Marcus Ericsson - Caterham CT05 - F1 2014 xpb
Stebro-Ford - GP USA 1963 - Watkins Glen
Trevor Taylor - Shannon SH1 - GP England 1966 - Brands Hatch
Silvio Moser - Bellasi F1 70 - GP Italien 1970
Rolf Stommelen - Eiffland Ford - GP Südafrika 1972 - Kyalami 13 Bilder

Problem mit neuen F1-Teams: Nur zwei haben gewonnen

Problem mit neuen F1-Teams Nur zwei haben gewonnen

Andretti will mit Cadillac in die Formel 1, wird dort aber nicht mit offenen Armen empfangen. Die Königsklasse hat ein Problem mit neuen Teams. In den letzten 40 Jahren haben nur zwei Neueinsteiger unter ihrem eigenen Namen gewonnen.

Eigentlich müsste die Formel 1 Andretti den roten Teppich auslegen. Andretti ist ein Name, den jeder kennt. Jetzt hat er sich mit GMs Vorzeigemarke Cadillac verbündet. Amerikanischer geht es gar nicht. Und die Finanzierung ist nach Aussage der Antragsteller gesichert. Und trotzdem tut die Formel 1 alles, um Andretti den Einstieg zu vermiesen. Dass die anderen Teams Neueinsteiger ablehnen, kann man noch verstehen. Sie haben Angst, dass sie dann weniger vom Kuchen abbekommen.

Doch dass sich auch das Management sträubt, macht misstrauisch. Eigentlich kann die Formel 1 von einem neuen Team nur profitieren. Liberty muss deshalb den Topf der Verteilung nicht vergrößern. Die Summe teilt sich nur durch elf statt zehn. Bei Andretti und Cadillac ist auch nicht zu befürchten, dass der Rennstall schnell weiterverkauft wird, um Kasse zu machen. Ein Projekt dieser Größenordnung generiert Geschichten und Aufmerksamkeit. Genau darum geht es.

Mehr Projekte scheitern

Die Zurückhaltung kann nur einen Grund haben. Das Formel 1-Management hat Zweifel, ob die Nummer gut geht. Ein Einstieg in die Königsklasse hat heute eine andere Qualität als vor 40 Jahren. Und schon damals war der Anfang nicht leicht. Wer von Anfang an mitfahren will braucht einen guten Plan, gute Strukturen, einen Motor, Mitarbeiter mit Erfahrung und das nötige Kleingeld in der Kasse.

Die Historie zeigt uns: Es gibt mehr Projekte, die scheitern als solche, die Erfolg haben. Von den 24 Neueinsteigern seit 1985 haben nur zwei Teams unter ihrem eigenen Namen ein Formel-1-Rennen gewonnen. Stewart Grand Prix siegte 1999 mit Johnny Herbert beim GP Europa am Nürburgring. Drei Monate später war das Team verkauft. Jaguar machte aus Stewart einen Werksrennstall und reichte die Mannschaft und die Fabrik 2005 dann an Red Bull weiter. Jordan sammelte von 1991 bis 2005 vier Siegerpokale. Das Team ist mittlerweile durch viele Hände gegangen. Heute heißt es Aston Martin.

Mick Schumacher - Haas - Formel 1 - GP USA - Austin - 21. Oktober 2022
Haas
Das jüngste Team in der Formel 1 ist Haas. Der US-Rennstall zeigt, wie schwer sich Neulinge in der Königsklasse tun.

Nur Haas-Modell funktioniert

Die vielen Besitzerwechsel machen die Spurensuche schwierig. Red Bull, Mercedes, Aston Martin, Alpine oder Alpha Tauri sind nicht auf der grünen Wiese entstanden, sondern sind Übernahmen von anderen Teams. Red Bull entstand aus Jaguar und Stewart. Mercedes aus BrawnGP, Honda und BAR. Aston Martin aus Racing Point, Force India, Spyker, Midland und Jordan. Alpine aus Renault, LotusF1, Benetton und wieder Renault. Alpha Tauri aus Toro Rosso und Minardi.

Der letzte echte Neueinsteiger war Haas. Teamchef Guenther Steiner schaffte den reibungslosen Einstieg nur durch maximales Ausreizen des Reglements. Haas kauft 70 Prozent des Autos bei Ferrari ein. Ein Formel-1-Auto ist heute viel zu komplex um jede Schraube selbst zu zeichnen. Wer sich wie von den Regeln gefordert nur um das Chassis, die Aerodynamik und die Kühler kümmert, hat es schon schwer genug.

