Streit um Mercedes-Trick spaltet die Formel 1: Wechselt Red Bull die Seite?

Streit um Motorentrick spaltet die Formel 1
Fraktion der Mercedes-Gegner wird größer

ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.02.2026
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Mercedes F1-Motor - Innenleben - Hybrid-Motor - 2022
Foto: Wilhelm

Seit dem Dezember des vergangenen Jahres kocht es hinter den Kulissen der Formel 1. Der Grund: Mercedes soll einen Trick beim Motor entdeckt haben, der es ermöglicht, die Verdichtung im Betrieb von 16:1 auf 18:1 zu steigern. Dieses Verhältnis wäre nach dem neuen Reglement für 2026 eigentlich nicht erlaubt. Allerdings messen die Techniker der FIA statisch. Und da schafft es der Mercedes-Motor irgendwie, die Regeln einzuhalten.

Bereits beim offiziellen Launch für die kommende Saison (2.2.) teilte Teamchef Toto Wolff ordentlich aus. Er riet den Gegnern, sich um ihre eigenen Probleme zu kümmern. "Macht einfach euren Job", sendete der Österreicher eine klare Botschaft. Der Trick sei aus seiner Sicht zu 100 Prozent legal. "Dass man sich hier nicht einfach eingestehen kann, dass Regularien, die so mit der FIA vereinbart waren, in der Interpretation und in der Umsetzung völlig klar sind und dass trotzdem immer wieder die Nörgler um die Ecke kommen und sagen: Das gefällt uns nicht."

So leicht lässt sich die Konkurrenz aber nicht abspeisen. Sie betreibt Politik und fordert eine Klärung des Themas. Denn genau weiß man bei den anderen Teams nicht, wie Mercedes es schafft, das Verhältnis zu steigern. Es kursieren aber Zahlen, dass der Kniff zwischen 10 und 15 PS an Leistung bringt. Das würde zwischen ein bis zwei Zehntelsekunden pro Runde entsprechen.

Red Bull gegen Mercedes

Nach Informationen der italienischen Kollegen von "Autoracer" soll zu den Mercedes-Gegnern nun auch Red Bull hinzugekommen sein. Die restlichen Motorenhersteller – Ferrari, Audi und Honda – hatten sich bereits mit einem gemeinsamen Schreiben an die FIA gewandt und um Klärung gebeten. Sogar von einem Protest vor dem ersten Grand Prix in Australien (8.3.) ist die Rede.

Jetzt wechselte angeblich auch Red Bull die Seite im Motoren-Zoff. Zunächst gab es Gerüchte, dass den Ingenieuren in Milton Keynes dasselbe Kunststück bei der Entwicklung ihrer ersten eigenen Power Unit gelungen war. Bei einem Treffen des PUAC (Power Unit Advisory Committee = Beratungsausschuss für Antriebseinheiten) am Donnerstag (5.2.), das ohnehin geplant war, kam der Stretifall zur Sprache.

Dort erarbeiteten die Teilnehmer Vorschläge, die nun die FIA prüfen muss. Ziel der anderen Hersteller ist es, herauszufinden, ob die Power Unit von Mercedes regelkonform ist. Mittlerweile gibt es Stimmen von Experten, die nicht daran glauben, dass der erhöhte Wert allein durch Materialausdehnung möglich ist. Sollten bewegliche Elemente im Brennraum vorhanden sein, wäre das illegal. So die Statuten.

FIA - Logo - Formel 1 - 2024
xpb

Wie handelt die FIA?

Nach dem Treffen der PUAC-Mitglieder strebt die FIA wohl eine Anpassung des aktuellen Reglements an. Es gibt verschiedene Optionen für den Automobil-Weltverbands. Es könnte eine Modifizierung der Überwachung mittels Sensoren zur Debatte stehen und die Einführung eines Tests im Betrieb.

Das würde aber nicht klären, ob der Mercedes-Motor legal ist oder nicht. Hier muss die FIA grundsätzlich entscheiden, ob der Trick erlaubt bleibt. Die Folgen wären weitreichend. Egal, in welche Richtung das Pendel letztendlich ausschlägt. Verbietet die FIA den Trick, muss Mercedes eingeräumt werden, die Power Unit für womöglich viel Geld zu überarbeiten. Sollte der Antrieb weiterhin für legal erklärt werden, müssten die Gegner nachziehen, um leistungstechnisch aufzurücken. Das würde ebenfalls Kosten verursachen.

Die anstehenden Testfahrten werden nicht nur auf der Strecke spannend. Der Streit um den Mercedes-Motor wird dort weitergehen. Und die Formel 1 hat noch vor dem Saisonstart den ersten Krach.

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