Das erste Formel-1-Rennen des Jahres beendete Max Verstappen auf dem sechsten Rang. Der Frust über das neue Reglement in der Königsklasse sitzt tief. Der viermalige Weltmeister scheint den Spaß an der ruhmreichsten Rennserie der Welt zu verlieren.
Dass der Niederländer sich auch abseits der Formel 1 für verschiedene Klassen interessiert, ist seit vielen Jahren bekannt. Im Jahr 2025 wagte er sich erstmals in einem Rennauto auf die Nordschleife. Dort pulverisierte der 28-Jährige auf Anhieb den bestehenden Rundenrekord für die GT3-Klasse. Damals noch unter dem Pseudonym Franz Hermann. Bei dem kleinen Abstecher blieb es aber nicht. Verstappen startete im Herbst bei einem Rennen der Langstrecken-Serie in einem Ferrari 296 GT3 und gewann mit seinem Teamkollegen Chris Lulham auf Anhieb den Lauf.
Zuvor musste der 71-malige Grand-Prix-Sieger aber noch seine DMSB-Lizenz absolvieren. Ohne zu murren kurvte der Niederländer in einem gedrosselten Porsche Cayman bei einem NLS-Rennen um den Kurs. Nach dem knapp verpassten WM-Titel in der Formel 1 reiste Verstappen noch vor dem Jahreswechsel nach Estoril, um mit einem anderen GT3-Auto zu testen. Dieses Mal handelte es sich um einen Mercedes.
Verstappen startet für Mercedes
Und mit dem Stern auf der Haube wird er auch sein erstes "24er" bestreiten. Der wohl beste Fahrer der Formel 1 wird 2026 beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring starten. Verstappen wagt damit den Schritt auf die Nordschleife im härtesten Format des GT-Sports. Verstappen tritt im Mercedes-AMG-Team Verstappen Racing an. Das Auto trägt die Startnummer 3 und damit Verstappens bekannte Nummer aus der Formel 1.
Verstappen gilt seit Jahren als bekennender Fan der Strecke und hat sich auch über Simracing-Einsätze auf Multiclass-Verkehr und die Besonderheiten der Nordschleife eingeschossen.
Verstappen selbst macht keinen Hehl aus seiner Faszination. "Der Nürburgring ist ein besonderer Ort. Es gibt keine andere Rennstrecke, die ihm gleicht", sagte er in der offiziellen Pressemitteilung von Mercedes. Und er stellte klar, dass der Plan nicht erst gestern gereift ist. "Die 24h Nürburgring stehen schon seit langem auf meiner Wunschliste, daher bin ich sehr begeistert, dass wir es jetzt verwirklichen können."

Max Verstappen wird in einem Mercedes AMG GT3 beim 24h-Rennen am Nürburgring antreten.
Vorbereitungsrennen geplant
Zum Programm gehört nicht nur das 24-Stunden-Rennen. Verstappen will auch in der NLS antreten. Bestätigt ist seine Teilnahme an NLS2 am 21. März. Dieser Lauf dient als elementarer Baustein in der Vorbereitung auf das Saisonhighlight. Außerdem stehen für das AMG-Performance-Aufgebot die 24h Qualifiers und weitere NLS-Einsätze im Kalender. Beide Performance-Fahrzeuge werden von Winward Racing eingesetzt. Mercedes AMG setzt dabei erneut auf Michelin-Reifen.
Die Organisatoren betonen, dass Verstappen den regulären Weg gehen musste. Keine Sonderregeln. Keine Abkürzung. Pflichttraining und E-Learning inklusive. Auf der Strecke zählt 2026 ohnehin nur Leistung. In der SP9-Klasse wartet ein besonders dichtes Feld. Verstappen kommt aus dem Formel-1-Kosmos und muss sich in einem GT3 mit Verkehr, längeren Stints und Nachtbedingungen behaupten. Genau das macht den Reiz aus und auch das Risiko.
Für die Fans aus den Niederlanden wird das Wochenende ebenfalls größer. Der Veranstalter plant ein spezielles Ticketangebot für Oranje-Fans. Details sollen in Kürze folgen. Verstappen dürfte damit nicht nur sportlich ein Magnet werden. Auch auf den Tribünen könnte 2026 ein gutes Stück Orange dazukommen.
Verstappen blickt jedenfalls nach vorn und setzt auf saubere Vorbereitung. "Letztes Jahr habe ich meine DMSB-Lizenz für die Nordschleife erhalten und konnte an NLS9 teilnehmen, das wir gewonnen haben", sagte er. "Diese Vorbereitung ist sehr wertvoll, da wir viel gelernt haben, was wir in unser diesjähriges Programm mit NLS2 und dem 24-Stunden-Rennen einfließen lassen können." Und weiter. "Jetzt geht es darum, die richtigen Vorbereitungen vor den Events zu treffen, damit wir in den Rennen alles aus uns herausholen können."












