In diesem Jahr ist vieles anders in Montreal. Die Formel 1 wollte den Logistik-Plan effizienter gestalten. Deshalb wurde der Kanada-Grand-Prix zum ersten Mal direkt hinter dem Rennen in Miami eingereiht. Der Großteil der Fracht blieb in der Pause einfach in Nordamerika. Die Umstellung des Kalenders hatte allerdings zur Folge, dass Montreal vom ursprünglichen Termin Anfang Juni auf Mitte Mai nach vorne rückte.
Dabei hatte offenbar niemand berücksichtigt, dass der Grand Prix nun mit der Reisezeit der Kanada-Gänse kollidiert. Auf ihrem Weg nach Norden halten sich die Tiere von April bis Ende Mai auch in Montreal auf. Bisher mussten die Piloten auf der Île Notre-Dame Dame nur mit Murmeltieren rechnen. Nun kommen plötzlich noch weitere tierische Hindernisse dazu.
Bernd Mayländer machte schon am Donnerstag Bekanntschaft mit den geflügelten Besuchern. Bei seinen Proberunden im Safety-Car kam er den Gänsen ganz nahe. "In Kurve 2 hatte sich eine ganze Kolonie in der Wiese neben der Strecke niedergelassen", erzählte der Schwabe. "In der Haarnadel sind wir dann noch weiteren Gänsen auf der Strecke begegnet."

Die Gänse haben sich in den Auslaufzonen niedergelassen. Werden sie verschwinden, wenn die Formel-1-Autos kommen?
Gänse schwer zu kontrollieren
Mayländer versuchte die Tiere mit Hilfe seines Mercedes-AMG GT Black Series behutsam zum Verlassen der Piste zu bewegen. Der Aufforderung kamen die watschelnden Eindringlinge allerdings nur sehr widerwillig nach. Man darf gespannt sein, ob das Geflügel am restlichen Wochenende auch die Formel-1-Piloten ärgern will.
Im Fall der Murmeltiere sorgen die Parkwächter auf der Insel mitten im Sankt-Lorenz-Strom jedes Jahr mit Umsiedlungen dafür, dass die Lage einigermaßen im Griff bleibt. Aber für die Gänse gibt es noch keine Gegenmaßnahme. "Ich gehe davon aus, dass die schon verschwinden werden, wenn die ersten Rahmenserien am Freitag ihre Trainingsrunden drehen", gibt sich Mayländer optimistisch.

Die Rennstrecke in Montreal präsentiert sich zum Start des Rennwochenendes noch schmutziger als in den vergangenen Jahren.
Strecke sehr schmutzig
Aber selbst wenn sich die Gänse tatsächlich verziehen, müssen die Formel-1-Piloten immer noch mit besonderen Bedingungen rechnen. Beim ersten Test mit dem Safety-Car konnte man gut erkennen, dass der Mayländer-Mercedes eine lange Staubwolke hinter sich herzog.
Nach dem langen Winter befindet sich die Strecke aktuell noch in einem extrem dreckigen Zustand. Durch das Sprint-Format bleibt für die Formel-1-Piloten kaum Zeit, die Ideallinie sauber zu fahren. Nach einem einstündigen Training geht es gleich ins Sprint-Qualifying. Die Fahrer müssen sich somit auf einen stark verändernden Grip-Level einstellen.





