Über Jahre war es ein gewohntes Bild bei den Boxenstopps: Zusätzlich zur Radwechsel-Crew postierte sich auf beiden Seiten des Frontflügels noch jeweils ein weiterer Mechaniker, um den Anstellwinkel je nach Wunsch des Piloten anzupassen. Mit programmierbaren Akkuschraubern wurden die Flaps einfach im vorher eingestellten Ausmaß nach oben oder unten gedreht.
Das wird mit den neuen Autos vielerorts anders aussehen. Die Einführung des sogenannten "Straight-Line-Modus", mit dem die Flaps auf den Vollgaspassagen komplett flachgestellt werden, führte zu der Idee, das Ganze zu einem einzigen Verstellmechanismus zu kombinieren. Die Mechaniker justieren die Flaps dann nur noch über einen zentralen Zugang innerhalb der Nase.
Vier Autos setzen bereits auf diese Lösung: McLaren, Mercedes, Red Bull und Aston Martin. Bei ihnen befindet sich ein Loch in der Nase, über das der Anstellwinkel der Flaps eingestellt wird. Bei Aston Martin konnten wir bei den Testfahrten in Bahrain beobachten, wie das genau funktioniert. Ein Mechaniker hatte eine Handkurbel mit einem speziellen Aufsatz parat. Und dann fing er einfach an, zu kurbeln.

Der Mechanismus steckt in der Nase. Unten schauen nur zwei kleine Stege heraus.
Ein Mechanismus für beide Seiten
Unter der Nase des Newey-Renners waren zwei Stege zu erkennen, über die der Flap in seiner Position gehalten wird. Mit dem zentralen Verstellmechanismus lassen sich somit beide Seiten des Flügels gleichzeitig in die gewünschte Position bringen. Dass eine Seite in einem anderen Winkel steht als die andere, kann somit nicht mehr vorkommen.
Man darf natürlich davon ausgehen, dass es bis zum Saisonstart neue Tools gibt und die Handkurbel im Rahmen der Boxenstopps nicht zum Einsatz kommt. Die Verstellung darf dann höchstens zwei Sekunden dauern, um die Abfertigung nicht zu verzögern. Es wird also wieder ein umgebauter Akku-Schrauber zum Einsatz kommen. Im Gegensatz zu früher ist dann aber nur noch ein Mechaniker nötig, der in der stressigen Situation das winzige Loch in der Nase treffen muss.
Bei Aston Martin und Mercedes gibt es dazu noch die Spezialität, dass die Nase über die Hauptbefestigung am mittleren Element des Flügels andockt. Dieses mittlere Element kann sich somit nicht mehr bewegen. Auf den Geraden wird nur der oberste Flap flachgestellt. Bei McLaren und Red Bull sitzt die Nase ganz vorne auf dem Hauptblatt. Theoretisch bleiben damit also beide Flaps flexibel.
In der Galerie zeigen wir Ihnen den neuen Trick mit der Frontflügel-Einstellung im Detail.












