Bei Ferrari weiß man nicht, ob man sich über den Start in die Saison 2026 freuen oder ärgern soll. Im Vergleich zum vergangenen Jahr gelang der Scuderia immerhin der Sprung von Rang vier auf Platz zwei im Kräfteverhältnis. Doch der Rückstand zur Spitze ist nach wie vor beträchtlich. Mercedes hat im Konstrukteurspokal bereits 45 Punkte Vorsprung.
Der GPS-Vergleich zeigt, dass der SF-26 in den Kurven gut mit dem Silberpfeil mithalten kann. Teilweise sind Charles Leclerc und Lewis Hamilton in den langsamen Abschnitten sogar schneller als die Mercedes-Konkurrenz. Doch immer, wenn es auf Geraden oder andere Vollgas-Passagen geht, verlieren die roten Autos Zeit auf die Konkurrenz.
Um dauerhaft gegen Mercedes und sein Kundenteam McLaren bestehen zu können, will Ferrari bei der Power Unit nachrüsten. Mit dem sogenannten ADUO-Verfahren bietet die FIA den unterlegenen Motorenherstellern die Möglichkeit, auch noch während der Saison beim Verbrenner nachzurüsten. Dafür muss das Leistungsdefizit aber mehr als zwei Prozent betragen.

Was Ferrari in den Kurven auf Mercedes gewinnt, verliert man wieder auf den Geraden.
Leistungsdefizit von 30 PS
Nach Informationen der italienischen Webseite autoracer.it sollen Ferrari rund 30 PS auf den Marktführer fehlen. Damit hätte man die notwendige Grenze deutlich überschritten. Die FIA wird ihre offizielle Leistungsanalyse jedoch erst nach dem Rennen in Miami abschließen. Erst dann werden die Freigaben für die Homologation neuer Motorenkomponenten erteilt.
Die Motoren-Ingenieure von Ferrari sind natürlich schon fleißig dabei, ihren Verbrenner zu überarbeiten. Wegen der langen Vorlaufzeiten soll es aber noch etwas dauern, bis das Upgrade einsatzbereit ist. Laut autoracer.it ist die Einführung einer neuen Motoren-Spezifikation vor Juli "unrealistisch". Bis dahin müssen die Piloten also weiter mit ihrem PS-Rückstand leben.

Ferrari wird seine Upgrades wohl erst mit dem dritten Power Unit einführen.
Zweiter Motor ohne Upgrades
Weil die erste Power Unit irgendwann zwischen den Grands Prix in Kanada und Barcelona ihre maximale Laufleistung erreicht hat, soll sie gegen ein frisches Aggregat getauscht werden. Hier handelt es sich aber zunächst noch um ein Triebwerk identischer Spezifikation ohne die geplanten Upgrades.
Insgesamt dürfen pro Saison nur vier Verbrennungsmotoren pro Fahrer eingesetzt werden. Ferrari würden damit nur noch zwei überarbeitete Einheiten für die Aufholjagd bleiben. Setzt die Scuderia außerhalb der geplanten Zyklen noch zusätzliche Motoren ein, drohen Startplatzstrafen.












