Formel 1: Kommt Ferraris neuer Wunderflügel schon beim Grand Prix von China?

Ferrari in Schlagdistanz vor dem China-GP
Wann kommt der Wunderflügel?

GP China 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 11.03.2026
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Die Plätze drei und vier zum Saisonauftakt in Australien (8.3.) stellten Ferrari für den Moment zufrieden. Sowohl Charles Leclerc als auch Lewis Hamilton geigten in der Anfangsphase groß auf. Von den Rängen vier und sieben schossen die Piloten beim Start nach vorn. Leclerc übernahm Rang eins von Pole-Setter George Russell im Mercedes. Hamilton trickste die beiden Streithähne Isack Hadjar (Red Bull) sowie Rookie Arvid Lindblad (Racing Bulls) aus.

Rundenlang wehrte Leclerc den schnelleren Silberpfeil ab. Zwar kam Russell gelegentlich vorbei, doch der Konter des Monegassen folgte prompt. Den Jojo-Effekt beim Überholen begünstigten die jeweiligen Batterie-Zustände der Autos. Erst als Hadjars Red Bull den Dienst quittierte, löste sich der Zweikampf in Luft auf. Mercedes beorderte Russell und dessen Teamkollegen Andrea Kimi Antonelli in Runde 12 an die Box.

Ferrari hingegen ließ beide Chauffeure draußen. Man glaubte, dass dem Gegner bei noch 46 zu fahrenden Umläufen der harte Reifen eingehen würde. Eine Fehleinschätzung, wie sich später herausstellte. So trudelten die SF-26 im Paarflug mehr 15,5 bzw. 16 Sekunden hinter Russell über die Ziellinie.

Ferrari für Upgrade-Schlacht gewappnet

Das Auto hat Potenzial. Auf aerodynamischer Seite und beim Chassis ist Ferrari gut aufgestellt. Zwar wird viel von der Mercedes-Dominanz beim Antrieb geredet, doch auch die Scuderia hat bei den neuen Power Units gute Arbeit abgeliefert. Zwar hat der Ferrari-Verbrenner nicht den Verdichtungstrick, dafür ist der kleine Turbo ein Garant für gute Starts. Siehe Melbourne.

Dennoch war das Qualifying ernüchternd. Leclerc fehlten acht Zehntelsekunden auf Russell. Das hatte aber mehr mit dem Energie-Management zu tun als mit den anderen Faktoren. Ferrari muss hier noch besser werden, um Mercedes zu fordern. Zudem muss man beim Entwicklungsrennen Schritt halten. Die Autos werden im ersten Jahr des neuen Reglements eine steile Kurve bei der Performance aufzeigen. Das weiß man bei den Italienern und hat einiges im Upgrade-Köcher.

Ferrari hatte schon bei den Testfahrten in Bahrain für angespannte Blicke bei der Konkurrenz gesorgt. Ein kleiner Flügel oberhalb des Diffusors wird vom Auspuff angeblasen und sorgt für mehr Anpressdruck. Noch spektakulärer ist aber eine andere Lösung: In Bahrain rückte Lewis Hamilton mit einem neuen Klappmechanismus am Heckflügel aus. Das Element rotiert um die eigene Achse. Der Vorteil: Es strömt mehr Luft bei geöffnetem Flügel hindurch, das bringt eine bessere Höchstgeschwindigkeit.

Charles Leclerc - Ferrari - GP Australien 2026
Lars Baron via Getty Images

Kommt der neue Flügel in China?

Nach einem halben Testtag verschwand der Heckflügel aber wieder in der Garage. Hamilton bestritt den Rest der Session mit einem konventionellen Mechanismus. Am Schlusstag hätte Leclerc nach unseren Informationen selbst nochmal in den Genuss des Tricks kommen sollen, aber Ferrari verzichtete darauf.

Wie nun die italienischen Kollegen von "Autoracer.it" erfahren haben wollen, darf der Monegasse beim kommenden Grand Prix in China (15.3.) den Wunderflügel ausprobieren – und das trotz des ersten Sprint-Wochenendes des Jahres. Dort steht den Teams nur ein einziges Training zur Verfügung, ehe es in der Sprint-Quali ernst wird. Der neue Flügel ist technisch bereits von der FIA abgenommen. Eine weiterentwickelte Version strebt man in Maranello für den Kanada-GP Mitte Juni an.

Der wohl angepasste Terminkalender hat Ferrari zu dieser Entscheidung gebracht. Aktuell erscheint es wegen des Golf-Kriegs unwahrscheinlich, dass die Formel 1 in Bahrain (12.4.) und eine Woche später in Saudi-Arabien ihre Zelte aufschlägt. Somit würden zwischen dem Japan-GP Ende März und dem Rennen in Miami fünf Wochen Pause liegen. So lange will Ferrari aber nicht warten. Die Jagd auf Mercedes hat auf technischer Seite begonnen.

Fazit