Mit 72 Punkten sieht der Rückstand von Ferrari in der Teamwertung schon gewaltig aus. Doch noch hat man in Maranello nicht aufgegeben. Die aggressive Entwicklung des SF-26 soll auch nach der Sommerpause weitergehen. Das hatte Teamchef Frédéric Vasseur schon vor den Ferien angedeutet.
Die Kollegen der italienischen Webseite "autoracer.it" haben nun den konkreten Fahrplan für die Aufholjagd im Herbst skizziert. Demnach geht es gleich mit zwei größeren Paketen los. In Zandvoort bekommen Lewis Hamilton und Charles Leclerc einen neuen Unterboden, von dem sich die Ingenieure einen spürbaren Performance-Schub versprechen.
Für das Highspeed-Festival in Monza planen die Italiener ein Low-Downforce-Paket. Seit Einführung des Budget-Deckels ist es eher selten geworden, dass die Techniker spezielle Aerodynamik-Teile für den Klassiker bauen. Seit mit Las Vegas aber noch eine zweite Strecke mit einer ähnlichen Layout-Charakteristik dazugekommen ist, lohnt sich der Aufwand wieder etwas mehr.

Nach der Sommerpause soll die Upgrade-Welle direkt mit einem neuen Unterboden in Zandvoort beginnen.
Vier große Upgrade-Pakete
Für den Spätherbst ist dann angeblich noch eine letzte größere Ausbaustufe geplant. Es wäre das vierte substanzielle Facelift in dieser Saison für Ferrari. Bei der Konkurrenz wird man das Treiben ganz genau beobachten und den Umfang der neuen Teile grob überschlagen. Schon vor der Sommerpause war die Entwicklungsmaschine in Maranello auf Vollgas gelaufen.
Toto Wolff hatte während des Spielberg-Wochenende gemutmaßt, dass jetzt eigentlich nicht mehr viel kommen könne, wenn man all die Umbaumaßnahmen unter das Budget-Limit kriegen will. Auf diese Aussagen des Mercedes-Teamchef hatte Frederic Vasseur ziemlich säuerlich reagiert. Der Ferrari-Boss wertete sie als versteckten Betrugsvorwurf.
Es ist also zu erwarten, dass die Diskussionen mit den weiteren Upgrade-Runden noch einmal angeheizt werden. Laut den Kollegen von autoracer.it sind die vielen Aero-Upgrades unter den begrenzten Ausgaben-Deckel nur möglich, weil sich auf der mechanischen Seite und beim Packaging seit Saisonbeginn kaum etwas getan hat. Der SF-26 bot den Ingenieuren bereits eine gute Basis, auf der man kostengünstig aufbauen konnte.

Auch unter der Haube soll noch einmal aufgerüstet werde. Zur Vollgas-Party in Monza kommt ein neuer Turbo.
Neuer Turbo in Monza
Ferrari gibt aber nicht nur bei der Aerodynamik-Entwicklung weiter Gas. In Monza soll auch noch der zweite Schritt der Motor-Aufrüstung im Rahmen des ADUO-Systems erfolgen. Die erste Stufe hatten die Italiener schon in Spielberg gezündet. Die reichte aber noch nicht aus, um den PS-Rückstand auf die Konkurrenz zu egalisieren.
Zum Glück war die Lücke so groß, dass die FIA mehrere Hardware-Anpassungen erlaubt hat. Für das Heimspiel soll angeblich ein neuer Turbolader verbaut werden. Ob der alleine reichen wird, um das Defizit komplett aufzuholen, darf bezweifelt werden. Die nächsten Maßnahmen befinden sich aber angeblich schon auf den Prüfständen in Maranello. Für 2027 soll dann direkt ein weiterer Schritt mit der Power Unit folgen.





