Formel 1: Wieso enttäuschten die Ferrari-Piloten in der Melbourne-Qualifikation?

Mercedes zerstört Konkurrenz in Melbourne
Wieso enttäuschte Ferrari in der Quali?

GP Australien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 07.03.2026
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Lewis Hamilton - Ferrari - GP Australien 2026
Foto: xpb

Die Erwartungen waren in die Höhe geschossen. Ferrari hatte einen starken Eindruck bei den Testfahrten in Barcelona und Bahrain hinterlassen. Die Roten reisten mit viel Selbstvertrauen nach Melbourne. Zwar zeigte die Scuderia beim Abschluss in Bahrain mehr als die Konkurrenz, doch die Zeiten und auch die technischen Lösungen sprachen für sich. Die Konkurrenz sah Ferrari mit Mercedes zum Start der neuen Saison als Top-Favorit auf den Sieg im Albert Park.

Nach dem ersten Qualifying des Jahres (7.3.) ist aber Ernüchterung eingekehrt. Charles Leclerc erreichten lediglich die Startplätze vier und sieben. Der Abstand zu Mercedes war riesig. Leclerc satte acht Zehntelsekunden auf Pole-Setter George Russell. Hamilton fehlte fast eine Sekunde auf seinen ehemaligen Mercedes-Kollegen.

Ab dem zweiten Training (6.3.) hatte sich angedeutet, dass die Silberpfeile das Team sein werden, das es in Australien zu schlagen gilt. Während in der ersten Session am Freitag die Ferrari-Chauffeure noch P1 und P2 im Klassement belegten, ging es im Laufe des Wochenendes sukzessive zurück und der Abstand zur Truppe aus Brackley wurde immer klarer.

Charles Leclerc - Ferrari - GP Australien 2026
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Hamilton klagt über PU-Problem

Noch enttäuschender als die Schlappe gegenüber Mercedes war, dass sich mit Isack Hadjar noch der zweite Red-Bull-Pilot vor Leclerc auf Rang drei qualifizierte. Wäre Max Verstappen in seinem RB22 nicht in Kurve 1 abgeflogen, wäre der Niederländer sicherlich noch vor Hadjar gelandet und hätte die Ferrari noch einen Platz nach hinten geschoben.

Neben dem fehlenden Speed gab es auch technische Schwierigkeiten bei der Scuderia: "Als ich in Q2 gekommen bin, hatte ich Probleme damit, die Elektro-Leistung richtig einzusetzen. Das hatte dann Einfluss auf unsere Strategie für Q2, das war dann ein bisschen ungünstig für uns", gab Hamilton zu Protokoll.

Dasselbe Schicksal ereilte Leclerc. "Was läuft da mit dem Einsetzen der Elektro-Leistung?", fragte der Monegasse seinen Renningenieur Bryan Bozzi am Funk, bekam allerdings nur die Antwort, dass man das überprüfen werde. "Das Problem konnte für den nächsten Versuch aber behoben werden", erklärte Leclerc. Trotzdem wurde es letztendlich nur P4.

"Ich denke nicht, dass wir heute mit den Mercedes hätten mithalten können", meinte deshalb Halmiton. "Keine Ahnung, was da mit der Power Unit abgeht. Ich will verstehen, warum es pro Sektor zwei Zehntel oder mehr nur wegen der Leistung sind. Wenn es diese Kompressions-Sache ist, will ich verstehen, warum die FIA nichts getan hat, um das zu beheben, aber wenn es das nicht ist und es einfach nur reine Pace ist, dann müssen wir einen besseren Job machen", zuckte der Rekordsieger mit den Schultern.

Start als Ferrari-Hoffnung

Somit müssen die Ferrari-Piloten am Sonntag (8.3.) mit den McLaren von Oscar Piastri sowie Lando Norris und dem starken Isack Hadjar um den letzten Podestplatz kämpfen. Im Qualifying waren die vier Autos innerhalb von zwei Zehntelsekunden. Sollte die Pace ähnlich nah beieinander liegen, wird das Überholen extrem schwierig.

Helfen könnte der Start. Bei den Testfahrten in Bahrain zeigten die Autos mit Ferrari-Power, dass sie am besten von der Line wegkommen. Der im Vergleich zur Konkurrenz kleine Turbo hilft, besser zu beschleunigen. Allerdings dauert der Sprint von der Pole-Position zur ersten Kurve nur 257 Meter in Melbourne. Es ist schwer vorstellbar, dass ein Ferrari bis an die Spitze stürmt. Aber ein Podestplatz könnte dank eines guten Starts für die Scuderia noch rausspringen.