext verankert.

ADUO ist eine Abkürzung, die für "Additional Development and Upgrade Opportunities" steht. Das bedeutet konkret: Wenn ein Motorenhersteller beim Verbrenner signifikant im Rückstand ist, darf nachgerüstet werden. Das soll für mehr Spannung sorgen. Damit der Mechanismus zur Anwendung kommt, ist ein Leistungsdefizit von mindestens zwei Prozent vorgeschrieben. In diesem Fall dürfen auch während der Saison neue Motoren-Komponenten homologiert werden.

Parc Fermé  - GP China - Mercedes vs. Ferrari - GP Australien 2026
Lintao Zhang via Getty Images

Ferrari-Rückstand auf den Geraden

Eigentlich wurde vereinbart, dass die Power-Werte vier Mal pro Saison – also immer nach sechs Rennen – analysiert und anschließend die Freigaben für Nachrüstungen erteilt werden. Durch die Absage von Bahrain und Saudi-Arabien endet der erste Zyklus nun aber schon nach den ersten vier Grands Prix. In Miami werden die FIA ein letztes Mal auf die Zahlen schauen.

Dass Aston Martin und Audi Zugeständnisse bekommen, um ihr Leistungsdefizit zu verringern, gilt unter den Fahrerlager-Experten als sicher. Aber auch bei Ferrari hofft man auf eine kleine PS-Spritze durch das ADUO-Verfahren. Sowohl die Piloten als auch Teamchef Fred Vasseur betonen stets, dass der Großteil des Rückstands auf Mercedes durch den fehlenden Speed auf den Geraden entsteht.

Noch hat sich die FIA diesbezüglich nicht in die Karten schauen lassen. Doch bei Mercedes geht man offenbar fest davon aus, dass dem Konkurrenten die Genehmigung erteilt wird. "Es wird sich noch viel ändern, auch wegen ADUO, das Ferrari genehmigt wird. Damit dürfen sie ihren Motor weiterentwickeln", verriet Kimi Antonelli in einem TV-Interview mit Sky Italia.

Charles Leclerc - Ferrari - GP Japan 2026
Wilhelm

Bekommt Mercedes endlich Druck?

Vasseur hatte bereits angekündigt, dass man in allen Bereichen des Autos größere Umbauten plant. Antonelli erwartet deshalb in den kommenden Rennen mehr Gegenwehr vom Team aus Maranello: "Sie haben jetzt schon ein schnelles Auto. Sie werden also noch deutlich näher kommen."

Der WM-Spitzenreiter sieht die Situation allerdings gelassen: "Ich mache mir keinen Kopf. Wenn es wieder losgeht, konzentriere ich mich ganz auf meine Ziele. Ich habe keine Sorgen, aber ich bin mir bewusst, dass andere Teams früher oder später aufholen werden."

Neben dem ADUO-Verfahren greift auch noch die ATR-Regelung, die den schlechteren Teams mehr Ressourcen bei der Aerodynamik-Entwicklung zugesteht. Hier werden die Werte aber nur zwei Mal pro Saison angepasst. Aktuell zählt noch der Stand zum Ende des Vorjahres. Das heißt: Weltmeister McLaren bekommt die wenigstens CFD-Runs und Windkanal-Stunden. Ferrari als Vierter der letzten Saison darf mehr Experimente durchführen als McLaren, Mercedes und Red Bull.

Fazit