Nikita Mazepin - Haas - Formel 1 - Test - Barcelona 2022 - 23. Februar 2022 Stefan Baldauf
Haas VF-22 - Shakedown - Barcelona - 2022
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FIA-Entscheidung: Russische Fahrer dürfen starten

FIA-Entscheidung zu Russland-Piloten Fahrerlaubnis für Mazepin & Co.

Auf einem Sondergipfel hat die FIA-Spitze entschieden, dass russische Piloten weiter in internationalen Meisterschaften antreten dürfen. Sie müssen allerdings unter der neutralen Flagge der FIA starten. Haas-Pilot Nikita Mazepin droht dennoch das Formel-1-Aus.

Nachdem sich alle anderen großen Sportverbände längst positioniert hatten, kam am Dienstag (1.3.) auch endlich die Führungsriege der FIA unter dem neuen Präsidenten Mohammed Ben Sulayem zusammen, um über den Umgang mit russischen und weißrussischen Fahrern zu beraten. Am Ende kam aber nur eine halbgare Lösung heraus.

Demnach werden die betroffenen Fahrer nicht kategorisch von internationalen Events ausgeschlossen. Sie dürfen weiter starten, allerdings unter der neutralen Flagge der FIA und nicht unter den russischen Farben. Als weitere Bedingung heißt es in dem offiziellen Statement des Weltverbands, dass sich die Fahrer zu den FIA-Leitlinien bezüglich Frieden und politischer Neutralität bekennen müssen.

Sollte ein Fahrer aus Russland oder Belarus ein Rennen gewinnen, werden keine Nationalhymnen gespielt. Auch die Zurschaustellung nationaler Symbole und Flaggen an Rennstrecken, auf Autos und Rennoveralls ist ab sofort verboten. Russische Nationalteams dürfen gar nicht mehr antreten, was vor allem die eSports-Events der FIA betrifft.

GP Russland - Girl - 2014
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Auf russischem Boden sollen vorerst keine internationalen Rennveranstaltungen mehr stattfinden.

Russland-GP offiziell abgesagt

Die FIA räumt auch den eigenen Laden auf. Verbands-Vertreter aus den betroffenen Staaten müssen ihre Ämter bis auf Weiteres ruhen lassen und dürfen nicht mehr an Sitzungen der wichtigsten Gremien teilnehmen. Es wird auch keine finanzielle Unterstützung mehr an die russischen und weißrussischen Verbände ausbezahlt.

Außerdem wurde die Entscheidung getroffen, dass vorerst keine internationalen Rennveranstaltungen mehr in Russland bzw. Belarus ausgetragen werden dürfen. Der Grand Prix in Sotschi soll nun mit der Begründung "Force majeure" – also höhere Gewalt – offiziell abgesagt werden.

Die F1-Bosse hatten in der vergangenen Woche lediglich erklärt, dass eine Durchführung des Rennens unter den aktuellen Bedingungen nicht vorstellbar sei. Die vorsichtige Formulierung wurde bewusst so gewählt, um mit einer einseitigen Absage nicht vertragsbrüchig zu werden, was eine Konventionalstrafe nach sich gezogen hätte.

Daniil Kvyat & Nikita Mazepin - Russland-Fahrer- Formel 1 - 2021
Daniil Kvyat und Nikita Mazepin dürfen weiter starten - allerdings nicht unter russischer Flagge.

Britischer Verband sperrt Russen

Einen Tag nach der FIA hat sich auch der britische Motorsport-Verband zum weiteren Vorgehen geäußert. Demnach werden alle russischen Fahrer von Events in Großbritannien ausgeschlossen. Auf die Formel 1 bezogen gilt das somit auch für den Grand Prix in Silverstone. "Die ganze britische Motorsportgemeinde verurteilt das Kriegstreiben von Russland und Belarus in der Ukraine", erklärte Verbandschef David Richards. "Jetzt ist die Zeit gekommen, in der wir handeln und die Menschen in der Ukraine unterstützen müssen."

