Die Formel 1 macht Max Verstappen aktuell nur wenig Freude. Das liegt weniger daran, dass der Red Bull RB22 kein Land gegen die Konkurrenz von Mercedes und Ferrari sieht, sondern mehr am neuen Hybrid-Reglement. Das niederländische Vollgastier kann mit Energie-Management und absichtlichem Langsamfahren nicht viel anfangen. Und daraus macht er auch kein Geheimnis.
Die Sucht nach dem Grenzbereich lebt Verstappen momentan außerhalb der Königsklasse aus. Am vergangenen Wochenende ging er wieder Mal in der Nürburgring-Langstreckenserie (NLS) fremd. Nur eine Disqualifikation konnte den zweiten Triumph in der Eifel verhindern. Der Pilot wird es verschmerzen können. Wichtiger als der Pokal waren die Erfahrung und die Daten, die das Team für das 24h-Rennen Mitte Mai sammeln konnte.
Natürlich ging es beim Ausflug auf die spektakulärste Rennstrecke der Welt auch um die Gaudi: "Auf einer Skala von 1 bis 10 war der erste Stint mit Christopher Haase definitiv eine 10, was den Spaßfaktor betrifft", strahlte Verstappen nach dem Rennen. Die Frage lautet, ob der vierfache Weltmeister in der Formel 1 noch einmal genauso glücklich wird. Neben dem Eifel-Klassiker hat er auch schon die 24h-Rennen in Spa und in Le Mans für die Zukunft angepeilt.

Sportlich kämpft Verstappen aktuell mit stumpfen Waffen.
Start der nächsten Mercedes-Serie?
Vielleicht würde es schon ein wenig helfen, wenn er in der höchsten Rennliga wieder am vorderen Ende des Feldes kämpfen würde. Verstappen hatte schon häufiger betont, dass er nicht in der Formel 1 mitfahren will, wenn es nur daum geht, das Feld aufzufüllen. Sollten sich weder Spaß noch Erfolg einstellen, muss man früher oder später mit dem Abschied Verstappens rechnen.
Wie lange Red Bull noch braucht, um wieder ganz vorne anzugreifen, ist aktuell nicht absehbar. Mercedes tritt ähnlich dominant auf wie zum Start der letzten Motorengeneration im Jahr 2014. Damals feierte das Silberpfeil-Team eine einmalige Erfolgsserie mit acht Konstrukteurspokalen in Folge.
Toto Wolff hat nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass er den besten Rennfahrer der aktuellen Generation gerne verpflichten würde. Ein Wechsel scheiterte aber stets am gültigen Vertrag. Red Bull hat seinen Star mit viel Geld bis 2028 festgenagelt. So lange Red Bull noch einigermaßen erfolgreich war, kam Verstappen nicht raus aus dem Deal.

Kann Laurent Mekies seinen Schützling vom Bleiben überzeugen?
Verstappen für 2027 frei
Zum letzten Stichtag am 1. Juli 2025 musste Red Bull dafür sorgen, dass der eigene Schützling mindestens auf Rang 3 der WM-Wertung liegt, was auch gelang. Damals konnte man aus dem Umfeld des Teams jedoch hören, dass sich die Ausstiegsklausel für 2026 noch einmal verschärfen wird und Verstappen leichter aus dem Vertrag kommt. Das heißt: Man müsste Verstappen mindestens auf Platz zwei hieven, um ihn vom Absprung abzuhalten.
Momentan scheint es aber ganz egal ob Zweiter oder Dritter. Ein Platz unter den Top 4 in der Fahrer-WM liegt weit entfernt. Sollte sich daran bis zum Sommer nichts ändern, wäre der Weg frei für einen Wechsel. Zum aktuellen Zeitpunkt will sich natürlich noch keiner der Beteiligten konkret zu der Thematik äußern. Die Spekulationen werden aber irgendwann automatisch wieder Fahrt aufnehmen, so wie es schon im letzten Jahr der Fall war.

Verstappen hat aktuell keinen Spaß. Würde der Wechsel zu Mercedes daran etwas ändern?
Erfolg hält nicht ewig
Auf der anderen Seite könnte man vielleicht glauben, dass Mercedes einen Verstappen gar nicht mehr braucht. Kimi Antonelli hat gerade sein erstes Rennen gewonnen. In der Teamwertung ist der Werksrennstall den Verfolgern schon weit enteilt. Doch Toto Wolff weiß aus eigener Erfahrung, dass der Erfolg nicht ewig hält. Verstappen holt auch dann Siege, wenn das Auto nicht das Beste ist. Die aktuellen Mercedes-Fahrer haben noch nicht bewiesen, dass sie auch mit unterlegenem Material gewinnen können.
Die Frage lautet, ob Verstappen überhaupt noch wechseln will. Neben einer Stange Geld müsste ihm Mercedes schon ähnliche Freiheiten bieten wie Red Bull. Zumindest auf der Nordschleife müsste sich Verstappen nicht an ein neues Fabrikat gewöhnen. Hier ist er in der Winterpause schon auf den Mercedes AMG GT3 umgestiegen. Interessant wird es höchstens, wenn Verstappen in Le Mans in der Top-Klasse antreten will. Hier hat Mercedes nichts zu bieten.