Der US-Rennstall ist gut damit gefahren, Seit dem Einstieg 2016 kam Haas auf die Plätze 8, 8, 5, 9, 9, 10 und 8 in der Team-WM. Ein Podium, geschweige ein Sieg, war nicht dabei. Ein anderes Einstiegsmodell würde heute gar nicht mehr funktionieren. Nicht einmal ein Hersteller könnte komplett bei Null beginnen. Audi macht es deshalb richtig. Die Ingolstädter springen auf den fahrenden Sauber-Zug auf.

Marussia - Launch - 2013
Motorsport Images
Marussia, HRT und Caterham wurden mit falschen Versprechen gelockt, konnten sich den F1-Traum auf Dauer aber nicht leisten.

Einsteiger-Trio 2010 legt Pleiten hin

Die letzten drei Einsteiger vor Haas hatten eine kurze Halbwertzeit. Marussia, Caterham und HRT debütierten 2010. Sie wurden angelockt durch Max Mosleys Versprechen, einen Budgetdeckel von 50 Millionen Dollar einzuführen. Diese Pläne des damaligen FIA-Präsidenten wurden aber von den etablierten Rennställen durchkreuzt. Damit standen die Neueinsteiger von vornherein auf verlorenem Posten. Sie fuhren in einer eigenen Liga am Ende des Feldes.

HRT, alias Hispania Racing Team, war nach drei Jahren schon wieder weg. Caterham biss sich bis 2015 durch. Der Plan, den Namen Lotus dauerhaft zu reanimieren, schlug fehl. Marussia schaffte als einziger aus dem Trio WM-Punkte. Ende 2015 sperrte der Rennstall, der unter dem Namen Virgin eingestiegen war, mit leeren Kassen zu.

Super Aguri war von 2006 bis 2008 das Juniorteam von Honda. Mehr als vier Punkte kamen bei 39 Einsätzen nicht zustande. Toyota hatte viel mehr Geld und viel mehr Mitarbeiter zur Verfügung, und doch war das Ergebnis nach acht Jahren eine Enttäuschung. Je drei Pole Positions und schnellste Runden, 278,5 Punkte, aber kein Sieg.

Sauber C12 - F1 - 1993
Wilhelm
Sauber hat sich in der Formel 1 etabliert. Mit Sitz in der Schweiz ist der Rennstall ein echter Exot.

Siege unter anderem Namen

BAR wurde 1999 mit der Lizenz von Tyrrell in die Formel-1-Familie aufgenommen. Der Rennstall des Tabakkonzerns British American Tobacco beendete die Saison 2004 als Vize-Weltmeister, aber der erste Sieg gelang erst, als das Team unter dem Banner Honda unterwegs war. Jenson Button gewann 2006 den GP Ungarn. Gleiches Spiel bei Sauber, die 1993 den Absprung von Le Mans in die Formel 1 wagten. Der einzige Sieg 2008 in Montreal wurde mit Hilfe des Werksengagements von BMW eingefahren.

Onyx begann 1989 stark mit sechs WM-Zählern und starb schnell nur eine Saison später als Monteverdi. 1985 feierten gleich drei Teams Premiere: Haas-Lola, Zakspeed und Minardi. Das meiste Geld und die schillerndsten Namen waren bei Haas-Lola unterwegs. Doch das Projekt schlief schon nach zwei Jahren ein, weil man vom WM-Titel träumte, bevor der erste WM-Punkt auf dem Konto war. Hauptsponsor Beatrice verließ schnell das sinkende Schiff.

Zakspeed konnte nicht gut gehen. Die Deutschen bauten Auto und Motor selbst. Der Ferrari aus der Eifel hielt nur fünf Jahre durch. Minardi war da schon zäher. Der italienische Rennstall setzte in 21 Jahren mit Cosworth, Motori Moderni, Ferrari, Lamborghini, Hart, Ford und Asiatech sieben unterschiedliche Motoren ein, sammelte aber nur 38 Punkte. Red Bull kaufte 2006 das Inventar und nannte das Team Toro Rosso. Larrousse schlug sich acht Jahre in der höchsten Spielklasse durch, kam aber nie auf einen grünen Zweig. Highlight war der dritte Platz von Aguri Suzuki beim GP Japan 1990.

Die neun anderen Neulinge waren wie Sternschnuppen. Tauchten kurz auf und waren schnell wieder verschwunden. Coloni (1987-1989), EuroBrun (1988-1990), Forti (1995-1996), Andrea Moda (1992), Modena (1991), Pacific (1994-1995), RAM (1984-1985), Simtek (1994-1995) und Spirit (1983-1985) sind aus heutiger Sicht nur ein Eintrag in der Geschichte. Außer versprengten Rennteilnahmen hatten diese Teams nichts zu bieten.

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