Bereits am Dienstagmittag hatte sich Ex-Formel-1-Pilot Daniil Kvyat mit einem offenen Brief an die Verantwortlichen gewendet. Der 27-jährige Rennfahrer bat darum, Sport und Politik zu trennen und den Teilnehmern die Starterlaubnis bei internationalen Events nicht zu verweigern. Es würde sich um eine unfaire Lösung handeln, da Sportler dabei helfen, die Länder zusammenzubringen, so Kvyat.

Der Fahrer erntete für sein Statement aber auch Kritik in den sozialen Medien. Anstatt den Angriffskrieg Russlands gegen eine souveräne Nation klar zu benennen, sprach der Pilot nur schwammig von der "Situation in der Ukraine", die friedlich gelöst werden solle. Von einer Distanzierung von Staatspräsident Wladimir Putin war gar keine Rede.

Nikita Mazepin - Haas - Formel 1 - Test - Barcelona - 25. Februar 2022
Stefan Baldauf
Am letzten Testtag von Barcelona verließ Mazepin ohne russische Farben und Uralkali-Schriftzüge die Haas-Garage.

Mazepin-Aus trotz Starterlaubnis

Die meisten Fans dürfte nun interessieren, wie sich die neuen FIA-Richtlinien auf Haas-Pilot Nikita Mazepin auswirken. Der Youngster aus Moskau hat seinen Platz im US-Team nur dank der finanziellen Unterstützung durch Hauptsponsor Uralkali erhalten, bei dem Vater Dmitry Mazepin die Fäden zieht. Der Milliardär pflegt ein freundschaftliches Verhältnis zu Putin, was ihm einen Platz auf der Liste der sanktionierten Personen und Unternehmen einbrachte.

Schon bei den Testfahrten in Barcelona wurden die Farben Russlands und die Logos von Uralkali vom Haas-Renner entfernt. Die Frage lautet, ob der Düngemittelhersteller seinen Sponsorzahlungen in der aktuellen Zeit überhaupt nachkommen kann. Ohne die Mitgift ist nur schwer vorstellbar, dass Mazepin seinen Stammplatz behalten darf.

In Silverstone steht der Ausschluss Mazepins ja bereits fest. Dazu kommt noch die Problematik, dass sich die Reisefreiheit für Russen deutlich einschränken wird. Wenn Mazepin keine Visa erhält, hat Teamchef Guenther Steiner keine andere Wahl, als sich nach Ersatz umzuschauen. Der Südtiroler hat schon bestätigt, dass Testfahrer Pietro Fittipaldi als erster Kandidat auf der Liste steht.

Pietro Fittipaldi - Haas - Formel 1 - GP Abu Dhabi - Freitag - 11.12.2020
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Pietro Fittipaldi durfte schon 2020 zwei Rennen für Haas absolvieren, als Nikita Mazepin an Corona erkrankt war.

Fittipaldi oder Giovinazzi?

Auch möglich ist, dass Ferrari-Werkspilot Antonio Giovinazzi eine zweite Chance bekommt. Der Italiener hatte im Winter sein Cockpit bei Alfa Romeo verloren. Bei Ferrari würde man es sicher gerne sehen, wenn Giovinazzi wieder zum Zug kommt. Die Frage lautet, ob die Scuderia auch bereit ist, ein paar Milliönchen dafür locker zu machen.

Von den Fahrern, die aktuell keinen Platz in der Formel 1 haben, wäre sicher auch Oscar Piastri eine gute Option. Der Formel-2-Champion steht allerdings fix bei Alpine unter Vertrag und würde vermutlich keine Freigabe für ein Engagement bei der Konkurrenz erhalten. Nico Hülkenberg ist aus den gleichen Gründen keine Alternative. Der Routinier hat feste Verpflichtungen als Ersatzfahrer bei Aston Martin.

Um das Überleben des Haas-Rennstalls müssen sich die Fans auch ohne die Sponsorgelder von Uralkali keine Sorgen machen. Besitzer Gene Haas verfügt über genügend Mittel, um den Betrieb am Laufen zu halten. Alleine schon durch die Lizenz ist das F1-Team mehrere hundert Millionen wert. Da würde es keinen Sinn machen, den Laden jetzt zu schließen.

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