Technik-Dramen schon im Training: Fehlstart für Weltmeister Norris

Technik-Dramen schon im Training
Fehlstart für Weltmeister Norris

GP Australien 2026
ArtikeldatumVeröffentlicht am 06.03.2026
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Lando Norris - McLaren - GP Australien 2026
Foto: Wilhelm

Der Countdown zum ersten Rennen des Jahres tickt unaufhaltsam runter. Doch viele der neuen Autos scheinen noch längst nicht sattelfest zu sein. Die Technik spielte in den ersten beiden Sessions von Melbourne am Freitag (6.3.) die Hauptrolle. Trotz insgesamt neun Testtagen für jedes Team in diesem Winter kämpfen die Ingenieure noch verzweifelt, die Neuwagen standfest zu bekommen.

In den Klassements lohnte deshalb nicht nur der Blick auf die Bestzeiten, sondern auch auf die gefahrenen Runden. Bei Aston Martin ging das Drama der Wintertests nahtlos weiter. Fernando Alonso drehte im ersten Training keine einzige Runde. Kurz nach dem Anlassen des Motors meldete Honda Probleme mit der Batterie. Lance Stroll kam nach drei bereits Runden zurück an die Box.

Trotz Gegenmaßnahmen seitens Honda waren die Vibrationen vom Motor geblieben. Die Batterie konnte nicht mehr verwendet werden. In der Pause bis zum zweiten Training wurden zwei neue Energiespeicher eingebaut. "Es sind unsere letzten", bedauerte Star-Designer Adrian Newey. Frage an den Technik-Guru: "Kann man neue einfliegen? Antwort: "Wir haben keine Batterien mehr."

Sergio Perez - Cadillac - GP Australien 2026
Simon Galloway via Getty Images

Sorgenkinder weiter mit Problemen

Am Nachmittag konnten Stroll und Alonso wenigstens 27 Runden drehen. Aber sehr langsam mit vollen Tanks. Die Fahrer müssen viel Sprit an Bord nehmen, um die Vibrationen zu dämpfen. "Es hat sich im Auto nicht viel anders angefühlt als in Bahrain", klagte Alonso. "Wir hatten in beiden Sessions Probleme, die auf Seiten von Honda lagen. Wir starten mit einem Rückstand. Aber alle im Team nehmen die Herausforderung an. Von außen sieht man den Fortschritt vielleicht nicht, aber ich kann versichern, dass es Fortschritte gibt."

Auch bei Neuling Cadillac sah man viele Sorgenfalten bei den Ingenieuren. Sergio Perez kam in der ersten Session nur auf 14 Umläufe. Im zweiten Training blieb das Auto mit der Startnummer 11 mit Hydraulik-Problemen lange an der Box. Als es für den Mexikaner dann kurz vor dem Abpfiff endlich losging, war der Spaß auch schon wieder vorbei. Nach zwei Runden rollte der Rückkehrer aus.

"Uns fehlen vor allem die Longruns. Ich hoffe, dass wir die verlorene Zeit morgen wieder aufholen können", klagte Perez. "Was am Ende genau passiert ist, kann ich gar nicht sagen. Es hat sich angefühlt wie ein Problem mit dem Motor. Ich hoffe, dass uns das nicht auch noch für morgen zurückwirft."

Max Verstappen - Red Bull - GP Australien 2026
xpb

Verstappen-Stopp in der Boxengasse

Auch bei Williams sorgte die Hydraulik für Ärger. Alex Albon kam in der ersten Session unplanmäßig am Streckenrand zum Halt, hatte zuvor aber immerhin 24 Runden abgespult. Im zweiten Training schlug der Technikteufel dann auf der anderen Seite der Garage bei Carlos Sainz zu. Der Spanier musste nach nur zehn Runden die Box ansteuern und in der zweiten Hälfte der Session tatenlos zuschauen.

Red Bull konnte das Programm ebenfalls nicht wie geplant durchziehen. Im ersten Training wurde Arvid Lindblad vom Schwesterteam Racing Bulls kurz hinter der Boxenampel von der Technik ausgebremst. Kaum war die zweite Session angepfiffen, steckte plötzlich das Auto von Max Verstappen ohne Vortrieb vor der Ampel fest. Der Vizeweltmeister musste von seiner Crew in die Box zurückgeschoben werden. Nach Abschluss der Reparatur reichte die Zeit nur noch für zehn Übungsrunden.

Mit Lando Norris fand die Defekt-Hexe noch ein zweites prominentes Opfer. Im ersten Training spielte die Getriebe-Elektronik im McLaren verrückt. Der Champion kam dadurch nur auf sieben Umläufe. Wie sehr die Übungsrunden fehlten, zeigte sich in der zweiten Session. Während Teamkollege Oscar Piastri die Bestzeit setzte, reihte sich Norris mit mehr als einer Sekunde Rückstand nur auf Platz sieben ein.#

"Wir haben etwas Rückstand, was die Laufleistung und das Wissen angeht", klagte Norris. "Mit dem neuen Reglement ist Zeit im Auto besonders wertvoll. Wir haben also heute noch etwas Arbeit vor uns. Im FP2 konnten wir gute Daten sammeln. Dazu gibt es viel, was wir von unseren Gegnern lernen können. Wir werden versuchen, die Lücke zu schließen, bevor wir morgen im dritten Training morgen auf die Strecke gehen."

Fazit