Unfairer Vorteil der Top-Teams? Deshalb sind kleinere F1-Rennställe im Nachteil

Infrastruktur entscheidend für Erfolg
Unfairer Vorteil der Top-Teams?

ArtikeldatumVeröffentlicht am 20.01.2026
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Die großen vier Teams der Formel 1 haben in der abgelaufenen Saison 2.151 WM-Punkte eingesammelt. Für die restlichen sechs Rennställe blieben 489 Zähler übrig. Die Brotkrümel sozusagen. Zwar hat der Budget Cap seit seiner Einführung 2021 die Teams bezüglich der Leistungsdichte auf eine Runde näher zusammengeführt, doch die Big Points im Rennen bleiben den großen Namen vorbehalten.

Red Bull, Mercedes und Ferrari waren schon vor dem Kosten-Limit die dominierenden Namen der Formel 1, lediglich McLaren konnte in die Phalanx eindringen und holte seit 2024 insgesamt drei WM-Titel. Einst war der gefallene Riese ein Sorgenkind und dümpelte am Ende des Feldes herum. Doch die Aufbauarbeit unter CEO Zak Brown und Teamchef Andrea Stella führte die Truppe aus Woking wieder an die Spitze.

Ein Vorbild, dem auch andere folgen wollen. Williams hat sich mittlerweile auf den fünften Platz geschoben und will dank der neuen Regeln sowie einer vielversprechenden Power Unit von Mercedes wieder um Siege kämpfen. Aston Martin hat mit Honda einen Werkspartner und mit Adrian Newey einen Star-Designer eingekauft. Audi will nach der Übernahme von Sauber als Werksteam ebenfalls in den kommenden Jahren um Titel kämpfen.

Lando Norris - McLaren - GP Las Vegas 2025 - Las Vegas - Formel 1
Patrick T. Fallon via Getty Images

Investitionen der Top-Teams zahlen sich aus

Doch wie realistisch ist es für die Gegner, trotz des technischen Umbruchs regelmäßig um Podestplätze zu kämpfen? Im Rahmen der Präsentation von Red Bull und dem Racing-Bulls-Team in Detroit bei der Ford-Saisoneröffnung fragte auto motor und sport beim CEO der Racing Bulls, Peter Bayer, nach.

"Im Prinzip stellt das Budget Cap die Uhren auf Null. Was man aber nicht unterschätzen darf, ist, dass vor diesem Limit die ganzen großen Teams investiert haben." Diese Tools bringen nun die entscheidenden Zehntelsekunden. "Simulatoren zum Beispiel sind ein ganz, ganz großes Thema. Je besser der Simulator ist, desto besser bist du vorbereitet. Insbesondere mit den neuen Regeln, unter anderem was das Motoren-Management angeht", ist Bayer überzeugt.

In den letzten Jahren pumpten die Top-Teams ihre Infrastruktur auf und zehren von ihrem technischen Vorsprung. Die Strategie-Tools und Software sind besser als bei den kleinen Rennställen. Dazu kommt mit dem CFD noch ein weiterer wichtiger Aspekt des Erfolgs: "Das Rechenzentrum unseres ersten CFD hat fünf Millionen Dollar gekostet. Bei den Top-Teams ist es das Zehnfache", rechnet Bayer vor.

Geld sinnvoll einsetzen

"Im Prinzip sind es die Tools, die den Unterschied machen. Aber auch zum Teil die Leute. Da arbeiten sehr erfahrene Ingenieure, die auf gewisse Prozesse schneller reagieren können", erklärt der CEO von den Racing Bulls.

Für die Nachwuchsschmiede von Red Bull gibt es noch einen weiteren Nachteil. "Wenn wir den Simulator verwenden möchten, dann kostet uns das Geld. Wir müssen also eine strategische Entscheidung treffen, ob wir den benutzen. Wenn ich den Simulator aber besitze und der in der Fabrik steht, kann ich den auch 24 Stunden bespielen und ich muss nur die Mitarbeiter bezahlen", gibt der Österreicher ein Beispiel.

Auch der Windkanal spielt immer noch eine Rolle: "Hier haben viele nochmal richtig investiert", weiß Bayer. Unter anderem half McLaren der neue Windkanal in den letzten Jahren, wieder an die Spitze der Formel 1 zu kommen. Deshalb bleibt es auch in der Zukunft dabei: Wer gewinnen will, braucht das beste Equipment. Und diesen Vorteil haben die Top-Teams immer noch.

Fazit